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Bei Rohstoffprojekten entscheidet nicht allein die Größe einer Lagerstätte darüber, ob aus geologischem Potenzial eines Tages tatsächlich eine Mine entstehen kann. Mindestens ebenso wichtig sind Genehmigungen, technische Planung, Metallurgie und die Frage, ob ein Projekt unter vertretbaren Umweltbedingungen entwickelt werden kann. Genau an dieser Schnittstelle hat das Araxá-Projekt für Seltene Erden und Niob in Brasilien nun einen wichtigen Schritt erreicht.
Nach 14 Monaten mit Studien und Feldarbeiten wurde das formelle Umweltgenehmigungsverfahren für eine mögliche Mine samt Industriekomplex eingeleitet. Damit verschiebt sich der Fokus bei Araxá zunehmend von der reinen Definition der Ressource in Richtung einer möglichen Entwicklung.
800 Seiten für den ersten Schritt zur Genehmigung
St George Mining Limited (ISIN: AU000000SGQ8) hat bei der staatlichen Umweltbehörde FEAM im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais eine Umweltverträglichkeitsprüfung, das sogenannte Environmental Impact Assessment (EIA), sowie den dazugehörigen Environmental Impact Report (RIMA) eingereicht. Damit beantragt das Unternehmen die Preliminary Licence - die erste von insgesamt drei Stufen des Genehmigungsprozesses.
Allein der Umfang zeigt, wie weit die Vorarbeiten inzwischen reichen: EIA und RIMA umfassen nach Unternehmensangaben rund 800 Seiten und basieren auf 14 Monaten Studien und Feldarbeit. Untersucht wurden unter anderem Geologie und Böden, Oberflächen- und Grundwasser, Luftqualität, Lärm, Flora und Fauna sowie die sozioökonomischen Auswirkungen eines möglichen Betriebs.
Die Unterlagen wurden gemeinsam mit Prime Consultoria Ambiental erstellt und zusätzlich von Alger Consultoria Socioambiental unabhängig technisch überprüft.
Dabei geht es nicht lediglich um einen theoretischen Minenentwurf. Die Prüfung basiert auf einer vollständigen Greenfield-Entwicklung mit Tagebau sowie einem neuen Industriekomplex. Vorgesehen sind in diesem Szenario Anlagen für Aufbereitung, Raffination und Metallurgie sowie Abraum- und Tailings-Einrichtungen und die notwendige Infrastruktur.
Drei Genehmigungsstufen bis zum Betrieb
Das Genehmigungsverfahren in Minas Gerais folgt einem klar definierten Prozess. Zunächst muss die Preliminary Licence die grundsätzliche Umweltverträglichkeit, den Standort und das Konzept des Projekts bestätigen. Bestandteil dieses Verfahrens ist auch die Beteiligung der Öffentlichkeit.
Darauf folgt die Installation Licence, die nach Genehmigung eines Umweltkontrollplans den Bau erlaubt. Erst die dritte Stufe, die Operation Licence, ermöglicht nach Erfüllung der zuvor festgelegten Bedingungen den tatsächlichen Betrieb.
St George erwartet auf Basis von Branchenerfahrungen, dass die ersten beiden Stufen innerhalb von zwölf Monaten abgeschlossen werden könnten. Die Betriebsgenehmigung würde erst nach Abschluss der Bauarbeiten erteilt. Das Unternehmen schätzt deren Fertigstellung derzeit für die zweite Jahreshälfte 2029 - allerdings ausdrücklich vorbehaltlich der erforderlichen Bedingungen und einer finalen Investitionsentscheidung. Diese zeitliche Einschätzung bezieht sich zudem ausschließlich auf die untersuchte Greenfield-Variante.
Damit bleibt ein wesentlicher Unterschied bestehen: Araxá besitzt eine große Mineralressource, ist aber noch keine genehmigte oder finanzierte Mine.
111 Millionen Tonnen verändern die Größenordnung
Dass St George das Genehmigungsverfahren gerade jetzt vorantreibt, folgt auf eine erhebliche Erweiterung der Mineralressource.
Die zum 11. August 2026 gültige JORC-konforme Ressourcenschätzung weist bei einem Cut-off von 2 Prozent TREO insgesamt 111,2 Millionen Tonnen mit durchschnittlich 3,57 Prozent TREO und 0,57 Prozent Nb2O5 aus. Davon befinden sich 75,2 Millionen Tonnen beziehungsweise rund 68 Prozent in den höher eingestuften Kategorien Measured und Indicated. Diese enthalten durchschnittlich 3,64 Prozent TREO und 0,58 Prozent Nb2O5.
Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich bei Araxá um die größte hochgradige, in Karbonatit beherbergte Seltene-Erden-Ressource Südamerikas.
Hinzu kommt ein für die mögliche Minenplanung relevanter Faktor: Die gesamte Ressource liegt innerhalb von rund 120 Metern unter der Oberfläche und wird grundsätzlich als für einen Tagebau geeignet betrachtet. Eine Erzreserve oder ein detaillierter Minenplan liegt allerdings bislang nicht vor.
Executive Chairman John Prineas verweist zudem darauf, dass die hochgradige Mineralisierung bereits an der Oberfläche beginnt und frei grabbar sei. Nach Einschätzung des Unternehmens wäre daher kein Sprengen erforderlich. St George geht außerdem davon aus, dass der hohe Gehalt einen vergleichsweise kleinen Minen-Fußabdruck ermöglichen könnte.
Genehmigung und Machbarkeit laufen parallel
Während die Umweltprüfung beginnt, arbeitet St George gleichzeitig an der Machbarkeitsstudie für Araxá. Diese wird von Worley geleitet. Parallel laufen weitere metallurgische Tests.
Interessant ist dabei, dass das Unternehmen nicht ausschließlich die vollständige Greenfield-Entwicklung untersucht. Zusätzlich wird geprüft, ob bereits vorhandene regionale Verarbeitungsanlagen für eine alternative Entwicklungsstrategie genutzt werden könnten. Welche Variante letztlich technisch und wirtschaftlich vorzuziehen wäre, ist noch offen.
Auch bei der Metallurgie gibt es bereits historische Anhaltspunkte. Ein neunmonatiges Pilotanlagenprogramm aus dem Jahr 2013 produzierte laut Mitteilung rund neun Kilogramm Seltene-Erden-Oxalat mit einer Reinheit von mehr als 99 Prozent und erreichte Gesamtgewinnungsraten von bis zu 86 Prozent. Gleichzeitig wurde die Entfernung von Thorium, Uran und Eisen demonstriert. Neuere Arbeiten aus dem Jahr 2026 untersuchen die Mineralisierung weiter und sollen die Verarbeitung für die inzwischen deutlich größere Ressource konkretisieren.
Der nächste Test für Araxá
Mit dem Start des Genehmigungsverfahrens beginnt für Araxá damit eine neue Phase. Die Ressource ist inzwischen umfangreich definiert, während Genehmigung, Machbarkeitsstudie und metallurgische Arbeiten parallel voranschreiten.
Das reduziert die verbleibenden Risiken allerdings nicht auf null. Die Mitteilung weist ausdrücklich darauf hin, dass verschiedene behördliche Genehmigungen und Verlängerungen noch ausstehen und keine Gewähr besteht, dass diese erteilt werden oder zu akzeptablen Bedingungen erfolgen. Auch eine endgültige Investitionsentscheidung wurde noch nicht getroffen.
Für Anleger wird deshalb entscheidend sein, ob St George die geologische Größenordnung von Araxá Schritt für Schritt in ein technisch, ökologisch und wirtschaftlich tragfähiges Entwicklungsmodell übersetzen kann. Mit der Einreichung der rund 800 Seiten umfassenden Umweltunterlagen hat dieser Prozess nun formell begonnen.

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Quellen
https://cdn-api.markitdigital.com/apiman-gateway/ASX/asx-research/1.0/file/2924-03125522-6A1340076&v=undefined
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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
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