Die angekündigte Wachstumsstrategie der BENO Holding AG wird konkreter. Nach dem abgeschlossenen Aufbau der Plattform folgt nun der erste sichtbare Erweiterungsschritt: Mit dem Erwerb einer Light-Industrial-Immobilie in Roth bei Nürnberg wächst der Bestand auf 13 Standorte in Deutschland. Die Nutzfläche erhöht sich auf rund 165.000 Quadratmeter, der Verkehrswert des Portfolios steigt auf 91,5 Mio. Euro.
Bemerkenswert ist weniger die Größe der Transaktion als vielmehr ihre Struktur. BENO kauft keinen beliebigen Bestandstitel, sondern ein Objekt, bei dem wesentliche Werttreiber bereits angelegt sind. Noch während der Ankaufsphase wurde die Immobilie neu vermietet, und zwar langfristig über zehn Jahre plus Verlängerungsoption. Neuer Nutzer ist die SYSPLAST GmbH aus der börsennotierten Energenta-Gruppe, die am Standort ihre Produktionskapazität für Recycling-Kunststoffregranulate mehr als verdoppeln will.
Auch die Konditionen wirken attraktiv. Die Einstandsbasis liegt bei rund 540 Euro je Quadratmeter. Bei einer aktuellen Nutzfläche von 3.700 Quadratmetern ergibt sich daraus rechnerisch ein Kaufpreis von knapp unter 2 Mio. Euro. Der von BENO genannte Einkaufsfaktor von 8,6 deutet auf eine Jahresmiete von rund 230 Tsd. Euro hin. Zusätzlich kommen Erträge aus zwei bestehenden PV-Anlagen hinzu.
Damit zeigt die Transaktion im Kleinen, worauf die BENO-Story im Großen hinausläuft. Das Unternehmen will nicht nur Miet-Cashflows erwerben, sondern Standorte durch Vermietung, technische Erweiterung, Energieinfrastruktur und bessere Drittverwendbarkeit aufwerten. In Roth ist der nächste Schritt bereits mitgedacht: Eine zusätzliche Produktions- und Lagerhalle ist geplant und mietvertraglich abgesichert. Auch sie soll mit einer PV-Anlage ausgestattet werden. Zudem soll die elektrische Anschlussleistung auf rund 1,5 Megawatt erhöht werden.
Der Standort passt damit gut in das Beuteschema von BENO. Er liegt in der Metropolregion Nürnberg, verfügt über eine gute Verkehrsanbindung und verbindet industrielle Nutzung mit weiteren Entwicklungsmöglichkeiten.
Der Zukauf ist zwar klein, doch er hat eine nicht zu vernachlässigende Signalwirkung. BENO demonstriert damit, wie die Skalierung praktisch funktionieren soll: günstig einkaufen, frühzeitig vermieten, den Standort weiterentwickeln und zusätzliche Ertragspotenziale aus Energie und Infrastruktur heben. Hinzu kommt, dass das Unternehmen auf der Hauptversammlung Ende Juli über zwei Refinanzierungen berichtet hat, die sich bereits in der Umsetzung befinden und einen Mittelzufluss von 8 Mio. Euro bringen sollen. Werden diese Mittel frei, könnten weitere und voraussichtlich größere Akquisitionen folgen.
An der Börse ist die Nachricht bislang kaum angekommen. Die Aktie notiert weiter im Bereich von 7 Euro und damit deutlich unter dem von BENO mit mehr als 11 Euro je Aktie angegebenen NAV. Angesichts der soliden Unternehmensverfassung, der nun sichtbarer werdenden Wachstumsstrategie und des Bewertungsabschlags könnte das Interesse am Titel aber zunehmen - vor allem, wenn dem Zukauf in Roth weitere Transaktionen folgen.
(aktien-global.de, erstellt 20.08.26, 10:14 Uhr, veröffentlicht 20.08.26, 10:18 Uhr, zu potenziellen Interessenkonflikten wird auf den Disclaimer verwiesen: https://www.aktien-global.de/impressum/)
Originalmeldung: https://www.aktien-global.de/news-cov/beno_holding_xxxx/beno_kleiner_kauf_klares_signal-24759/


