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WKN: 878279 | ISIN: AT0000741053 | Ticker-Symbol: EVN
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Small- & Micro Cap Investment
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Positiver Ergebnisausblick trotz Flaute bei Wind und Wasser: Warum EVN jetzt eine Milliarde Euro pro Jahr investiert

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Schwacher Wind, wenig Wasser und eine rückläufige Stromproduktion - eigentlich keine idealen Voraussetzungen für einen Energieversorger. Dennoch hat die EVN AG (ISIN: AT0000741053) in den ersten neun Monaten ihres Geschäftsjahres 2025/26 Umsatz und Ergebnis gesteigert. Noch deutlicher fällt der Anstieg beim Konzernergebnis aus: 525,1 Millionen Euro bedeuten ein Plus von 20,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr - dabei schlägt direkt im Konzernergebnis auch ein unbarer positiver Einmaleffekt in Höhe von 32,5 Mio. Euro als Folge der Entkonsolidierung des im März 2026 verkauften internationalen Projektgeschäfts zu Buche. Das EBITDA verbesserte sich um 4,9 Prozent auf 748,5 Millionen Euro, während der Umsatz um 3,1 Prozent auf 2,43 Milliarden Euro zunahm.

Gleichzeitig investiert das Unternehmen so viel wie nie zuvor. Mehr als eine halbe Milliarde Euro flossen während der neun Monate des Berichtszeitraums in neue Infrastruktur, rund 80 Prozent davon in Niederösterreich. Bis 2030 will die EVN jährlich etwa eine Milliarde Euro investieren. Netze, Wind- und Photovoltaikparks, Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur und Trinkwasserversorgung stehen dabei im Mittelpunkt.

Die am 27. August veröffentlichten Zahlen zeigen damit eine interessante Kombination: Das operative Umfeld bleibt anspruchsvoll, während die Investitionen auf Rekordniveau liegen. Trotzdem verbessert sich das Ergebnis. Die Nettoverschuldung geht zumindest temporär zurück, mit den hohen Investitionen ist aber hier wiederum ein Anstieg zu erwarten.

Schwacher Wind und wenig Wasser belasten die Produktion

Wie schwierig die Bedingungen teilweise waren, zeigt ein Blick auf die Stromerzeugung. Die Erzeugungskoeffizienten für Wind und Wasser lagen in den Kernmärkten der EVN sowohl unter dem Vorjahresniveau als auch unter dem langjährigen Durchschnitt. Eine Ausnahme bildete die Wasserführung in Nordmazedonien, die den langjährigen Durchschnitt sogar deutlich übertraf. Die gesamte Stromerzeugung der EVN sank deshalb in den ersten drei Quartalen um 4,2 Prozent auf 2.173 GWh. Interessanterweise entwickelte sich die erneuerbare Stromproduktion trotzdem leicht positiv. Sie erhöhte sich von 1.789 GWh auf 1.805 GWh. Die zusätzlich in Betrieb genommenen Wind- und Photovoltaikkapazitäten konnten das ungünstige Wind- und Wasserdargebot damit zu einem erheblichen Teil kompensieren. Deutlich zurück ging dagegen die thermische Erzeugung: von 480 GWh auf 368 GWh beziehungsweise um 23,4 Prozent. Ein wesentlicher Grund dafür war das Kraftwerk Theiß. Der Vertrag zur Bereitstellung von Reserveleistung für den österreichischen Übertragungsnetzbetreiber APG wurde mit 1. Oktober 2025 nicht mehr verlängert. Der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Stromproduktion erhöhte sich von 78,8 auf 83,1 Prozent.

2,43 Milliarden Euro Umsatz trotz geringerer Erzeugung

Dass die Umsatzerlöse trotz der geringeren Stromerzeugung stiegen, liegt an anderen Bereichen des Geschäfts.

Insgesamt erwirtschaftete die EVN in den ersten drei Quartalen 2.433,1 Millionen Euro Umsatz. Im Vorjahreszeitraum waren es 2.360,4 Millionen Euro gewesen.

Der Anstieg um 3,1 Prozent resultierte vor allem aus regulatorisch bedingten Preiseffekten bei den Verteilnetzgesellschaften in Niederösterreich und Bulgarien. Auch beim regulierten Energievertrieb in Bulgarien wirkten sich Mengen- und Preiseffekte positiv aus. Damit zeigt sich die Bedeutung der unterschiedlichen Geschäftsbereiche innerhalb des Konzerns: Belastungen in der Stromerzeugung konnten zumindest teilweise durch positive Entwicklungen in anderen Bereichen ausgeglichen werden. Das diversifizierte Geschäftsmodell entlang der gesamten energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette ist traditionell eine der Stärken der EVN.

EBITDA steigt auf 748,5 Millionen Euro

Der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger erhöhte sich um 1,3 Prozent auf 1.222,7 Millionen Euro. Der Personalaufwand stieg infolge kollektivvertraglicher Anpassungen um 5,9 Prozent auf 363,9 Millionen Euro. Der durchschnittliche Personalstand ging dagegen aufgrund des Verkaufs der WTE Wassertechnik von 7.699 auf 7.547 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurück. Auch bei den sonstigen betrieblichen Erträgen machte sich ein Basiseffekt bemerkbar. Sie gingen um sieben Prozent auf 123,0 Millionen Euro zurück. Im Vorjahreszeitraum waren hier Versicherungsentschädigungen für die Hochwasserschäden vom September 2024 enthalten gewesen.

Das EBITDA erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,9 Prozent von 713,6 Millionen Euro auf 748,5 Millionen Euro. Dazu trug neben den genannten Entwicklungen auch eine weitere Normalisierung im Vertriebsgeschäft bei, das im Ergebnis der at-Equity-Beteiligungen abgebildet ist.

Erfreuliche Quartalszahlen

Noch deutlicher als beim EBITDA fällt die Entwicklung unter dem Strich aus. Das EBIT stieg um drei Prozent auf 460,4 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Ertragsteuern verbesserte sich um 6,6 Prozent auf 576,3 Millionen Euro. Das Konzernergebnis erreichte schließlich 525,1 Millionen Euro - nach 434,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Plus von 20,8 Prozent. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich dadurch von 2,44 auf 2,94 Euro. Allerdings sollten Anleger diesen Anstieg nicht einfach linear fortschreiben. Im Konzernergebnis sind 32,5 Millionen Euro aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich nach IFRS 5 enthalten - dabei handelt es sich um einen unbaren positiven Einmaleffekt als Folge der Entkonsolidierung des im März 2026 verkauften internationalen Projektgeschäfts. Hinzu kommen zwei weitere, bereits im ersten Quartal gebuchte positive Einmaleffekte. So enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge einen Effekt aus einem Unternehmenserwerb und der Ertragsteueraufwand wurde durch die Auflösung einer Rückstellung gedämpft. Im Finanzergebnis wirkte vor allem die höhere Dividendenzahlung der Verbund AG positiv.

Investitionen erreichen Rekordniveau

Für die langfristige Entwicklung des Konzerns könnte jedoch eine andere Zahl noch wichtiger sein. Die Investitionen erreichten in den ersten neun Monaten ein Rekordniveau von mehr als einer halben Milliarde Euro. Rund vier Fünftel davon entfielen auf Niederösterreich. Das ist Teil eines wesentlich größeren Programms. Bis 2030 will die EVN jährlich etwa eine Milliarde Euro investieren. Rund 80 Prozent sollen nach Niederösterreich fließen. Das Kapital wird unter anderem für Netzinfrastruktur, erneuerbare Erzeugung, Großbatteriespeicher, E-Ladeinfrastruktur und Trinkwasserversorgung eingesetzt. Für die zukünftige Entwicklung der EVN wird damit entscheidend, welche zusätzlichen Erträge diese hohen Investitionen in den kommenden Jahren generieren können.

Solide Bilanzstruktur ermöglicht hohe Infrastrukturinvestitionen

Bemerkenswert ist, dass die Nettoverschuldung gleichzeitig zurückging. Zum 30. Juni 2026 lag sie bei 942,2 Millionen Euro. Ende September 2025 waren es noch 1.155,9 Millionen Euro gewesen. Das entspricht einem Rückgang um rund 214 Millionen Euro beziehungsweise knapp 18,5 Prozent. Allerdings hat auch diese Entwicklung einen besonderen Hintergrund: Wesentlicher Grund war der Eingang des Verkaufspreises und die Ablöse konzerninterner Cash-Pooling-Forderungen durch die Veräußerung des internationalen Projektgeschäfts. Bereits zum Bilanzstichtag am 30. September 2026 soll die Nettoverschuldung aufgrund der hohen Investitionen wieder bei etwa 1,2 Milliarden Euro liegen, erläuterte CFO Alexandra Wittmann im Analysten-Call anlässlich der Quartalszahlen.

Eine solide Bilanzstruktur ist für das bevorstehende Investitionsprogramm von besonderer Bedeutung. Die EVN strebt Ratings im soliden A-Bereich an, um langfristig Zugang zu Kapital zu attraktiven Bedingungen zu behalten. Im April 2026 bestätigte Moody's das Rating A1 mit stabilem Ausblick, im Mai bestätigte Scope Ratings A+ mit stabilem Ausblick. Damit verfügt das Unternehmen nach eigener Einschätzung über eine gute Grundlage für die Finanzierung seines Investitionsprogramms.

Windkraft erreicht 570 MW

Parallel dazu arbeitet die EVN ihre Ausbaupipeline ab. Im laufenden Geschäftsjahr wurden die Windparks Gnadendorf und Ebenfurth erfolgreich in Betrieb genommen beziehungsweise einem Repowering unterzogen. Dadurch stieg die Windkraftkapazität der EVN auf 570 MW. Bis 2030 sollen es 770 MW werden.

Auch Photovoltaik und Batteriespeicher sollen deutlich wachsen. Für 2030 nennt die EVN drei konkrete Ausbauziele:

  • 770 MW Windkraft
  • 300 MWp Photovoltaik
  • 300 MW Batteriespeicher

Nach Angaben des Unternehmens ist die Projektpipeline weiterhin ausreichend abgesichert, um diese Ziele erreichen zu können. Die Entwicklung der ersten neun Monate liefert dabei bereits einen Hinweis auf die Bedeutung zusätzlicher Kapazitäten: Obwohl das Wind- und Wasserdargebot ungünstig war, konnte die erneuerbare Stromproduktion von 1.789 auf 1.805 GWh gesteigert werden.

Größter EVN-Batteriespeicher geht in Betrieb

Fortschritte gibt es auch beim Speicherportfolio. In Probishtip in Nordmazedonien hat die EVN ihren Batteriespeicher von 20 MWh auf 40 MWh erweitert und in Betrieb genommen. Es handelt sich nach Unternehmensangaben um den größten Batteriespeicher der EVN Gruppe. Speicher gewinnen mit steigender Wind- und Solarproduktion an Bedeutung, weil Erzeugung und Verbrauch zeitlich nicht immer zusammenfallen. Strom kann gespeichert werden, wenn mehr produziert als unmittelbar benötigt wird, und später wieder zur Verfügung gestellt werden. Für die EVN ist Probishtip damit ein weiterer Schritt auf dem Weg zum geplanten Ausbau des Speicherportfolios auf 300 MW bis 2030.

Auch Reisenberg kommt voran

Nicht nur im Energiegeschäft investiert die EVN. Auch die Trinkwasserversorgung in Niederösterreich bleibt ein zentraler Investitionsschwerpunkt. In Reisenberg entsteht derzeit die achte Naturfilteranlage des Unternehmens. Die auf Membrantechnologie basierende Anlage soll nach ihrer Fertigstellung rund 20.000 Kundinnen und Kunden mit weichem Trinkwasser versorgen. Die EVN nennt in ihren am 27. August veröffentlichten Quartalsinformationen Herbst 2026 als geplanten Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Damit umfasst das Investitionsprogramm sehr unterschiedliche Bereiche der regionalen Infrastruktur - vom Stromnetz über Windkraft und Batteriespeicher bis hin zur Trinkwasserversorgung.

Prognose: 470 bis 490 Millionen Euro

Mit den Neunmonatszahlen konkretisiert die EVN auch ihren Ausblick. Für das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 erwartet das Unternehmen nun ein Konzernergebnis in einer Bandbreite von etwa 470 bis 490 Millionen Euro. Auf den ersten Blick fällt dabei etwas auf: Nach neun Monaten stehen bereits 525,1 Millionen Euro Konzernergebnis in den Büchern. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Prognose zwangsläufig zu niedrig angesetzt ist. Die EVN weist ausdrücklich darauf hin, dass das bisherige Ergebnis auch durch unbare positive Einmaleffekte beeinflusst wurde. Die Zahlen der ersten neun Monate lassen sich deshalb nicht einfach linear auf das Gesamtjahr hochrechnen.

Für die Bewertung der Geschäftsentwicklung dürfte vielmehr entscheidend sein, wie sich das operative Ergebnis entwickelt und wie schnell die hohen Investitionen in den kommenden Jahren zusätzliche Ergebnisbeiträge liefern können.

Was Anleger aus den neuen Zahlen mitnehmen können

Bei den aktuellen EVN-Zahlen stechen drei Entwicklungen hervor. Erstens zeigt das operative Geschäft trotz ungünstiger Erzeugungsbedingungen Stabilität. Die Stromproduktion ging um 4,2 Prozent zurück, während EBITDA und EBIT um 4,9 beziehungsweise drei Prozent zulegten. Zweitens wächst das Konzernergebnis deutlich stärker. Das Plus von 20,8 Prozent ist positiv, enthält aber auch Einmaleffekte und sollte deshalb nicht mit einem entsprechenden Wachstum des operativen Geschäfts gleichgesetzt werden. Drittens befindet sich die EVN mitten in einer Investitionsphase. Mehr als eine halbe Milliarde Euro wurden bereits in den ersten neun Monaten investiert. Bis 2030 sollen es jährlich rund eine Milliarde Euro sein. Damit verschiebt sich der Blick zunehmend von einzelnen Quartalen auf die Frage, welche langfristigen Wachstums- und Ergebnisbeiträge durch diese Investitionen entstehen.

Fazit

Die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/26 zeigen eine EVN, die trotz schwieriger Bedingungen bei Wind und Wasser Ergebniswachstum erzielt und gleichzeitig ihre Investitionen auf ein Rekordniveau erhöht. 2,43 Milliarden Euro Umsatz, 748,5 Millionen Euro EBITDA und 525,1 Millionen Euro Konzernergebnis stehen einer um 4,2 Prozent gesunkenen Stromerzeugung gegenüber. Das Konzernergebnis liegt 20,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig schreitet der Ausbau voran: Die Windkraftkapazität liegt inzwischen bei 570 MW, der größte Batteriespeicher der Gruppe wurde in Nordmazedonien in Betrieb genommen und die Naturfilteranlage Reisenberg nähert sich ihrer Fertigstellung. Bis 2030 will die EVN AG (ISIN: AT0000741053) jährlich rund eine Milliarde Euro investieren.

Damit dürfte für Anleger in den kommenden Jahren weniger entscheidend sein, ob ein einzelner Berichtszeitraum besonders wind- oder wasserreich ausfällt. Die zentrale Frage ist vielmehr, ob die EVN ihr milliardenschweres Investitionsprogramm in langfristiges Wachstum und stabile Ergebnisbeiträge übersetzen kann.


Lassen Sie sich in den Verteiler für EVN oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: "Verteiler EVN" und/oder "Nebenwerte".

Quellen:

EVN

EVN AG - Geschäftsverlauf in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025/26, 27. August 2026
https://www.evn.at/home/investor-relations

EVN Investor Relations - Publikationen und Finanzberichte
https://www.evn.at/home/investor-relations/publikationen

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