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Europa investiert so viel in seine Verteidigung wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Neue Panzer, Flugabwehrsysteme, Drohnen, Raketen und Kriegsschiffe sollen die militärischen Fähigkeiten der NATO-Staaten stärken. Unternehmen wie Rheinmetall (ISIN: DE0007030009), HENSOLDT (ISIN: DE000HAG0005) oder Leonardo arbeiten an der Erweiterung ihrer Produktionskapazitäten, während die Auftragsbücher immer neue Rekordstände erreichen.
Doch je schneller die Waffenproduktion wächst, desto deutlicher wird ein Problem, das weit weniger Aufmerksamkeit erhält: Der eigentliche Engpass liegt möglicherweise gar nicht in den Fabriken - sondern bei den Rohstoffen, ohne die moderne Verteidigungstechnologie nicht gebaut werden kann.
Für Anleger könnte sich damit ein neuer Bereich öffnen, der bislang häufig im Schatten der großen Rüstungskonzerne stand.
Europas Aufrüstung erreicht eine neue Dimension
Der Krieg in der Ukraine und die zunehmenden geopolitischen Spannungen haben Europas Verteidigungspolitik grundlegend verändert.
Deutschland erhöht seinen Verteidigungshaushalt massiv, zahlreiche NATO-Staaten investieren deutlich mehr als zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung in Verteidigung und neue Beschaffungsprogramme reichen inzwischen weit über klassische Panzer und Munition hinaus.
Im Mittelpunkt stehen hochmoderne Radarsysteme, Luftverteidigung, elektronische Kampfführung, Drohnen, Hyperschallabwehr und Präzisionswaffen.
Alle diese Systeme haben eines gemeinsam: Sie benötigen eine Vielzahl kritischer Rohstoffe.
Moderne Waffen bestehen längst nicht mehr nur aus Stahl
Während früher Stahl, Aluminium oder Kupfer als wichtigste Materialien galten, spielen heute Spezialmetalle eine entscheidende Rolle.
Seltene Erden werden für Permanentmagnete benötigt, die in Elektromotoren, Servoantrieben, Radarsystemen, Sensoren und Lenkwaffen verbaut werden. Ohne diese Magnete wären moderne Raketenlenksysteme, Drohnen oder elektronische Verteidigungssysteme kaum denkbar.
Hinzu kommt Niob, das hochfeste und gleichzeitig leichte Spezialstähle ermöglicht. Diese werden unter anderem in militärischen Fahrzeugen, Flugzeugen, Schiffen sowie sicherheitskritischer Infrastruktur eingesetzt.
Auch Wolfram bleibt unverzichtbar - etwa für hitzebeständige Komponenten, Turbinen und Spezialmunition.
Je stärker Europa seine Verteidigungsindustrie ausbaut, desto größer wird deshalb der Bedarf an diesen Rohstoffen.
Die eigentliche Herausforderung heißt Lieferkette
Genau hier beginnt das strategische Problem.
China dominiert weiterhin große Teile der Verarbeitung Seltener Erden sowie die Herstellung von Permanentmagneten. Selbst wenn neue Minen außerhalb Chinas entstehen, müssen viele Rohstoffe noch immer dort verarbeitet werden.
Diese Abhängigkeit beschäftigt inzwischen Regierungen auf beiden Seiten des Atlantiks.
Die USA investieren Milliardenbeträge in eigene Lieferketten für Seltene Erden. Auch Europa verfolgt mit dem Critical Raw Materials Act das Ziel, strategische Rohstoffe künftig stärker aus befreundeten Staaten zu beziehen und gleichzeitig eigene Verarbeitungskapazitäten aufzubauen.
Der Wettbewerb findet deshalb längst nicht mehr nur zwischen Waffenherstellern statt, sondern zunehmend entlang der gesamten Rohstofflieferkette.
Produzenten außerhalb Chinas rücken in den Fokus
Von dieser Entwicklung profitieren zunächst etablierte Unternehmen.
Lynas Rare Earths (ISIN: AU000000LYC6) baut seine Position als wichtiger Produzent Seltener Erden außerhalb Chinas weiter aus und investiert gleichzeitig in zusätzliche Verarbeitungskapazitäten.
Auch MP Materials (ISIN: US5533681012) entwickelt mit Unterstützung der US-Regierung eine integrierte amerikanische Lieferkette - von der Förderung bis zur Magnetproduktion.
Daneben beobachten Investoren zunehmend Entwicklungsunternehmen, die künftig zusätzliche Rohstoffquellen erschließen könnten.
St George meldet 57 Prozent größeres Vorkommen
Zu diesen Unternehmen zählt St George Mining (ISIN: AU000000SGQ8) mit dem Araxá-Projekt in Brasilien.
Und genau hier hat sich die Größenordnung zuletzt deutlich verändert.
St George meldete am 11. August eine 57-prozentige Erhöhung seiner primären Mineralressource auf 111,2 Millionen Tonnen mit 3,57 Prozent TREO und 0,57 Prozent Nb2O5. Die Ressource enthält nach Unternehmensangaben rund 3,98 Millionen Tonnen Seltene-Erden-Oxide (TREO), darunter etwa 760.000 Tonnen Neodym-Praseodym-Oxide (NdPr), sowie 630.000 Tonnen Nb2O5.
Noch wichtiger für die mögliche Entwicklung des Projekts: Die höher eingestuften Measured-&-Indicated-Ressourcen erhöhten sich um 155 Prozent auf 75,2 Millionen Tonnen und machen inzwischen rund 68 Prozent der gesamten TREO-Ressource aus.
St George verfügt damit nach eigenen Vergleichsdaten in der Measured-&-Indicated-Kategorie über rund 522.000 Tonnen enthaltenes NdPr - mehr als jeweils Mountain Pass von MP Materials und Mt Weld von Lynas.
Auch beim Niob ist die Größenordnung erheblich. Ein separat modelliertes Niob-Vorkommen umfasst 143,8 Millionen Tonnen mit 0,53 Prozent Nb2O5, wobei ein großer Teil mit der Seltene-Erden-Ressource überlappt.
Das ist für Anleger ein wichtiger Unterschied: Die beiden Ressourcenzahlen dürfen nicht einfach addiert werden. Auf nicht überlappender Basis umfasst das gesamte modellierte Material 146,4 Millionen Tonnen und enthält nach Angaben von St George rund 4,48 Millionen Tonnen TREO sowie rund 770.000 Tonnen Nb2O5.
Und die nächste Ressource könnte bereits folgen
Bemerkenswert ist zudem, was in diesen Zahlen noch nicht enthalten ist.
Die neue Ressourcenschätzung umfasst ausschließlich die Hauptlagerstätte Araxá. Die rund einen Kilometer östlich gelegene Entdeckung East Araxá ist noch nicht berücksichtigt.
Dort wurden bereits hochgradige Seltene Erden ab Oberfläche nachgewiesen, mit Einzelwerten von bis zu 12,34 Prozent TREO. St George arbeitet mit laufenden Bohrungen an einer ersten Ressourcenschätzung für East Araxá, die im vierten Quartal 2026 erwartet wird.
Ein weiterer Vorteil liegt im Standort. Das Projekt grenzt unmittelbar an die Betriebe von CBMM, dem weltweit führenden Niobproduzenten. Die Region verfügt über bestehende Infrastruktur, qualifizierte Fachkräfte und jahrzehntelange Erfahrung im Bergbau. Zusätzlich wird St George von Hancock Prospecting unterstützt, der Bergbaugesellschaft der australischen Unternehmerin Gina Rinehart.
Der Rohstoffmarkt könnte zur nächsten Verteidigungsstory werden
Die erste Phase des europäischen Rüstungsbooms hat vor allem die Aktien der großen Verteidigungskonzerne beflügelt. Die nächste Phase könnte jedoch stärker von der Frage geprägt werden, ob ausreichend kritische Rohstoffe für den Ausbau der Produktionskapazitäten verfügbar sind.
Denn neue Fabriken allein reichen nicht aus. Ohne Seltene Erden für Hochleistungsmagnete, Niob für Spezialstähle und weitere strategische Metalle lassen sich viele moderne Verteidigungssysteme nicht in der benötigten Stückzahl herstellen.
Für Anleger könnte sich der Blick deshalb zunehmend entlang der Lieferkette verschieben. Neben etablierten Produzenten wie Lynas oder MP Materials arbeiten Unternehmen wie St George Mining daran, zusätzliche Rohstoffquellen außerhalb Chinas zu erschließen.
Sollte die globale Aufrüstung langfristig anhalten, dürften nicht nur die Hersteller von Panzern, Drohnen und Raketen gefragt sein - sondern zunehmend auch jene Unternehmen, die die dafür unverzichtbaren Rohstoffe liefern.
Quellen
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/21181031-seltene-erden-zurueck-china-es-washington-es-investoren-bemerken
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/21186657-augen-donnerstag-rheinmetall-baut-kriegsmonster-aktie-zahlen
https://www.stgm.com.au/
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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
https://stgm.com.au
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