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Der KI-Boom verschlingt nicht nur Strom. Auch Wasser entwickelt sich zu einer kritischen Ressource für die rasant wachsende Rechenzentrumsindustrie. Wie aktuell das Thema ist, zeigen neue Zahlen des australischen Rechenzentrumsbetreibers NEXTDC (ISIN: AU000000NXT8): Mit dem Ausbau seiner Kapazitäten ist zuletzt auch der Wasserverbrauch gestiegen. Gleichzeitig arbeitet die australische Regierung an neuen Standards, die den Einsatz von Trinkwasser in Rechenzentren begrenzen und die Nutzung von Recycling- und Nicht-Trinkwasser fördern sollen. Für Anleger öffnet sich damit eine zweite Perspektive auf den KI-Boom. Denn hinter Nvidia-Chips und Milliardeninvestitionen in Rechenzentren wächst der Bedarf an effizienter Wasserinfrastruktur. Genau zu diesem Zeitpunkt meldet der australische Wasser- und Abwasserspezialist De.mem (ISIN: AU000000DEM4) Rekordzahlen: Der Halbjahresumsatz steigt um 26 Prozent, die Zahlungseingänge um 28 Prozent - und das bereinigte EBITDA legt um 185 Prozent zu.
Der KI-Boom bekommt ein Wasserproblem
Rechenzentren benötigen enorme Mengen Energie, doch die zunehmende Leistungsdichte moderner Server macht auch die Kühlung immer anspruchsvoller. Wasser kann dabei eine zentrale Rolle spielen. NEXTDC beschreibt Wasser selbst als wichtigen Bestandteil seiner Kühlsysteme. Im Geschäftsjahr 2025 verbrauchte das Unternehmen rund 773 Millionen Liter Wasser. Der durchschnittliche Water Usage Effectiveness-Wert, kurz WUE, lag bei 2,25 Litern je Kilowattstunde. Damals war der Wasserverbrauch gegenüber dem Vorjahr bereits um zehn Prozent gestiegen.
Nun zeigen die aktuellen Zahlen eine weitere Verschärfung. Reuters berichtet am 28. August, dass NEXTDCs WUE im Geschäftsjahr 2026 auf 2,40 Liter je Kilowattstunde gestiegen ist. Das Unternehmen verweist unter anderem auf neue Rechenzentrumskapazitäten, bei denen Kühlsysteme bereits laufen, bevor die gesamte IT-Leistung installiert ist, sowie auf festgestellte Leckagen und Unregelmäßigkeiten bei Messdaten. Gleichzeitig wächst NEXTDC operativ kräftig: Der Umsatz legte um 16 Prozent zu, das Unternehmen erzielte einen Gewinn von 82,1 Mio. AUD und das bereinigte EBITDA stieg um 15 Prozent auf 248,8 Mio. AUD. Die Zahlen zeigen damit beide Seiten des Rechenzentrumsbooms: starkes Wachstum - aber gleichzeitig steigender Ressourcenbedarf.
Australien will beim Trinkwasser die Regeln verschärfen
Das Thema erreicht deshalb inzwischen die Politik. Australiens Wasserminister haben im August über nationale Mindeststandards für Rechenzentren beraten. Die Bundesregierung will vermeiden, dass neue Anlagen große Mengen hochwertigen Trinkwassers zur Kühlung verbrauchen und dadurch mit Haushalten, Landwirtschaft und anderen Industrien um knappe Ressourcen konkurrieren. Im Mittelpunkt stehen geringerer Wasserverbrauch sowie die stärkere Nutzung von Recyclingwasser und anderen Nicht-Trinkwasserquellen. Umwelt- und Wasserminister Murray Watt erklärte ausdrücklich, Australien wolle Investitionen in Rechenzentren ermöglichen, gleichzeitig aber die Risiken für die Wasserversorgung begrenzen. Die Dimension könnte erheblich werden. Regierungsunterlagen gehen davon aus, dass australische Rechenzentren derzeit rund 5,5 Milliarden Liter Wasser jährlich verbrauchen. Bis 2030 könnte der Bedarf auf rund 17 Milliarden Liter steigen - also auf mehr als das Dreifache. Als Treiber werden ausdrücklich der wachsende Energiebedarf und der zunehmende Einsatz von GPUs für KI-Anwendungen genannt.
Nvidia & Co. verändern damit auch den Wassermarkt
Für Anleger ist das deshalb interessant, weil der KI-Infrastrukturboom meist über Halbleiter, Stromnetze und Rechenzentren diskutiert wird. Doch immer leistungsfähigere GPUs erzeugen große Mengen Wärme. Je dichter Rechenleistung auf einzelnen Standorten konzentriert wird, desto anspruchsvoller werden Kühlung und Ressourcenmanagement. Dadurch entsteht neben dem offensichtlichen Markt für Chips und Strominfrastruktur ein weiterer Markt für Wasseraufbereitung, Wiederverwendung und effizientes Wassermanagement. Für Unternehmen wie De.mem ist diese Entwicklung grundsätzlich interessant. Das Unternehmen entwickelt und betreibt dezentrale Wasser- und Abwasseraufbereitungssysteme und liefert Membranen, Filter, Pumpen, Verbrauchsmaterialien, Spezialchemikalien sowie Wartungs- und Servicedienstleistungen. De.mem ist nach derzeit verfügbaren Informationen nicht an NEXTDC-Projekten beteiligt, und aus dem Wachstum der Rechenzentrumsindustrie lässt sich kein konkreter Auftrag ableiten. Die Entwicklung zeigt aber, dass effizientes Wassermanagement in einem der derzeit am schnellsten wachsenden Infrastrukturmärkte zunehmend zum wirtschaftlichen und regulatorischen Thema wird.
De.mem setzt selbst auf neue industrielle Wachstumsmärkte
Das Geschäftsmodell von De.mem ist dabei nicht auf einen einzelnen Sektor angewiesen. Die Gruppe bedient Kunden aus Bergbau, Lebensmittelindustrie, Industrieproduktion und kommunalen beziehungsweise gewerblichen Anwendungen. Dabei geht es nicht ausschließlich um den Verkauf neuer Wasseraufbereitungsanlagen. Ein wesentlicher Teil des Geschäfts entsteht anschließend durch Betrieb und Wartung, Membranersatz, Verbrauchsmaterialien und Chemikalien. Diese Struktur ist für Anleger interessant, weil daraus wiederkehrende Umsätze entstehen. Rund 90 Prozent der Zahlungseingänge im ersten Halbjahr 2026 kamen aus wiederkehrenden Bereichen. Dazu gehören langfristige Build-Own-Operate- und Operations-&-Maintenance-Verträge, regelmäßige Wartungsarbeiten sowie Membranen, Spezialchemikalien, Pumpen und Verbrauchsmaterialien.
De.mem meldet 17,6 Millionen AUD Rekordumsatz
Und genau dieses Geschäftsmodell liefert aktuell die stärksten Zahlen der Unternehmensgeschichte. Am 27. August meldete De.mem für das erste Halbjahr 2026 einen Rekordumsatz von 17,6 Mio. AUD. Gegenüber 14,0 Mio. AUD im entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht das einem Wachstum von 26 Prozent. Die Zahlungseingänge stiegen sogar um 28 Prozent auf den neuen Halbjahresrekord von 20,0 Mio. AUD. Die Bruttomarge blieb mit 41 Prozent auf hohem Niveau. Besonders auffällig ist die Ergebnisentwicklung. Das bereinigte EBITDA sprang von 556.000 AUD auf 1,582 Mio. AUD. Das entspricht einem Plus von 185 Prozent - beziehungsweise nahezu einer Verdreifachung innerhalb eines Jahres. Damit hat De.mem allein in den ersten sechs Monaten 2026 ungefähr so viel bereinigtes EBITDA erwirtschaftet wie im gesamten Kalenderjahr 2025.
Aus Wachstum wird zunehmend Cashflow
Auch beim Cashflow wird die operative Entwicklung sichtbar. Im ersten Halbjahr erwirtschaftete De.mem einen positiven operativen Cashflow von 928.000 AUD. Im gesamten Kalenderjahr 2025 waren es 318.000 AUD gewesen. Damit hat das Unternehmen innerhalb von sechs Monaten fast dreimal so viel operativen Cashflow erzielt wie im gesamten Vorjahr. Zum 30. Juni verfügte De.mem über liquide Mittel und Term Deposits von insgesamt rund 4,3 Mio. AUD. Bei der Profitabilität steht das Unternehmen trotzdem noch am Anfang. Erst 2025 erreichte De.mem erstmals über ein vollständiges Kalenderjahr ein positives bereinigtes EBITDA. Die positive Ergebnishistorie ist damit noch vergleichsweise kurz. Der starke Anstieg im ersten Halbjahr 2026 liefert allerdings einen weiteren Hinweis darauf, dass mit zunehmender Größe operative Skaleneffekte entstehen könnten.
29 Quartale Wachstum in Folge
Bemerkenswert ist zudem die Kontinuität. De.mem hat mittlerweile 29 Quartale in Folge höhere Zahlungseingänge erzielt als im jeweiligen Vorjahresquartal. Seit 2019 sind die Cash Receipts nach Angaben des Unternehmens mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 24 Prozent gestiegen. Damit basiert die aktuelle Rekordmeldung nicht lediglich auf einem einzelnen starken Halbjahr. Ein wichtiger Wachstumstreiber ist Western Australia. Das Geschäft dort steuert mittlerweile rund 49 Prozent des gesamten Konzernumsatzes bei. Dazu gehören De.mem-Capic, Auswater Systems und die Ende 2025 übernommene Core Chemicals. Seit Abschluss der Core-Chemicals-Akquisition wurden laut De.mem bereits neue Kunden gewonnen, während weitere Angebote für potenzielle Neukunden laufen.
Auch Deutschland erreicht einen Rekord
Gleichzeitig verbreitert sich das Wachstum geografisch. Die deutsche Tochter De.mem-Geutec GmbH erzielte im ersten Halbjahr mit rund 2,5 Mio. AUD ebenfalls einen Rekordumsatz. Treiber waren unter anderem Service- und Chemikaliengeschäft sowie ein Ende 2025 gewonnener Auftrag für eine Abwasseraufbereitungsanlage. Damit hängt die Entwicklung nicht ausschließlich vom australischen Bergbausektor ab.Zusätzlich arbeitet De.mem an einem neuen Markt für Haushaltswasserfilter. In Singapur wurde bereits ein erster Auftrag gewonnen, dessen jährliches Umsatzpotenzial das Unternehmen auf rund 100.000 AUD beziffert. Für Australien läuft die WaterMark-Zertifizierung der Produkte, deren Abschluss De.mem noch 2026 erwartet.
Vom Bergbau bis zur KI: Wasser wird zur strategischen Infrastruktur
Für De.mem könnte gerade die Breite dieser Entwicklung interessant werden. In den vergangenen Jahren wurde der steigende Wasserbedarf vor allem im Bergbau und in der Industrie diskutiert. Nun rückt mit Rechenzentren ein völlig neuer Großverbraucher in den Fokus. Australiens Regierung rechnet damit, dass sich deren Wasserverbrauch bis 2030 mehr als verdreifachen könnte. Gleichzeitig sollen neue Regeln die Betreiber dazu bringen, effizienter mit Trinkwasser umzugehen und stärker auf alternative beziehungsweise recycelte Wasserquellen zu setzen.
Das bedeutet nicht, dass De.mem automatisch zum Gewinner des KI-Booms wird. Das Unternehmen muss konkrete Aufträge gewinnen und konkurriert mit zahlreichen internationalen Anbietern. Gerade größere Rechenzentrumsprojekte verfügen zudem über komplexe technische Anforderungen und etablierte Zulieferketten. Für Anleger ist deshalb weniger eine vermeintliche direkte Verbindung zu fuehrenden Entwicklern und Betreibern von Datenzentren wie z.B. NEXTDC entscheidend als der strukturelle Trend: Wasseraufbereitung und Wiederverwendung werden in immer mehr Wachstumsindustrien zu einem kritischen Infrastrukturthema.
Fazit: Rekordzahlen treffen auf einen neuen Milliarden-Infrastrukturtrend
Der KI-Boom verändert die Infrastruktur weit über Nvidia-Chips und Stromnetze hinaus. NEXTDCs aktuelle Zahlen zeigen, dass mit der wachsenden Rechenzentrumskapazität auch das Wassermanagement anspruchsvoller wird. Gleichzeitig diskutiert Australien neue Standards, die den Trinkwasserverbrauch begrenzen und Recyclingwasser stärker in den Mittelpunkt rücken sollen. Wenn der Wasserbedarf australischer Rechenzentren tatsächlich von derzeit rund 5,5 auf 17 Milliarden Liter jährlich steigt, könnte daraus ein zusätzlicher Markt für effiziente Wasserlösungen entstehen.
De.mem (ISIN: AU000000DEM4) steht bei dieser Entwicklung nicht automatisch auf der Gewinnerseite und ein konkreter Auftrag von führenden Betreibern von Datenzentren wie z. B. NEXTDC ist bislang nicht bekannt. Doch das Unternehmen trifft mit seinem Geschäftsmodell auf einen Markt, in dem Wasser zunehmend zur strategischen Infrastruktur wird. Gleichzeitig sind die eigenen Zahlen so stark wie nie zuvor: 26 Prozent Umsatzwachstum, 28 Prozent höhere Zahlungseingänge, 185 Prozent EBITDA-Wachstum und 29 Wachstumsquartale in Folge. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet De.mem erneut Rekordergebnisse. Damit bekommt die Investmentstory eine neue Qualität: Nicht nur der adressierbare Wassermarkt wächst - De.mem beginnt gleichzeitig, dieses Wachstum stärker in Profitabilität und Cashflow zu übersetzen.
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De.mem
ISIN: AU000000DEM4
https://www.demembranes.com
Land: Australien
Quellen:
De.mem Ltd.: Rekordergebnisse für das erste Halbjahr, 27. August 2026
https://www.boerse.de/nachrichten/IRW-News-Demem-Ltd-Rekordergebnisse-fuer-das-erste-Halbjahr/38553103
NEXTDC - Financial Reports / FY26 Results
https://www.nextdc.com/investor-centre/financial-reports
NEXTDC - FY25 Environmental, Social and Governance Report
https://nextdc.com/hubfs/ASX%20Announcements/FY25%20Environmental%2C%20Social%20and%20Governance%20Report.pdf
Reuters - Australia data centre firm NextDC reports rising water, energy use with profit beat, 28. August 2026
https://www.reuters.com/business/energy/australia-data-centre-firm-nextdc-reports-rising-water-energy-use-with-profit-2026-08-28
Australian Government - Interview with Environment and Water Minister Murray Watt on proposed water standards for data centres, 14. August 2026
https://minister.dcceew.gov.au/watt/transcripts/interview-patricia-karvelas-abc-afternoon-briefing-6
Australian Government - Interview with Environment and Water Minister Murray Watt on data centre water use, 14. August 2026
https://minister.dcceew.gov.au/watt/transcripts/interview-tom-connell-news-24-afternoon-agenda
Australian Government - Data Centres as Enabling Infrastructure
https://www.dcceew.gov.au/sites/default/files/documents/82403.pdf
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