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China dominiert weite Teile der globalen Lieferketten für Seltene Erden. Gleichzeitig versuchen westliche Staaten, neue Bezugsquellen für jene Rohstoffe aufzubauen, die für Permanentmagnete, Verteidigung, Energietechnik und Hightech-Anwendungen benötigt werden. Doch dabei gibt es ein strukturelles Problem: Große, hochgradige Lagerstätten außerhalb Chinas lassen sich nicht kurzfristig schaffen.
Genau deshalb sind etablierte Produzenten wie Lynas Rare Earths (ISIN: AU000000LYC6) und MP Materials (ISIN: US5533681012) zu strategisch wichtigen Unternehmen geworden. Ihre Minen Mt Weld in Australien und Mountain Pass in den USA gehören zu den bedeutendsten Hartgesteinsprojekten für Seltene Erden außerhalb Chinas.
Für Anleger stellt sich damit zunehmend eine zweite Frage: Wo könnten die nächsten Projekte dieser Größenordnung entstehen?
111,2 Millionen Tonnen verändern den Vergleich
Eine mögliche Antwort kommt aus Brasilien. St George Mining (ISIN: AU000000SGQ8) hat die Mineralressource seines Araxá-Projekts im August um 57 Prozent auf 111,2 Millionen Tonnen erhöht. Die Ressource weist durchschnittlich 3,57 Prozent Total Rare Earth Oxides (TREO) und 0,57 Prozent Niobpentoxid (Nb2O5) auf.
Doch im Gespräch mit Executive Chairman John Prineas wird deutlich, warum für die weitere Entwicklung eine andere Zahl möglicherweise noch wichtiger ist.
Die höher eingestuften Kategorien "Measured & Indicated" (M&I) stiegen um 155 Prozent auf 75,2 Millionen Tonnen mit 3,64 Prozent TREO und 0,58 Prozent Nb2O5. Damit befinden sich inzwischen rund 68 Prozent der Ressource in diesen Kategorien. Diese höhere Ressourcensicherheit ist entscheidend, weil gerade diese Tonnen die Grundlage für weitere Minenplanung und Wirtschaftlichkeitsstudien bilden können.
Prineas bringt die Bedeutung im Interview auf den Punkt: "That's the stuff that we can convert to reserves. That's the stuff that will be mining and will underpin our economic studies." Eine Ressource allein macht schließlich noch keine wirtschaftliche Mine. Entscheidend ist, wie viel davon mit ausreichender Sicherheit modelliert wurde und später in Reserven überführt werden kann.
Der Vergleich mit Lynas und MP Materials
Besonders interessant wird Araxá durch den Vergleich mit den beiden großen westlichen Produzenten. Nach den von St George veröffentlichten Vergleichsdaten enthält Araxá innerhalb der M&I-Kategorie inzwischen mehr NdPr-Oxid als jeweils Mt Weld von Lynas und Mountain Pass von MP Materials. Die August-Präsentation stellt Araxá mit rund 522.000 Tonnen enthaltenem NdPr in der M&I-Ressource dar.
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass St George bereits mit Lynas oder MP Materials gleichzusetzen wäre. Beide Vergleichsunternehmen produzieren, während sich Araxá noch in der Entwicklungs- und Studienphase befindet. Der Vergleich zeigt vielmehr, welche Größenordnung die bislang definierte Rohstoffbasis inzwischen erreicht hat.
Hinzu kommt ein zweiter Rohstoff: Niob. Araxá liegt im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais direkt neben den Aktivitäten von CBMM, dem dominierenden Niob-Produzenten der Welt. Der Standort befindet sich damit in einem etablierten Bergbaudistrikt mit vorhandener Infrastruktur, Stromversorgung und qualifizierten Arbeitskräften.
Hochgradige Zonen könnten für die ersten Minenjahre wichtig werden
Größe allein entscheidet allerdings nicht über die Wirtschaftlichkeit. Deshalb könnte ein weiterer Aspekt der Ressource für die anstehenden Studien besonders relevant werden: die hochgradigen Bereiche.
MST Access verweist auf eine höhergradige Teilmenge mit rund 830.000 Tonnen enthaltenem TREO bei Gehalten oberhalb von 6,29 Prozent sowie 120.000 Tonnen Nb2O5 oberhalb von 0,90 Prozent. Im Interview erklärte Prineas, dass St George solche Zonen bei der künftigen Minenplanung berücksichtigen will.
Sollten sich höhergradige Bereiche gezielt früh abbauen lassen, könnte dies grundsätzlich Auswirkungen auf das Produktionsprofil und die potenzielle Wirtschaftlichkeit der ersten Betriebsjahre haben. Ob und in welchem Umfang dieser Effekt tatsächlich realisiert werden kann, müssen jedoch erst die Minenplanung und Wirtschaftlichkeitsstudien zeigen.
Und East Araxá fehlt noch
Bemerkenswert ist zudem, was in den 111,2 Millionen Tonnen noch nicht enthalten ist. Rund einen Kilometer östlich der Hauptlagerstätte arbeitet St George mit fünf Diamantbohrgeräten an East Araxá. Eine erste Ressourcenschätzung ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.
Prineas sprach im Interview von der Möglichkeit, dass East Araxá eine Größenordnung von rund 20 Prozent der derzeitigen Ressource erreichen könnte. Das ist allerdings ausdrücklich eine Einschätzung des Unternehmens und noch keine definierte Mineralressource. Erst die laufenden Bohrungen und eine formelle Ressourcenschätzung können zeigen, wie groß und hochgradig East Araxá tatsächlich ist.
Interessant ist dabei auch die Zusammensetzung: Laut Prineas deuten die bisherigen Arbeiten bei East Araxá auf einen höheren Anteil schwerer Seltener Erden hin. Auch dieser Punkt muss durch weitere Arbeiten konkretisiert werden.
Fazit
Der Wettbewerb um Seltene Erden außerhalb Chinas macht große neue Lagerstätten strategisch interessant - aber für Investoren zählt nicht allein die Zahl der Tonnen. Entscheidend ist, ob aus einer Ressource ein technisch und wirtschaftlich belastbares Minenprojekt entstehen kann. Genau an diesem Übergang befindet sich St George Mining jetzt. Mit 111,2 Millionen Tonnen Gesamtressource und 75,2 Millionen Tonnen in den höher eingestuften M&I-Kategorien hat Araxá eine Größenordnung erreicht, die Vergleiche mit Mt Weld und Mountain Pass nachvollziehbar macht. Die Nähe zum weltgrößten Niob-Distrikt und die hochgradigen Zonen erhöhen die strategische Relevanz zusätzlich. Doch St George produziert noch nicht. Minenplanung, Metallurgie, Wirtschaftlichkeitsstudien, Genehmigungen und später Finanzierung müssen das Potenzial erst bestätigen. Hinzu kommt East Araxá, dessen erste Ressource noch aussteht. Für Anleger wird deshalb weniger entscheidend sein, ob Araxá noch größer wird - sondern ob St George diese außergewöhnlich große Rohstoffbasis Schritt für Schritt in ein wirtschaftlich tragfähiges Projekt übersetzen kann.
Quellen
https://small-microcap.eu/st-george-mining-interview-mit-john-prineas-executive-chairman-s1e1/
https://www.stgm.com.au/
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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
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