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606 Millionen für mehr Wasser im Pilbara: Warum Rio Tinto und Western Australia die Kapazität verdoppeln

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Im Pilbara entscheidet Wasser zunehmend mit darüber, wie stark Städte und Industrie wachsen können. Western Australia und Rio Tinto (ISIN: GB0007188757) bauen deshalb gemeinsam die Dampier Seawater Desalination Plant aus. Die Regierung hat 606 Mio. AUD für die Erweiterung zugesagt; zusammen sollen die beiden Ausbaustufen künftig acht Milliarden Liter entsalztes Wasser pro Jahr liefern. Wichtig für die Einordnung: Die Investitionsentscheidung stammt bereits aus dem März 2026, die Anlage befindet sich inzwischen in Umsetzung. Für De.mem Limited (ISIN: AU000000DEM4) ist das kein Auftrag. Die Entwicklung zeigt aber, wie zentral Wasserinfrastruktur in genau jener Bergbauregion wird, in der industrielle Expansion und knapper werdende natürliche Wasserquellen aufeinandertreffen.

Dampier soll acht Milliarden Liter Wasser pro Jahr liefern

Rio Tinto und die Regierung von Western Australia haben für Dampier ein 50:50-Joint-Venture vereinbart, das beide Ausbaustufen der Meerwasserentsalzungsanlage fertigstellen soll. Im Juli folgte bereits der nächste Schritt: Rio Tinto und die Regierung unterzeichneten unverbindliche Vereinbarungen über einen möglichen Verkauf ihrer jeweiligen Anteile an Yindjibarndi WaterCo. Rio Tinto soll den Bau der Anlage dennoch weiter verantworten; ein verbindlicher Deal wird bis Ende 2026 angestrebt. Stufe 1 wird bereits gebaut und soll vier Gigaliter beziehungsweise vier Milliarden Liter Wasser pro Jahr liefern. Stufe 2 soll weitere vier Gigaliter hinzufügen. Nach dem im Juli aktualisierten Zeitplan soll Stufe 1 noch 2026 fertiggestellt werden und Anfang 2027 erstes Wasser liefern. Für Stufe 2 wird ebenfalls 2027 mit erstem Wasser gerechnet.

Die Regierung beziffert ihren Beitrag zur Erweiterung auf 606 Mio. AUD. Die Gesamtkapazität der Anlage soll sich dadurch gegenüber der ersten Ausbaustufe verdoppeln. Das Wasser fließt in das West Pilbara Water Supply Scheme, das unter anderem Karratha, Wickham, Dampier, Roebourne, Point Samson sowie Industriegebiete auf der Burrup Peninsula und bei Cape Lambert versorgt. Ziel ist es, die Entnahme aus regionalen Grundwasserleitern wie Bungaroo und Millstream zu reduzieren.

Der Pilbara braucht langfristig deutlich mehr Wasser

Die Investition ist Teil eines größeren Problems. Die Regierung von Western Australia geht davon aus, dass die Küstenregionen des Pilbara bis 2050 zusätzlich rund zehn Milliarden Liter Trinkwasser pro Jahr benötigen werden. Gleichzeitig benötigen strategische Industriegebiete erhebliche zusätzliche Wassermengen für wirtschaftliche Entwicklung und Dekarbonisierungsprojekte. Bestehende Grund- und Oberflächenwasserquellen sollen diesen langfristigen Bedarf nicht vollständig decken können.

Hinzu kommt das Klima. Die Wasserverfügbarkeit im Pilbara hängt stark von zyklonbedingten Niederschlägen ab, die Grundwasserleiter und Stauseen auffüllen. Langfristige Projektionen deuten darauf hin, dass Zyklone seltener werden könnten. Western Australia setzt deshalb stärker auf klimaunabhängige Quellen wie Meerwasserentsalzung. Dampier ist damit nicht nur ein einzelnes Bauprojekt, sondern Teil einer langfristigen Strategie für Städte und Industrie.

Rio Tinto verbindet Bergbau und öffentliche Wasserversorgung

Die Rolle von Rio Tinto macht das Projekt besonders interessant. Der Bergbaukonzern baut Stufe 1 und beteiligt sich gemeinsam mit dem Staat an Stufe 2. Gleichzeitig soll das zusätzliche Wasser nicht nur der Industrie dienen, sondern auch die öffentliche Versorgung im West Pilbara stabilisieren. Nach Angaben der Water Corporation kann die ausgebaute Anlage unter anderem Trinkwasser für mehr als 10.000 Haushalte in der Region bereitstellen.

Damit wird sichtbar, wie eng Rohstoffindustrie und Wasserinfrastruktur im Pilbara miteinander verbunden sind. Bergbau und neue Industrieprojekte benötigen große und verlässliche Wassermengen, während Städte gleichzeitig wachsen und natürliche Ressourcen geschützt werden müssen. Investitionen in Entsalzung, Leitungen und Wasserbehandlung werden dadurch zu einem wichtigen Baustein für die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

De.mem adressiert einen anderen Teil desselben Marktes

De.mem ist nach öffentlich verfügbaren Informationen nicht an der Dampier Seawater Desalination Plant beteiligt. Das Unternehmen baut auch nicht selbst komplette öffentliche Großanlagen dieser Größenordnung. Die 606 Mio. AUD dürfen deshalb nicht als adressierbares Auftragsvolumen für De.mem verstanden werden.

Die Verbindung liegt im industriellen Wassermarkt. De.mem entwickelt dezentrale Wasser- und Abwasseraufbereitungssysteme und bietet dazu Membranen, Pumpen, Spezialchemikalien sowie langfristige Betriebs- und Wartungsleistungen an. Das Unternehmen arbeitet bereits für Kunden aus dem Bergbau und anderen wasserintensiven Industrien. Gerade dezentrale Anlagen können dort relevant sein, wo einzelne Standorte eigene Prozesswasser-, Trinkwasser- oder Abwasserlösungen benötigen.

Western Australia steht bereits für fast die Hälfte des Umsatzes

Für De.mem ist Western Australia längst ein zentraler Markt. Im ersten Halbjahr 2026 kamen rund 49 Prozent des Konzernumsatzes aus dem Geschäft in dem Bundesstaat. Der Konzernumsatz stieg um 26 Prozent auf 17,6 Mio. AUD, die Zahlungseingänge legten um 28 Prozent auf 20,0 Mio. AUD zu. Das bereinigte EBITDA erreichte 1,582 Mio. AUD nach 556.000 AUD im Vorjahreszeitraum.

Rund 90 Prozent der Umsätze beziehungsweise Zahlungseingänge stammen aus wiederkehrenden Geschäftsbereichen. Dazu gehören Operations-&-Maintenance- und Build-Own-Operate-Verträge, Wartung, Pumpenservice, Spezialchemikalien, Membranwechsel und andere Verbrauchsmaterialien. Gerade diese Struktur unterscheidet De.mem von Unternehmen, die ausschließlich vom Bau einzelner Großanlagen abhängig sind. 2025 war allerdings erst das erste vollständige Kalenderjahr mit positivem bereinigtem EBITDA, die positive Ergebnishistorie ist also noch kurz.

Fazit: Wasser wird zur Wachstumsinfrastruktur des Pilbara

606 Mio. AUD staatliche Investition, eine Verdopplung auf acht Milliarden Liter Jahreskapazität und langfristig zusätzlicher Wasserbedarf in Milliardenhöhe: Der Pilbara zeigt, dass Wasser zu einer strategischen Voraussetzung für weiteres Wachstum wird. Rio Tinto und Western Australia reagieren darauf mit einer großen Entsalzungsanlage, die Industrie und Bevölkerung gleichermaßen unterstützen soll.

Für De.mem ist Dampier kein Auftrag. Relevant ist das Umfeld: Das Unternehmen erzielt bereits fast die Hälfte seines Umsatzes in Western Australia und bietet Wassertechnik und wiederkehrende Services für industrielle Kunden an. Wenn Bergbau, neue Industrie und wachsende Städte den Bedarf an Wasseraufbereitung weiter erhöhen, befindet sich De.mem Limited (ISIN: AU000000DEM4) damit in einem Markt, dessen Bedeutung langfristig zunimmt.

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De.mem
ISIN: AU000000DEM4
https://www.demembranes.com
Land: Australien

Quellen:
Rio Tinto - Rio Tinto and WA Government partner to expand Dampier Seawater Desalination Plant, 4. März 2026
https://www.riotinto.com/en/news/releases/2026/rio-tinto-and-wa-government-partner-to-expand-dampier-seawater-desalination-plant
Water Corporation - Expanded desalination plant to help secure Pilbara's water supply, 4. März 2026
https://www.watercorporation.com.au/about-us/media-releases/2026/march-2026/expanded-desalination-plant-to-help-secure-pilbaras-water-supply
Government of Western Australia - Building water security for Pilbara coastal towns and industry, aktualisiert 22. Juli 2026
https://www.wa.gov.au/government/publications/building-water-security-pilbara-coastal-towns-and-industry
Government of Western Australia - Water Planning in the Pilbara, aktualisiert 27. Juli 2026
https://www.wa.gov.au/service/environment/environment-information-services/water-planning-the-pilbara-accelerating-pilbara-planning-program
WA State Budget Overview 2026-27
https://www.ourstatebudget.wa.gov.au/2026-27/budget-papers/2026-27-wa-state-budget-overview.pdf
De.mem Limited - Record Half Year Results, 27. August 2026
https://cdn-api.markitdigital.com/apiman-gateway/ASX/asx-research/1.0/file/2924-03127157-6A1340635
Rio Tinto - Rio Tinto and WA Government sign agreements with Yindjibarndi WaterCo for proposed sale of Dampier Seawater Desalination Plant, 27. Juli 2026
https://www.riotinto.com/en/news/releases/2026/rio-tinto-and-wa-government-sign-agreements-with-yindjibarndi-waterco-for-proposed-sale-of-dampier-seawater-desalination-plant

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