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Australien will im globalen Wettlauf um künstliche Intelligenz ganz vorne mitspielen - und umwirbt dafür einige der größten Namen der Technologiebranche. Regierungsvertreter haben zuletzt Gespräche mit OpenAI, Nvidia Corporation (ISIN: US67066G1040) und Anthropic geführt, um zusätzliche Investitionen in australische KI-Rechenzentren anzustoßen. Im Raum stehen langfristig bis zu 10 Gigawatt zusätzliche Rechenzentrumskapazität. Doch mit den Milliardeninvestitionen wächst ein Problem, das neben Strom und Netzanschlüssen zunehmend in den Mittelpunkt rückt: Wasser. New South Wales (NSW) hat deshalb gerade eine offizielle Überprüfung der Wasserpreise und Wasserinfrastruktur für Rechenzentren eingeleitet. Für De.mem Limited (ISIN: AU000000DEM4) könnte daraus ein interessanter Zukunftsmarkt entstehen. Das australische Unternehmen ist auf industrielle Wasser- und Abwasseraufbereitung, Recycling, Membrantechnik und langfristige Betriebsmodelle spezialisiert.
Australien wirbt um OpenAI, Nvidia und Anthropic
Der KI-Infrastrukturboom erreicht eine neue Größenordnung. Australische Regierungsvertreter haben in den USA Gespräche mit OpenAI, Nvidia und Anthropic geführt, um die internationalen KI-Konzerne für zusätzliche Rechenzentrumsinvestitionen in Australien zu gewinnen. Laut "The Australian" könnte die diskutierte zusätzliche Kapazität langfristig bis zu 10 Gigawatt erreichen. Der damit verbundene Investitionsbedarf könnte dem Bericht zufolge die Marke von 135 Mrd. AUD überschreiten. Australien versucht damit, sich als einer der großen internationalen Standorte für KI-Infrastruktur zu positionieren. Viel Land, politische Stabilität und ein wachsender Markt für erneuerbare Energien sprechen für den Standort. Doch große KI-Rechenzentren benötigen enorme Mengen an Infrastruktur. Bisher konzentriert sich die Diskussion vor allem auf Strom. Doch New South Wales macht deutlich, dass auch Wasser zu einer zentralen Standortfrage werden könnte.
NSW startet Wasserprüfung für Rechenzentren
Am 4. September hat der unabhängige Preis- und Infrastrukturregulierer IPART offiziell die geplante Überprüfung des Wasserpreis- und Regulierungsrahmens für Rechenzentren in New South Wales vorgestellt. Der Grund ist einfach: Die Server in Rechenzentren erzeugen enorme Mengen Wärme. Je nach eingesetztem Kühlsystem kann dafür Wasser benötigt werden. Mit zunehmender Größe und Leistungsdichte der Anlagen steigen entsprechend die Anforderungen an die lokale Infrastruktur. IPART soll deshalb untersuchen, welche Kosten große Rechenzentren für die Wasserversorgung verursachen und wie diese finanziert werden sollen. Besonders interessant ist dabei ein Detail: Die Behörde nennt ausdrücklich mögliche Investitionen in zusätzliche Versorgungskapazitäten und Wasserrecyclinganlagen.
Es geht also nicht mehr nur abstrakt um die Frage, wie viel Wasser KI benötigt. Die australischen Behörden beschäftigen sich inzwischen konkret damit, welche neue Infrastruktur notwendig werden könnte - und wer sie bezahlt.
Rechenzentren sollen zusätzliche Wasserkosten selbst tragen
Die politische Stoßrichtung ist dabei klar. Nach den vorläufigen Vorgaben soll geprüft werden, wie sichergestellt werden kann, dass Betreiber von Rechenzentren die anfänglichen und laufenden Kosten der für sie notwendigen Wasserdienstleistungen tragen. Bestehende Wasserverbraucher sollen nicht für zusätzliche Infrastruktur subventionieren müssen, die aufgrund neuer Großverbraucher notwendig wird. IPART untersucht deshalb unter anderem die Kosten für Netzanschlüsse, mögliche Erweiterungen bestehender Infrastruktur, zusätzliche Wasserkapazitäten, Wasserrecycling sowie Anreize für einen möglichst effizienten Wasserverbrauch.
Für die Wassertechnologiebranche könnte genau diese Entwicklung interessant werden. Wenn neue Rechenzentren nicht einfach unbegrenzt auf bestehende Trinkwassernetze zurückgreifen können, gewinnen dezentrale Aufbereitung und die Wiederverwendung von Wasser wirtschaftlich an Bedeutung.
Aus dem KI-Boom könnte ein neuer Markt für Wassertechnik entstehen
Damit verändert sich die Infrastrukturrechnung hinter künstlicher Intelligenz. Ein Rechenzentrum benötigt nicht nur Nvidia-GPUs, Server, Glasfaserleitungen und Stromanschlüsse. Die Anlagen müssen gekühlt werden und gleichzeitig immer strengere Anforderungen an Energie- und Ressourceneffizienz erfüllen. Wasserrecycling kann dabei helfen, den Bedarf an zusätzlichem Frischwasser zu reduzieren. Bereits genutztes Wasser wird aufbereitet und erneut in technischen Kreisläufen eingesetzt. Genau hier liegt grundsätzlich die Verbindung zu Unternehmen wie De.mem. Das Unternehmen entwickelt und baut dezentrale Wasser- und Abwasseraufbereitungsanlagen und bietet unter anderem Ultrafiltration, Nanofiltration, Umkehrosmose sowie weitere membranbasierte Verfahren an.
De.mem verfügt zudem über Erfahrung mit Wasserrecycling in anspruchsvollen industriellen Anwendungen. Im Elektronikbereich hat das Unternehmen Systeme entwickelt, mit denen behandeltes Abwasser wieder in Produktionsprozesse zurückgeführt werden kann.
De.mem kennt wasserintensive Hightech-Industrien bereits
Das ist ein wichtiger Unterschied zu einer rein theoretischen KI-Story. De.mem ist zwar nach derzeit verfügbaren Informationen nicht an einem Rechenzentrumsprojekt von OpenAI, Nvidia oder Anthropic beteiligt. Eine solche Geschäftsbeziehung sollte deshalb keinesfalls unterstellt werden. Die zugrunde liegenden Anforderungen an industrielle Wasseraufbereitung sind für De.mem jedoch nicht neu. Das Unternehmen bietet Lösungen für die Elektronik- und Halbleiterindustrie an. Dazu gehören die Produktion von hochreinem beziehungsweise ultrareinem Wasser sowie die Behandlung und Wiederverwendung industrieller Abwässer. Bei einem früher dokumentierten Projekt für einen Elektronikhersteller in Singapur kombinierte De.mem verschiedene Membranverfahren, um belastetes Abwasser so weit aufzubereiten, dass es wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt werden konnte. Damit besitzt De.mem Technologie und Projekterfahrung in einem Bereich, der mit zunehmender Ressourcenknappheit auch für andere digitale und industrielle Großverbraucher relevanter werden kann.
Vom Anlagenverkauf zum wiederkehrenden Umsatz
Interessant ist zudem das Geschäftsmodell. De.mem verkauft nicht ausschließlich einzelne Anlagen. Das Unternehmen bietet auch langfristige Operations-&-Maintenance-Verträge sowie Build-Own-Operate-Modelle an. Bei solchen Modellen stellt De.mem eine Anlage beim Kunden bereit und übernimmt anschließend Betrieb und Wartung. Hinzu kommen wiederkehrende Umsätze mit Membranersatz, Filterkartuschen, Spezialchemikalien, Pumpen, Wartung und Verbrauchsmaterialien. Im ersten Halbjahr 2026 stammten rund 90 Prozent der Zahlungseingänge beziehungsweise Umsätze aus wiederkehrenden Geschäftsbereichen. Sollte sich Wasserrecycling tatsächlich zu einem festen Bestandteil neuer Rechenzentrumsprojekte entwickeln, wäre deshalb nicht nur der Bau einer Anlage interessant. Betrieb und Wartung könnten über Jahre zusätzliche Erlöse erzeugen.
De.mem steigert Umsatz um 26 Prozent
Der mögliche neue Markt trifft zudem auf ein Unternehmen, das operativ zuletzt deutlich gewachsen ist. Im ersten Halbjahr 2026 erreichte De.mem einen Rekordumsatz von 17,6 Mio. AUD. Das entspricht einem Wachstum von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahlungseingänge stiegen um 28 Prozent auf 20,0 Mio. AUD. Damit verzeichnet De.mem inzwischen 29 Quartale in Folge mit höheren Cash Receipts als im jeweiligen Vorjahresquartal. Noch stärker entwickelte sich die Profitabilität. Das bereinigte EBITDA erhöhte sich von 556.000 AUD auf 1,582 Mio. AUD - ein Plus von 185 Prozent. Damit erzielte De.mem innerhalb der ersten sechs Monate 2026 ungefähr so viel bereinigtes EBITDA wie im gesamten Kalenderjahr 2025.
KI macht Wasser plötzlich zum Infrastrukturthema
Die Entwicklung in New South Wales zeigt, wie stark sich die Diskussion um künstliche Intelligenz verändert. Noch vor wenigen Jahren ging es vor allem um Chips und Rechenleistung. Inzwischen bestimmen Stromerzeugung, Netzkapazitäten, Grundstücke und zunehmend auch Wasser darüber, wo neue KI-Infrastruktur überhaupt gebaut werden kann.
Genau darin liegt die eigentliche Investmentthese für die Wasserbranche. Sollten in Australien tatsächlich mehrere Gigawatt zusätzliche Rechenzentrumskapazität entstehen, müssen die Betreiber Lösungen finden, die den zusätzlichen Wasserbedarf nicht einfach auf bestehende Verbraucher abwälzen. Die neue IPART-Prüfung zeigt, dass die Politik bereits darüber nachdenkt, Betreiber an zusätzlichen Infrastrukturkosten zu beteiligen und Wasserrecycling stärker in die Planung einzubeziehen. Für spezialisierte Anbieter könnte daraus ein neuer adressierbarer Markt entstehen.
Fazit: Nach Chips und Strom könnte Wasser zum nächsten KI-Infrastrukturmarkt werden
OpenAI, Nvidia und Anthropic stehen symbolisch für den gigantischen Kapitalbedarf des weltweiten KI-Wettlaufs. Australien möchte einen größeren Teil dieser Investitionen ins Land holen und wirbt um zusätzliche Rechenzentrumskapazitäten in einer Größenordnung von bis zu 10 Gigawatt.
Doch je größer die Projekte werden, desto wichtiger wird die Infrastruktur hinter den Serverhallen. New South Wales prüft inzwischen offiziell, wie die Wasserbereitstellung für Rechenzentren finanziert und reguliert werden soll. Zusätzliche Versorgungskapazitäten und Wasserrecyclinganlagen werden ausdrücklich als Teil der möglichen Infrastruktur genannt.
Das bedeutet noch keinen Auftrag für De.mem. Das Unternehmen hat bislang keine bekannte Geschäftsbeziehung zu OpenAI, Nvidia oder Anthropic und muss sich mögliche Aufträge in diesem Markt erst erarbeiten. Doch die technologische Ausgangslage ist interessant: De.mem verfügt über Erfahrung mit industrieller Abwasserbehandlung und Wasserrecycling, beliefert bereits anspruchsvolle Industrie- und Elektronikkunden und erwirtschaftet rund 90 Prozent seiner Erlöse beziehungsweise Zahlungseingänge aus wiederkehrenden Geschäftsbereichen. Mit 26 Prozent Umsatzwachstum und einem Plus von 185 Prozent beim bereinigten EBITDA verfügt De.mem (ISIN: AU000000DEM4) gleichzeitig über zunehmende operative Dynamik. Sollte Wasser neben Chips und Strom tatsächlich zu einem der nächsten Engpässe des KI-Infrastrukturbooms werden, könnte sich für den australischen Wassertechnologiespezialisten damit ein weiterer Wachstumsmarkt öffnen.
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De.mem
ISIN: AU000000DEM4
https://www.demembranes.com
Land: Australien
Quellen:
IPART - Review of water pricing framework for data centres, 4. September 2026
https://www.ipart.nsw.gov.au/review/water/review-water-pricing-framework-data-centres
IPART - IPART to review data centre water pricing, 4. September 2026
https://www.ipart.nsw.gov.au/documents/media-release/media-release-ipart-review-data-centre-water-pricing-4-september-2026?timeline_id=20633
NSW Government - Water pricing framework for data centres
https://www.nsw.gov.au/have-your-say/water-pricing-framework-for-data-centres
The Australian - AI giants Nvidia, Anthropic, OpenAI wooed by Labor for Australian data spending blitz
https://www.theaustralian.com.au/business/nvidia-anthropic-openai-wooed-by-labor-for-data-centre-spending-blitz/news-story/61ccba752303e647d41d8d3da20f6572
De.mem - Solutions for the Electronics Industry
https://demembranes.com/wp-content/uploads/2018/09/4e.-Brochure-Our-Solutions-for-the-Electronics-Industry.pdf
De.mem - Annual Report 2025
https://financialfilings.com/filings/demem-limited/annual-report/2026/42819640/
De.mem - Record Half Year Results, 27. August 2026
https://financialfilings.com/filings/demem-limited/earnings-release/2026/57644205/
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