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Künstliche Intelligenz wird zunehmend zu einer Rohstoffstory. Milliarden fließen in Rechenzentren, neue Stromnetze und Energieinfrastruktur - und dafür werden enorme Mengen an Metallen benötigt. Besonders sichtbar wird das gerade beim Kupfer: Der Preis erreichte am 8. September neue Rekordstände in London und New York. Gleichzeitig spricht Rio Tinto plc (ISIN: GB0007188757) von einer "neuen Ära" der Rohstoffnachfrage durch KI, digitale Infrastruktur und Elektrifizierung. Der Bergbauriese will seine Kupferproduktion von 880.000 Tonnen im Jahr 2025 auf rund eine Million Tonnen jährlich bis 2030 steigern. Für De.mem Limited (ISIN: AU000000DEM4) ist diese Entwicklung interessant: Das Unternehmen ist bereits im Bergbaugeschäft aktiv, verfügt über eine langjährige Kundenhistorie mit Rio Tinto und liefert genau jene Wasser- und Abwasserinfrastruktur, die für den Betrieb großer Minen benötigt wird.
Kupfer erreicht neues Allzeithoch
Die Rally am Kupfermarkt hat sich Anfang September noch einmal beschleunigt. Der Dreimonatskontrakt an der London Metal Exchange erreichte am 8. September zeitweise ein neues Rekordhoch von mehr als 14.700 US-Dollar je Tonne. Auch in New York wurden neue Höchststände erreicht. Seit Jahresbeginn hat sich Kupfer damit deutlich verteuert. Hinter der Rally stehen kurzfristige und langfristige Faktoren. Kurzfristig führen Sorgen um das Angebot und mögliche neue US-Zölle zu Bewegung. Die weltweite Minenproduktion ging nach vorläufigen Daten des International Copper Study Group im ersten Halbjahr 2026 um 1,1 Prozent zurück. Gleichzeitig haben Erwartungen möglicher US-Importzölle zu Verschiebungen der globalen Kupferströme geführt. Langfristig steht dagegen ein wesentlich größerer Trend im Mittelpunkt: Die Welt braucht mehr Kupfer für Stromnetze, erneuerbare Energien, Elektrofahrzeuge und zunehmend für die gigantische Infrastruktur hinter künstlicher Intelligenz.
Rio Tinto erklärt KI zum neuen Rohstofftreiber
Wie ernst die Bergbauindustrie diesen Trend nimmt, zeigt Rio Tinto. Der Konzern veröffentlichte am 7. September eine neue strategische Einordnung unter dem Titel "Supplying a new era of growth". Die Botschaft ist eindeutig: Neben klassischen Wachstumstreibern wie Urbanisierung und Industrialisierung sieht Rio Tinto inzwischen Elektrifizierung, künstliche Intelligenz und digitale Infrastruktur als zentrale Treiber einer neuen Nachfragewelle für Rohstoffe. Besonders Kupfer spielt dabei eine Schlüsselrolle. Das Metall wird in Stromleitungen, Transformatoren, Rechenzentren und praktisch allen Bereichen der Elektrifizierung benötigt. Rio Tinto rechnet vor, dass der Konzern mit seinem Produktportfolio bis zu 70 Prozent des Wertes der Rohmaterialien liefern kann, die für jedes Gigawatt Rechenzentrumskapazität benötigt werden. Damit wird deutlich: Hinter dem vermeintlich digitalen KI-Boom steckt eine gewaltige physische Infrastruktur.
Rio Tinto erhöht die Kupferproduktion für die neue Infrastruktur-Ära
Rio Tinto will deshalb seine eigene Kupferproduktion deutlich ausbauen. Nach rund 880.000 Tonnen im Jahr 2025 sollen bis 2030 ungefähr eine Million Tonnen jährlich erreicht werden. Damit positioniert Rio Tinto Kupfer ausdrücklich als einen der zentralen Rohstoffe hinter dem Ausbau digitaler Infrastruktur. Ein wichtiger Wachstumstreiber ist die Oyu-Tolgoi-Mine in der Mongolei. Der Untertagebetrieb wird hochgefahren und soll gegen Ende des Jahrzehnts zu einer der größten Kupferminen der Welt werden. Auch in den USA und Australien besitzt Rio Tinto weitere Wachstumsoptionen. Dazu gehören unter anderem die mögliche Apex-Erweiterung bei Kennecott, Resolution Copper in Arizona sowie das Winu-Kupfer-Gold-Projekt in Western Australia.
Winu bringt die Kupferstory nach Western Australia
Gerade Winu ist für die De.mem-Story interessant. Das Projekt liegt in der Paterson-Region von Western Australia und befindet sich derzeit im Umweltgenehmigungsverfahren. Seit Ende August läuft die öffentliche Umweltprüfung. Die dazu veröffentlichten Unterlagen behandeln unter anderem die geplante Wasserversorgung und das Management von Oberflächenwasser. Damit zeigt sich erneut ein zentraler Zusammenhang des Bergbaus: Neue Kupferproduktion benötigt nicht nur Milliardeninvestitionen in Minen, Verarbeitung und Transport. Auch Wasser muss bereitgestellt, behandelt und kontrolliert werden.
Eine Beteiligung von De.mem an Winu ist nicht bekannt. Das Projekt zeigt jedoch, welche zusätzliche Infrastruktur erforderlich wird, wenn große Bergbaukonzerne neue Kupferkapazitäten erschließen.
De.mem kennt Rio Tinto bereits als Kunden
Bei De.mem ist die Verbindung zu Rio Tinto allerdings nicht rein theoretisch. De.mem hat über mehrere Jahre Wasseraufbereitungsanlagen an der Amrun-Bauxitmine von Rio Tinto in Queensland betrieben. Bereits 2019 erhielt das Unternehmen einen Operations-&-Maintenance-Auftrag im Wert von rund 780.000 AUD. 2022 wurde die Zusammenarbeit durch einen neuen dreijährigen Servicevertrag im Volumen von rund 1,7 Mio. AUD verlängert. De.mem übernahm dabei den Betrieb und die Wartung von Trinkwasser- und Abwasseraufbereitungsanlagen am Minenstandort. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass De.mem automatisch an zukünftigen Rio-Tinto-Projekten beteiligt sein wird. Die Kundenhistorie zeigt aber, dass das Unternehmen die Anforderungen eines der größten Bergbaukonzerne der Welt bereits aus eigener operativer Erfahrung kennt.
Wasser wird bei neuen Minen zum entscheidenden Faktor
Kupferprojekte stellen besonders hohe Anforderungen an die Infrastruktur. Wasser wird unter anderem bei der Erzaufbereitung, Staubkontrolle und in verschiedenen Prozessschritten benötigt. Gleichzeitig müssen Abwässer und andere Wasserströme entsprechend den regulatorischen Anforderungen behandelt werden. De.mem hat sich genau auf solche dezentralen industriellen Anwendungen spezialisiert. Das Unternehmen liefert Wasser- und Abwasseraufbereitungsanlagen, Membranen, Pumpen, Spezialchemikalien und Verbrauchsmaterialien. Hinzu kommen langfristige Betriebs- und Wartungsleistungen. Dadurch kann ein gewonnener Kunde nicht nur einmaligen Anlagenumsatz erzeugen. Wartung, Membranersatz, Chemikalien und Operations-&-Maintenance-Verträge können über Jahre wiederkehrende Erlöse liefern.
90 Prozent wiederkehrendes Geschäft
Diese Struktur ist inzwischen ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells. Im ersten Halbjahr 2026 kamen rund 90 Prozent der Umsätze beziehungsweise Zahlungseingänge aus wiederkehrenden Geschäftsbereichen. Dazu gehören Operations-&-Maintenance- und Build-Own-Operate-Verträge ebenso wie Wartung, Membranersatz, Spezialchemikalien, Pumpen und andere Verbrauchsmaterialien. Gerade im Bergbau kann dieses Modell interessant sein. Eine Mine hat eine lange Betriebsdauer und benötigt Wasseraufbereitung nicht nur während der Errichtung, sondern über den gesamten Produktionszeitraum. Neue Investitionen in Kupferkapazitäten könnten deshalb einen langfristigen adressierbaren Markt für Zulieferer schaffen.
De.mem wächst selbst mit Rekordtempo
Gleichzeitig hat De.mem zuletzt seine eigenen Zahlen deutlich verbessert. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz um 26 Prozent auf den Rekordwert von 17,6 Mio. AUD. Die Zahlungseingänge erhöhten sich um 28 Prozent auf 20,0 Mio. AUD. Damit hat das Unternehmen inzwischen 29 Quartale in Folge höhere Cash Receipts als im jeweiligen Vorjahresquartal gemeldet. Besonders deutlich entwickelte sich das bereinigte EBITDA. Es sprang von 556.000 AUD im ersten Halbjahr 2025 auf 1,582 Mio. AUD - ein Plus von 185 Prozent. De.mem erwirtschaftete damit innerhalb von sechs Monaten ungefähr so viel bereinigtes EBITDA wie im gesamten Kalenderjahr 2025.
Western Australia wird für De.mem immer wichtiger
Hinzu kommt die geografische Positionierung. Rund 49 Prozent des Konzernumsatzes wurden im ersten Halbjahr 2026 bereits in Western Australia erwirtschaftet. De.mem hat seine Präsenz dort über Jahre ausgebaut und durch die Übernahmen von De.mem-Capic, Auswater Systems und zuletzt Core Chemicals verbreitert. Dadurch bietet die Gruppe Bergbaukunden inzwischen nicht nur Wassertechnik, sondern unter anderem auch Pumpen, Wartungsleistungen, Verbrauchsmaterialien und Spezialchemikalien. Sollte Western Australia in den kommenden Jahren zusätzliche Investitionen in Kupfer und andere kritische Rohstoffe anziehen, würde De.mem damit in einer Region wachsen, die für das Unternehmen bereits heute von zentraler Bedeutung ist.
Kupferboom ist kein automatischer De.mem-Boom
Für Anleger bleibt allerdings eine wichtige Einschränkung: Ein Kupferpreis von mehr als 14.000 US-Dollar je Tonne bedeutet nicht automatisch zusätzliche Aufträge für De.mem. Auch Rio Tintos geplantes Produktionswachstum oder die mögliche Entwicklung von Winu garantieren keine Beteiligung des Wassertechnologieunternehmens. Entscheidend wird sein, ob hohe Kupferpreise tatsächlich zu neuen Minen, Erweiterungen bestehender Anlagen und höheren Investitionsbudgets führen - und ob De.mem anschließend entsprechende Ausschreibungen gewinnen kann. Die Kundenhistorie mit Rio Tinto verbessert die strategische Ausgangsposition, ist aber kein Beleg für zukünftige Aufträge.
Fazit: Hinter dem KI-Boom entsteht ein neuer Rohstoffzyklus
Künstliche Intelligenz wird häufig als Software- und Halbleiterstory betrachtet. Doch Rio Tinto macht deutlich, wie groß die physische Infrastruktur dahinter ist. Stromleitungen, Rechenzentren, Transformatoren und Netze benötigen enorme Mengen an Metallen - und Kupfer steht dabei ganz oben auf der Liste.
Der Markt reagiert bereits: Kupfer hat neue Rekordstände erreicht, während Rio Tinto seine Produktion bis 2030 auf rund eine Million Tonnen jährlich steigern will und zusätzliche Wachstumsprojekte prüft. Für De.mem entsteht die Chance eine Ebene darunter. Neue Minen und höhere Produktionskapazitäten benötigen Wasseraufbereitung, Abwasserbehandlung, Pumpen, Chemikalien sowie langfristigen Service. Mit Rio Tinto besteht bereits eine nachgewiesene Kundenhistorie. Gleichzeitig erwirtschaftet De.mem inzwischen rund 49 Prozent seines Umsatzes in Western Australia und meldete zuletzt 26 Prozent Umsatzwachstum sowie 185 Prozent Wachstum beim bereinigten EBITDA.
Ob daraus neue Aufträge entstehen, bleibt offen. Doch wenn der KI-Boom tatsächlich einen neuen Investitionszyklus bei Kupfer und anderen kritischen Rohstoffen auslöst, befindet sich De.mem Limited (ISIN: AU000000DEM4) mit seinem bestehenden Mining-Geschäft an einer interessanten Schnittstelle zwischen Digitalisierung, Rohstoffen und einer der wichtigsten Ressourcen jeder Mine: Wasser.
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De.mem
ISIN: AU000000DEM4
https://www.demembranes.com
Land: Australien
Quellen:
Rio Tinto - Supplying a new era of growth, 7. September 2026
https://www.riotinto.com/en/news/stories/supplying-new-era-of-growth
Rio Tinto - Step-change in performance delivering higher shareholder returns, 29. Juli 2026
https://www.riotinto.com/en/news/releases/2026/rio-tinto-step-change-in-performance-delivering-higher-shareholder-returns
Rio Tinto - Second Quarter Operations Review 2026, 15. Juli 2026
https://www.riotinto.com/en/news/releases/2026/rio-tinto-releases-second-quarter-2026-production-results
London Metal Exchange - LME Copper
https://www.lme.com/en/Metals/Non-ferrous/LME-Copper
Wall Street Journal - Copper's Red-Hot Rally Rolls On, 8. September 2026
https://www.wsj.com/livecoverage/stock-market-today-dow-sp-500-nasdaq-09-08-2026/card/copper-s-red-hot-rally-rolls-on-Ic2ZgTBANIP5GHszaWKT
EPA Western Australia - Winu Project
https://epa.wa.gov.au/proposals/winu-project
De.mem - Annual Report 2019 / Rio Tinto customer reference
https://announcements.asx.com.au/asxpdf/20200331/pdf/44gl086795fggw.pdf
Filtration + Separation - De.mem signs A$1.7mn service contract with Rio Tinto
https://www.filtsep.com/content/news/demem-signs-a-17mn-service-contract-with-rio-tinto
De.mem - Record Half Year Results, 27. August 2026
https://www.listcorp.com/asx/dem/de.mem-limited/news/dem-record-half-year-results-3396535.html
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