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Australiens Lithiumsektor sendet wieder Lebenszeichen. Während Rio Tinto Limited (ISIN: AU000000RIO1) seine Mt-Cattlin-Lithiummine in Western Australia zum Verkauf gestellt haben soll und laut australischen Medien eine Bewertung von rund 300 Mio. AUD im Raum steht, meldet Liontown Limited (ISIN: AU000000LTR4) Rekordzahlen aus seiner Kathleen-Valley-Mine. Der Umsatz hat sich im Geschäftsjahr 2026 auf 639 Mio. AUD mehr als verdoppelt, der operative Cashflow erreichte 182 Mio. AUD und erstmals steht ein Jahresgewinn in den Büchern. Gleichzeitig ist der Spodumen-Spotpreis laut Liontown innerhalb eines Jahres von 630 auf 2.210 US-Dollar je Tonne gestiegen. Für De.mem (ISIN: AU000000DEM4) ist diese Entwicklung interessant: Der Wasser- und Industriespezialist erwirtschaftet inzwischen fast die Hälfte seines Umsatzes in Western Australia und hat bereits Geschäftsbeziehungen in die dortige Lithiumindustrie aufgebaut. Nach dem starken Abschwung könnte ein neuer Investitionszyklus im Batteriemetallsektor auch zu einer Belebung der Zulieferindustrie führen.
Rio Tinto testet mit Mt Cattlin die Nachfrage nach Lithiumassets
Ausgerechnet Rio Tinto bringt Bewegung in den Markt. Der Bergbauriese hat Mt Cattlin im Zuge der Übernahme von Arcadium Lithium erworben. Die Mine bei Ravensthorpe in Western Australia befindet sich nach der Schwäche des Lithiummarktes im Care-and-Maintenance-Modus. Nun berichtet "The Australian", dass Rio Tinto einen Verkaufsprozess gestartet hat. Macquarie Capital soll den Prozess begleiten, während mehrere australische Bergbauunternehmen als potenzielle Interessenten genannt werden. Im Raum steht laut dem Bericht eine Größenordnung von rund 300 Mio. AUD.
Der mögliche Verkauf sollte dabei nicht als Rückzug Rio Tintos aus Lithium missverstanden werden. Mt Cattlin ist im Maßstab des Rohstoffkonzerns ein vergleichsweise kleines Asset. Rio Tinto hat sich durch die Milliardenübernahme von Arcadium Lithium vielmehr zu einem der bedeutenden internationalen Akteure im Lithiumgeschäft entwickelt. Die mögliche Veräußerung zeigt deshalb vor allem, wie der Konzern sein neues Portfolio nach der Übernahme sortiert. Interessant für den Markt ist, ob sich nach der massiven Lithiumkorrektur Käufer finden, die bereit sind, wieder größere Summen für australische Lithiumassets auf den Tisch zu legen.
Liontown meldet 639 Millionen AUD Rekordumsatz
Gleichzeitig liefert Liontown ein deutliches Signal aus dem operativen Geschäft. Das Unternehmen meldete für das Geschäftsjahr 2026 einen Rekordumsatz von 639 Mio. AUD, nachdem im Vorjahr noch rund 298 Mio. AUD erzielt worden waren. Das bereinigte EBITDA sprang von rund 20 Mio. AUD auf 147 Mio. AUD. Noch wichtiger: Liontown erwirtschaftete 182 Mio. AUD operativen Cashflow und erzielte erstmals einen Jahresgewinn. Der ausgewiesene Nettogewinn lag bei 93 Mio. AUD, wobei Einmaleffekte enthalten waren. Der bereinigte Nettogewinn belief sich auf 14 Mio. AUD.
Hinter der Entwicklung steht nicht nur eine höhere Produktion. Liontown verweist ausdrücklich auf die Erholung der Lithiumpreise in der zweiten Jahreshälfte. Das Unternehmen beschreibt das Geschäftsjahr als zwei fundamental unterschiedliche Halbjahre: Zunächst waren die Preise schwach, anschließend drehte der Markt deutlich nach oben.
Lithiumpreis steigt laut Liontown um 251 Prozent
Wie drastisch die Bewegung ausfiel, machte das Management im aktuellen Ergebnis-Call deutlich. Zum 30. Juni 2025 lag der von Liontown genannte Spodumen-Spotpreis noch bei 630 US-Dollar je Tonne. Ein Jahr später waren es 2.210 US-Dollar je Tonne. Das entspricht einem Anstieg von rund 251 Prozent. Gleichzeitig stieg Liontowns realisierter Preis auf SC6-Basis nach Unternehmensangaben im Jahresvergleich um 75 Prozent. Damit verändert sich die wirtschaftliche Ausgangslage für Produzenten erheblich. Während des Lithium-Crashs ging es für viele Unternehmen vor allem darum, Kosten zu senken, Projekte zurückzustellen und Liquidität zu sichern. Steigende Preise erhöhen dagegen wieder die Möglichkeit, bestehende Minen hochzufahren und Erweiterungen wirtschaftlich zu rechtfertigen.
Kathleen Valley soll weiter wachsen
Genau das lässt sich bei Liontown beobachten. Kathleen Valley in Western Australia wurde inzwischen vollständig auf Untertagebetrieb umgestellt. Im Geschäftsjahr produzierte Liontown 391.992 Tonnen Spodumenkonzentrat und verschiffte 381.997 Tonnen. Die Mine befindet sich allerdings weiterhin im Hochlauf. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027 soll eine Produktionsrate von 2,8 Mio. Tonnen Erz pro Jahr erreicht werden.
Und dabei könnte es nicht bleiben. Liontown kündigt bereits die nächste Investitionsentscheidung an. Die finale Entscheidung über eine Erweiterung von Kathleen Valley soll nach aktuellem Plan im kommenden Monat fallen. Das ist für den gesamten australischen Lithiumsektor ein wichtiges Signal: Noch vor relativ kurzer Zeit dominierten Produktionskürzungen und Projektverschiebungen die Schlagzeilen. Jetzt diskutiert ein großer Produzent wieder über Expansion.
Auch PLS meldet Rekordproduktion
Liontown steht damit nicht allein. Auch die PLS Group, ehemals Pilbara Minerals, hat für das Geschäftsjahr 2026 einen neuen Produktionsrekord gemeldet. Am Pilgangoora-Projekt in Western Australia wurden 879.543 Tonnen Spodumenkonzentrat produziert. Damit übertraf das Unternehmen seine eigene Prognosespanne von 820.000 bis 870.000 Tonnen und erreichte die höchste Jahresproduktion seit Aufnahme des Betriebs im Jahr 2018. Gleichzeitig wurde der Wiederanlauf des Ngungaju-Betriebs genehmigt. Damit verdichten sich die Signale: Liontown steigert die Produktion und prüft eine Erweiterung, PLS fährt zusätzliche Kapazitäten hoch und Rio Tinto testet mit dem Verkauf von Mt Cattlin das Interesse an einem weiteren australischen Lithiumasset.
Warum ein Lithium-Comeback für De.mem interessant wird
Für De.mem entsteht die Verbindung eine Ebene unterhalb der eigentlichen Lithiumproduktion. Das Unternehmen fördert selbst keine Rohstoffe, sondern liefert Wasser- und Abwassertechnik, Spezialchemikalien sowie damit verbundene Dienstleistungen an industrielle Kunden. Der Bergbau gehört bereits seit Jahren zu den wichtigen Zielmärkten.
Besonders relevant: De.mem hat in früheren Unternehmenspräsentationen Pilbara Minerals - heute PLS Group - ausdrücklich als Kundenreferenz genannt. Damit existiert bereits ein konkreter Bezug zur australischen Lithiumindustrie. Darüber hinaus zählen beziehungsweise zählten große Rohstoffunternehmen wie Rio Tinto und South32 zu den von De.mem genannten Kunden. De.mem ist also nicht lediglich theoretisch an einen möglichen neuen Bergbauzyklus gekoppelt, sondern verfügt bereits über Referenzen aus genau diesem Industriebereich.
Lithiumminen brauchen mehr als nur Fördertechnik
Das ist deshalb relevant, weil steigende Rohstoffpreise allein noch keine Umsätze für De.mem erzeugen. Entscheidend ist, ob Bergbauunternehmen investieren. Neue Anlagen, höhere Durchsatzmengen und Erweiterungen können zusätzlichen Bedarf an Wasseraufbereitung, Pumpen, Chemikalien, Verbrauchsmaterialien sowie Betriebs- und Wartungsleistungen erzeugen. De.mem hat in der Vergangenheit bereits Spezialchemikalien an einen Kunden aus der Lithiumindustrie in Western Australia geliefert. Das Geschäftsmodell umfasst zudem dezentrale und häufig containerisierte Wasser- und Abwasseraufbereitungsanlagen, die direkt an Industriestandorten eingesetzt werden können. Hinzu kommen Operations-&-Maintenance-Leistungen sowie Build-Own-Operate-Modelle, bei denen De.mem Anlagen selbst bereitstellt und anschließend betreibt.
Western Australia macht bereits 49 Prozent des Umsatzes aus
Ein neuer Investitionszyklus in Western Australias Rohstoffindustrie würde De.mem zudem heute stärker treffen als noch vor einigen Jahren. Im ersten Halbjahr 2026 kamen rund 49 Prozent des gesamten Konzernumsatzes aus dem Geschäft in Western Australia. Dazu gehören De.mem-Capic, Auswater Systems und die Ende 2025 übernommene Core Chemicals. Gerade durch diese Übernahmen hat De.mem seine Präsenz in der Region kontinuierlich ausgebaut. Core Chemicals steuerte im ersten Halbjahr bereits rund 2,4 Mio. AUD Umsatz bei. Nach Angaben des Unternehmens entspricht das ungefähr 20 Prozent Wachstum gegenüber dem Umsatzniveau vor der Übernahme. Core Chemicals konzentriert sich zwar insbesondere auf Prozesschemikalien für Goldminen, erweitert aber insgesamt De.mems industrielle Plattform in Western Australia.
De.mem selbst wächst um 26 Prozent
Die externe Rohstoffstory trifft damit auf eine operative Entwicklung, die zuletzt deutlich an Dynamik gewonnen hat. De.mem erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordumsatz von 17,6 Mio. AUD. Gegenüber den 14,0 Mio. AUD des Vorjahres entspricht das einem Wachstum von 26 Prozent. Die Zahlungseingänge stiegen sogar um 28 Prozent auf den Rekordwert von 20,0 Mio. AUD. Gleichzeitig lag die Bruttomarge bei 41 Prozent. Besonders auffällig entwickelte sich das Ergebnis: Das bereinigte EBITDA sprang von 556.000 AUD im ersten Halbjahr 2025 auf 1,582 Mio. AUD. Das entspricht einem Plus von 185 Prozent. De.mem erwirtschaftete damit innerhalb der ersten sechs Monate 2026 ungefähr so viel bereinigtes EBITDA wie im gesamten Kalenderjahr 2025.
Auch beim Cashflow zeigt sich die zunehmende Skalierung. Der operative Cashflow erreichte im ersten Halbjahr 928.000 AUD. Zum Vergleich: Im gesamten Kalenderjahr 2025 waren es 318.000 AUD. Ende Juni verfügte De.mem über rund 4,3 Mio. AUD an Cash und Term Deposits. Bei der Profitabilität befindet sich das Unternehmen allerdings noch in einer frühen Phase. 2025 war das erste vollständige Kalenderjahr mit positivem bereinigtem EBITDA. Entsprechend kurz ist die positive Ergebnishistorie. Die Entwicklung im ersten Halbjahr 2026 zeigt jedoch, dass das Umsatzwachstum zunehmend auch bei EBITDA und operativem Cashflow ankommt.
90 Prozent wiederkehrende Umsätze stabilisieren das Geschäft mit 29 Quartalen Wachstum in Folge
Ein weiterer Faktor ist die Struktur der Erlöse. Rund 90 Prozent der Zahlungseingänge im ersten Halbjahr 2026 stammten aus wiederkehrenden Geschäftsbereichen. Dazu gehören langfristige Build-Own-Operate- und Operations-&-Maintenance-Verträge, Wartung von Wasseraufbereitungsanlagen, Membranersatz, Spezialchemikalien, Pumpen sowie Verbrauchsmaterialien. Für einen möglichen neuen Bergbauzyklus ist genau diese Struktur interessant. Ein neuer Kunde oder eine zusätzliche Anlage kann nicht nur einmaligen Projektumsatz erzeugen. Nach Installation einer Wasseraufbereitungsanlage können über Jahre weitere Umsätze mit Betrieb, Wartung, Ersatzmembranen, Chemikalien und anderen Verbrauchsmaterialien entstehen.
De.mem kann inzwischen zudem auf 29 aufeinanderfolgende Quartale mit höheren Zahlungseingängen gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal zurückblicken. Seit 2019 sind die Cash Receipts nach Unternehmensangaben mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von rund 24 Prozent gewachsen. Damit unterscheidet sich die heutige Ausgangslage deutlich von früheren Lithiumzyklen. De.mem verfügt inzwischen über eine größere Präsenz in Western Australia, ein breiteres Angebot aus Wassertechnik, Service und Chemikalien sowie einen wesentlich höheren Anteil wiederkehrender Erlöse.
Rio Tinto und Liontown liefern zwei unterschiedliche Signale
Die aktuellen Nachrichten von Rio Tinto und Liontown sind dabei aus unterschiedlichen Gründen interessant. Der mögliche Verkauf von Mt Cattlin zeigt, dass nach dem Preis-Crash wieder getestet wird, welchen Wert australische Lithiumassets am Markt erzielen können. Die genannte Bewertung von rund 300 Mio. AUD stammt allerdings aus Medienberichten und ist kein von Rio Tinto bestätigter Verkaufspreis. Ob und zu welchem Preis eine Transaktion tatsächlich zustande kommt, bleibt offen. Liontown liefert dagegen bereits operative Fakten. Rekordumsatz, 182 Mio. AUD operativer Cashflow, steigende Produktion und die bevorstehende Entscheidung über eine weitere Expansion zeigen, wie schnell sich die wirtschaftliche Situation eines Produzenten verändern kann, wenn Rohstoffpreise wieder steigen.
Fazit: Kehrt das Investitionsgeld in Australiens Lithiumsektor zurück?
Noch ist es zu früh, von einem neuen Lithiumboom zu sprechen. Die Branche kommt aus einem massiven Preisverfall, und Rohstoffmärkte können schnell wieder drehen. Doch die Signale aus Western Australia werden deutlich interessanter: Liontown meldet 639 Mio. AUD Rekordumsatz, 182 Mio. AUD operativen Cashflow und bereitet die nächste mögliche Erweiterung von Kathleen Valley vor. PLS erzielt Rekordproduktion und fährt zusätzliche Kapazitäten hoch. Gleichzeitig stellt Rio Tinto Limited laut aktueller Berichterstattung Mt Cattlin zum Verkauf - mit einer kolportierten Größenordnung von rund 300 Mio. AUD.
Für De.mem (ISIN: AU000000DEM4) entscheidet letztlich nicht der Lithiumpreis selbst, sondern was die Minenbetreiber daraus machen. Werden Produktion erweitert, stillgelegte Kapazitäten reaktiviert und neue Projekte finanziert, steigt grundsätzlich auch der Bedarf an industrieller Infrastruktur. De.mem erwirtschaftet bereits rund 49 Prozent seines Umsatzes in Western Australia, verfügt über Referenzen aus der Lithiumindustrie und meldet gleichzeitig 26 Prozent Umsatzwachstum sowie 185 Prozent Wachstum beim bereinigten EBITDA. Ein Comeback der australischen Lithiuminvestitionen wäre deshalb kein automatischer Gewinn für De.mem - könnte aber einen weiteren Wachstumsmarkt genau dort beleben, wo das Unternehmen inzwischen besonders stark vertreten ist.
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De.mem
ISIN: AU000000DEM4
https://www.demembranes.com
Land: Australien
Quellen:
Liontown - FY26 Full-Year Results, 30. August 2026
https://www.liontown.com/latest-news/fy26-full-year-results/
Liontown - Investor Centre / ASX Releases
https://www.liontown.com/investors/asx-releases/
The Australian - Mt Cattlin lithium mine sale: Develop Global among Rio Tinto suitors
https://www.theaustralian.com.au/business/dataroom/mining-rivals-circle-as-rio-tinto-puts-300m-mt-cattlin-lithium-mine-on-the-market/news-story/99f5b98dfc46eb62d5c8faa0f52b63ef
PLS Group - FY26 Annual Report / Record Pilgangoora Production
https://pls.com/investors/
De.mem - Record Halfyear Results, 27. August 2026
Vom Unternehmen bereitgestellte ASX-Unternehmensmeldung.
De.mem - Unternehmenspräsentation mit Kundenreferenzen
https://company-announcements.afr.com/asx/dem/38d7e3c6-cbf9-11ec-b413-b6c6cf6d59dd.pdf
De.mem - Quarterly Report, September 2024
https://company-announcements.afr.com/asx/dem/586a0a54-8ff7-11ef-81f6-d6aa1427518f.pdf
De.mem - Annual Report 2025
https://financialfilings.com/filings/demem-limited/annual-report/2026/42819640/
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