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Seltene Erden werden zum strategischen Machtfaktor zwischen China und dem Westen - und Australien rückt immer stärker ins Zentrum. Wie viel Geld inzwischen in diesem Markt steckt, zeigen die neuen Rekordzahlen von Lynas Rare Earths (ISIN: AU000000LYC6). Australiens führender Produzent steigerte seinen Jahresumsatz um 76 Prozent auf 977,9 Mio. AUD und den Nettogewinn von 8,0 auf 222,4 Mio. AUD. Gleichzeitig baut Lynas seine Rolle in einer von China unabhängigen Lieferkette für die USA aus. Australien und die Vereinigten Staaten unterstützen parallel Milliardeninvestitionen in neue Minen und Verarbeitungsanlagen für kritische Rohstoffe. Für De.mem (ISIN: AU000000DEM4) könnte diese Entwicklung interessant werden: Der Spezialist für dezentrale Wasser- und Abwasseraufbereitung erwirtschaftet inzwischen fast die Hälfte seines Umsatzes in Western Australia - und meldete gerade selbst Rekordzahlen.
Lynas steigert Umsatz um 76 Prozent auf Rekordniveau
Die am 26. August veröffentlichten Lynas-Zahlen zeigen, wie stark sich der Markt für Seltene Erden verändert hat. Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2026 von 556,5 auf 977,9 Mio. AUD. Das EBITDA sprang von 101,2 auf 386,0 Mio. AUD, während der Nettogewinn nach Steuern von 8,0 auf 222,4 Mio. AUD zulegte. Unterstützt wurde die Entwicklung sowohl durch höhere Verkaufsmengen als auch durch kräftig gestiegene Preise. Lynas erzielte mit durchschnittlich 80,70 AUD je Kilogramm Seltene-Erden-Oxid den höchsten durchschnittlichen Verkaufspreis seiner Geschichte. Die Verkaufsmenge von Neodym-Praseodym, kurz NdPr, erhöhte sich um zwölf Prozent auf 7.337 Tonnen. Insgesamt verkaufte Lynas 12.122 Tonnen Seltene-Erden-Oxide, elf Prozent mehr als im Vorjahr.
Die USA wollen eine Lieferkette außerhalb Chinas
Hinter den steigenden Preisen steckt mehr als ein gewöhnlicher Rohstoffzyklus. Seltene Erden werden für Permanentmagnete benötigt, die unter anderem in Elektrofahrzeugen, Windkraftanlagen, Robotik sowie zahlreichen Verteidigungs- und Hightech-Anwendungen zum Einsatz kommen. Gerade die Abhängigkeit von China ist deshalb zu einem strategischen Problem für die USA und ihre Verbündeten geworden. Reuters berichtete nach Vorlage der Lynas-Zahlen, dass das Unternehmen seine internationale Lieferkette weiter ausbauen und die Entstehung einer Magnet-Lieferkette in den Vereinigten Staaten unterstützen will. Lynas profitiert dabei bereits von Mindestpreisvereinbarungen mit japanischen und amerikanischen Abnehmern. Gleichzeitig sucht das Unternehmen weltweit nach zusätzlichen Rohstoffquellen, um seine Produktion weiter auszubauen.
Die Preisentwicklung unterstreicht die Dynamik. Laut Lynas stieg der chinesische Inlandspreis für NdPr ohne Mehrwertsteuer von 55,0 US-Dollar je Kilogramm im Juni 2025 auf 100,8 US-Dollar im Juni 2026. Lynas selbst verweist neben der Marktnachfrage ausdrücklich auf staatlich unterstützte Mindestpreisvereinbarungen. Damit verändert sich der Markt: Nicht mehr ausschließlich der günstigste Rohstoffpreis entscheidet. Versorgungssicherheit bekommt einen eigenen wirtschaftlichen Wert.
Australien und USA mobilisieren Milliarden
Australien wird dadurch zu einem Schlüsselpartner Washingtons. Bereits im Oktober 2025 unterzeichneten Premierminister Anthony Albanese und US-Präsident Donald Trump ein bilaterales Rahmenabkommen zur Sicherung der Versorgung mit kritischen Mineralien und Seltenen Erden. Beide Länder sagten damals jeweils mindestens eine Milliarde US-Dollar für eine Projektpipeline im Volumen von 8,5 Mrd. US-Dollar zu.
Inzwischen geht die Zusammenarbeit weiter. Beim ersten gemeinsamen Mining, Minerals and Metals Investment Ministerial erklärten Australien und die USA im März 2026, innerhalb von sechs Monaten jeweils Maßnahmen für mindestens eine Milliarde US-Dollar Finanzierung wichtiger Rohstoffprojekte ergriffen zu haben. Die australische Regierung bezifferte die Unterstützung für Projekte zur Diversifizierung kritischer Lieferketten auf 1,4 Mrd. US-Dollar aus Australien und 2,2 Mrd. US-Dollar aus den USA. Zu den unterstützten Vorhaben gehören Projekte für Seltene Erden, Gallium, Nickel, Graphit, Wolfram und weitere strategische Rohstoffe.
Western Australia steht im Zentrum des Rohstoffumbaus
Für De.mem ist dabei vor allem die geografische Entwicklung relevant. Western Australia gehört zu den wichtigsten Bergbauregionen der Welt und spielt auch beim Aufbau neuer kritischer Rohstoffketten eine zentrale Rolle. Lynas betreibt dort seine Mount-Weld-Mine und die Verarbeitungsanlage in Kalgoorlie. Gleichzeitig werden weitere Projekte in Western Australia durch die australisch-amerikanische Rohstoffstrategie unterstützt.
Erst am 24. August erfolgte beispielsweise der offizielle Spatenstich für das neue Galliumprojekt von Alcoa und Sojitz an der Wagerup-Aluminiumoxidraffinerie in Western Australia. Australien, Japan und die USA unterstützen das Vorhaben. Die geplante Kapazität liegt bei rund 100 Tonnen Gallium pro Jahr und könnte nach Angaben der australischen Regierung etwa zehn Prozent der weltweiten Nachfrage abdecken. Der Aufbau westlicher Rohstoffketten beschränkt sich damit längst nicht mehr auf Minen. Auch Verarbeitung und Raffination sollen stärker nach Australien beziehungsweise in verbündete Staaten verlagert werden.
Warum davon auch der Wassermarkt betroffen ist
Genau an diesem Punkt entsteht die Verbindung zu De.mem. Neue Minen, Raffinerien und Aufbereitungsanlagen brauchen nicht nur Kapital und Energie. Wasser muss bereitgestellt, aufbereitet, wiederverwendet und Abwasser behandelt werden. Je mehr Verarbeitungsschritte Australien im eigenen Land ansiedelt, desto größer wird grundsätzlich auch der Bedarf an industrieller Wasserinfrastruktur.
De.mem ist kein Produzent Seltener Erden und es besteht keine bekannte Geschäftsbeziehung zu Lynas. Das Unternehmen entwickelt und betreibt jedoch dezentrale Wasser- und Abwasseraufbereitungsanlagen für industrielle Kunden, darunter Unternehmen aus dem Bergbau. Hinzu kommen Wartungsleistungen, Membranen, Filter, Pumpen, Verbrauchsmaterialien und Spezialchemikalien. Damit adressiert De.mem einen Teil der Infrastruktur, die mit dem Ausbau rohstoffintensiver Industrien benötigt wird.
Fast jeder zweite Umsatzdollar kommt bereits aus Western Australia
Dass diese Verbindung nicht ausschließlich theoretisch ist, zeigen De.mems neue Halbjahreszahlen. Das Geschäft in Western Australia steuerte im ersten Halbjahr 2026 bereits rund 49 Prozent des gesamten Konzernumsatzes bei. Zu diesem Segment gehören De.mem-Capic, Auswater Systems sowie die Ende Oktober 2025 übernommene Core Chemicals.
Gerade die Core-Chemicals-Übernahme verbreitert De.mems Position im Rohstoffsektor. Das Unternehmen liefert Spezialchemikalien an Goldminen und ergänzt damit das bestehende Wasseraufbereitungs- und Servicegeschäft. De.mem meldete mit den Halbjahreszahlen zudem, seit Abschluss der Übernahme bereits neue Kunden gewonnen zu haben. Gleichzeitig werden weitere potenzielle Neukunden angesprochen. Die Strategie dahinter ist Cross-Selling: Ein größerer Kundenstamm soll mehrere Produkte und Dienstleistungen aus der De.mem-Gruppe beziehen.
De.mem meldet selbst Rekordzahlen
Der Zeitpunkt des australischen Rohstoffbooms trifft bei De.mem auf eine deutlich verbesserte operative Entwicklung. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz um 26 Prozent auf den Rekordwert von 17,6 Mio. AUD. Die Zahlungseingänge erhöhten sich sogar um 28 Prozent auf 20,0 Mio. AUD. Gleichzeitig lag die Bruttomarge bei 41 Prozent.
Besonders deutlich fiel der Sprung beim Ergebnis aus. Das bereinigte EBITDA erhöhte sich von 556.000 AUD im ersten Halbjahr 2025 auf 1,582 Mio. AUD. Das entspricht einem Wachstum von 185 Prozent. Bemerkenswert ist dabei der Vergleich mit dem Vorjahr: De.mem erwirtschaftete in den ersten sechs Monaten 2026 bereits ungefähr so viel bereinigtes EBITDA wie im gesamten Kalenderjahr 2025.
Aus Wachstum wird zunehmend Cashflow
Auch der operative Cashflow verbessert sich. De.mem erreichte im ersten Halbjahr einen positiven operativen Cashflow von 928.000 AUD. Im gesamten Kalenderjahr 2025 waren es 318.000 AUD gewesen. Zum 30. Juni verfügte das Unternehmen über rund 4,3 Mio. AUD an Cash und Term Deposits.
Bei der Profitabilität steht De.mem dennoch erst am Anfang. 2025 war das erste vollständige Kalenderjahr mit positivem bereinigtem EBITDA. Die positive Ergebnishistorie ist entsprechend noch kurz. Das erste Halbjahr 2026 zeigt allerdings, dass das Umsatzwachstum inzwischen deutlich stärker auf EBITDA und operativen Cashflow durchschlägt.
90 Prozent wiederkehrende Erlöse machen den Unterschied
Ein wichtiger Faktor ist das Geschäftsmodell. Rund 90 Prozent der Zahlungseingänge im ersten Halbjahr stammten aus wiederkehrenden Bereichen. Dazu zählen Build-Own-Operate- sowie Operations-&-Maintenance-Verträge, regelmäßige Wartungsarbeiten, Membranersatz, Spezialchemikalien, Pumpen, Services und Verbrauchsmaterialien.
Das unterscheidet De.mem von klassischen Projektentwicklern. Eine einmal installierte Wasseraufbereitungsanlage kann Folgegeschäft durch Betrieb, Wartung, Ersatzteile und Verbrauchsmaterialien erzeugen. Gerade bei einem langfristigen Ausbau der australischen Rohstoffverarbeitung könnte eine solche wiederkehrende Umsatzstruktur interessant sein.
29 Quartale Wachstum in Folge
Die Entwicklung ist zudem nicht erst mit den jüngsten Übernahmen entstanden. De.mem meldet mittlerweile 29 Quartale in Folge, in denen die Zahlungseingänge über dem entsprechenden Vorjahresquartal lagen. Seit 2019 sind die Cash Receipts nach Unternehmensangaben mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 24 Prozent gestiegen.
Parallel verbreitert sich das Geschäft geografisch. Die deutsche Tochter De.mem-Geutec erzielte im ersten Halbjahr 2026 mit rund 2,5 Mio. AUD ebenfalls einen Rekordumsatz. Damit hängt die Investmentstory nicht ausschließlich am australischen Bergbausektor.
Lynas zeigt, wie schnell sich ein strategischer Markt verändern kann
Der Blick auf Lynas verdeutlicht dennoch, welches wirtschaftliche Momentum aktuell im Bereich kritischer Rohstoffe entsteht. Ein Umsatzsprung von 76 Prozent auf knapp eine Milliarde AUD und ein Anstieg des Nettogewinns auf 222,4 Mio. AUD zeigen, wie stark höhere Preise, wachsende Nachfrage und staatlich abgesicherte Lieferketten zusammenspielen können. Gleichzeitig kündigt Lynas an, seine globale Rohstoffbasis zu verbreitern und beim Aufbau einer amerikanischen Magnet-Lieferkette mitzuwirken.
Für De.mem lässt sich daraus kein automatischer Auftrag ableiten. Das wäre zu weit gegriffen. Entscheidend ist vielmehr der zweite Effekt: Wenn Australien und seine Partner Milliarden in zusätzliche Minen, Verarbeitungskapazitäten und Raffinerien investieren, wächst auch die dafür notwendige industrielle Infrastruktur. Wasseraufbereitung und Abwassermanagement gehören dazu.
Fazit: Der Rohstoffboom bekommt eine zweite Ebene
Der Kampf um Seltene Erden wird zunehmend mit Milliardeninvestitionen, staatlichen Finanzierungen und langfristigen Abnahmevereinbarungen geführt. Lynas Rare Earths liefert mit 977,9 Mio. AUD Rekordumsatz, einem Rekordverkaufspreis und 222,4 Mio. AUD Nettogewinn ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie stark der Markt inzwischen geworden ist. Die USA und Australien treiben gleichzeitig den Aufbau einer von China unabhängigen Lieferkette voran.
Für De.mem (ISIN: AU000000DEM4) liegt die Chance eine Ebene darunter. Das Unternehmen muss keine Seltenen Erden fördern, um vom Ausbau der australischen Rohstoffindustrie profitieren zu können. Neue Minen und insbesondere zusätzliche Verarbeitungsanlagen benötigen Wasser-, Abwasser- und Prozesslösungen. Dass De.mem bereits rund 49 Prozent seines Umsatzes in Western Australia erzielt, macht diese Entwicklung besonders relevant. Gleichzeitig liefert das Unternehmen mit 26 Prozent Umsatzwachstum, 185 Prozent EBITDA-Wachstum und 29 Wachstumsquartalen in Folge zunehmend eigene operative Argumente. Sollten die Milliardeninvestitionen in Australiens kritische Rohstoffindustrie tatsächlich die angekündigte neue Projektwelle auslösen, könnte De.mem als Infrastruktur- und Serviceanbieter zu den Unternehmen gehören, die im Hintergrund davon profitieren.
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De.mem
ISIN: AU000000DEM4
https://www.demembranes.com
Land: Australien
Quellen:
Lynas Rare Earths - Financial Results for the Year Ending 30 June 2026, 26. August 2026
Lynas Rare Earths - FY26 Annual Report / Appendix 4E, 26. August 2026
https://lynasrareearths.com/investors-media/annual-reports
Reuters - Lynas expands global footprint, eyes new rare earths supply deals, 26. August 2026
Australian Government, Department of Industry, Science and Resources - Australia and United States advance cooperation on critical minerals and rare earths supply chains
Australian Government - United States-Australia Framework for Securing of Supply in the Mining and Processing of Critical Minerals and Rare Earths
Prime Minister of Australia - Historic critical minerals framework signed by President Trump and Prime Minister Albanese
Australian Government - Australia-US Critical Minerals Framework investing in additional projects, 13. April 2026
Australian Government - Ground broken on landmark gallium project, 24. August 2026
https://www.minister.industry.gov.au/t-ayres/media/ground-broken-landmark-gallium-project
De.mem Limited - Record Halfyear Results, 27. August 2026
Vom Unternehmen bereitgestellte ASX-Unternehmensmeldung.
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