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Die internationale Wasseraufbereitungsbranche steht vor einem technologischen Wandel. Steigende Anforderungen an die Wasserqualität, komplexe industrielle Abwässer und die Diskussion um langlebige Schadstoffe wie PFAS erhöhen den Bedarf an leistungsfähigen Aufbereitungsverfahren. Wie intensiv sich die großen Anbieter auf diese Entwicklung einstellen, zeigt der italienische Technologiekonzern De Nora. Das börsennotierte Unternehmen hat sein Wassertechnikportfolio um neue Filtrationslösungen und zusätzliche Verfahren zur PFAS-Behandlung erweitert. Parallel dazu arbeitet der australische Wasseraufbereitungsspezialist De.mem Limited (ISIN: AU000000DEM4) an der Weiterentwicklung eigener Membrantechnologien. Besonders interessant ist dabei der Einsatz von Graphenoxid, mit dem das Unternehmen die Leistungsfähigkeit seiner Ultrafiltrationsmembranen verbessern will.
De Nora erweitert sein Portfolio für anspruchsvolle Wasseraufbereitung
Im Rahmen der internationalen Branchenmesse WEFTEC 2026, die Ende September in New Orleans stattfand, präsentierte De Nora ein erweitertes Angebot für die industrielle und kommunale Wasseraufbereitung. Im Mittelpunkt standen die neue Hydro-PAQ-Plattform, zusätzliche Technologien zur PFAS-Behandlung sowie das Sicherheitssystem ChlorGuard. Hydro-PAQ dient der leistungsfähigen Klärung und Fest-Flüssig-Trennung in der Wasseraufbereitung. Unabhängig davon hat De Nora sein Angebot zur Behandlung sogenannter PFAS ausgebaut. Neben Verfahren auf Basis von Aktivkohle und Ionenaustausch umfasst dieses auch fortschrittliche Membranfiltrationslösungen.
Die Produktvorstellung verdeutlicht, wie breit sich internationale Wassertechnologieunternehmen inzwischen aufstellen. Statt ausschließlich einzelne Anlagen oder Verfahren anzubieten, kombinieren sie unterschiedliche Technologien, um Kunden umfassendere Lösungen für ihre jeweiligen Anforderungen bereitzustellen.
PFAS erhöhen die Anforderungen an moderne Wassertechnik
PFAS sind eine große Gruppe synthetischer Chemikalien, die aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften über Jahrzehnte in zahlreichen industriellen und gewerblichen Anwendungen eingesetzt wurden. Viele dieser Stoffe sind in der Umwelt äußerst beständig. Ihre Entfernung aus belastetem Wasser stellt Betreiber von Aufbereitungsanlagen daher vor besondere Herausforderungen. Je nach Zusammensetzung des Wassers und den zu entfernenden Stoffen kommen unterschiedliche technische Verfahren infrage. Dazu gehören unter anderem Aktivkohle, Ionenaustausch und geeignete Membranverfahren. Häufig müssen mehrere Aufbereitungsschritte miteinander kombiniert werden, um die gewünschten Ergebnisse zu erreichen.
Die Erweiterung des De-Nora-Portfolios ist deshalb mehr als eine gewöhnliche Produktankündigung. Sie zeigt, dass sich große Branchenunternehmen auf einen Markt einstellen, in dem die Auswahl und Kombination geeigneter Technologien zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Allerdings ist nicht jede Membran für dieselben Aufgaben geeignet. Insbesondere müssen klassische Ultrafiltrationsverfahren von dichteren Membranverfahren unterschieden werden, die zur Abtrennung bestimmter gelöster Schadstoffe eingesetzt werden können.
De.mem entwickelt eigene Membrantechnologie mit Graphenoxid
Während De Nora sein Portfolio durch die Integration verschiedener Aufbereitungsverfahren erweitert, verfolgt De.mem einen eigenen technologischen Ansatz. Das Unternehmen entwickelt proprietäre Membranprodukte und investiert dafür kontinuierlich in seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Singapur. Ein Schwerpunkt liegt auf Ultrafiltrationsmembranen, deren Eigenschaften durch den Einsatz von Graphenoxid verbessert werden. Graphenoxid ist ein modifiziertes Kohlenstoffmaterial, das sich aufgrund seiner besonderen Oberflächeneigenschaften für verschiedene technische Anwendungen eignet. Nach Angaben von De.mem ermöglicht die eigene Technologie einen um bis zu 20 Prozent höheren Membrandurchsatz im Vergleich zu herkömmlicher Technologie. Dadurch kann bei entsprechender Auslegung eine kompaktere Wasseraufbereitung erreicht werden. Gerade bei dezentralen Anlagen und Anwendungen mit begrenztem Platzangebot kann dies einen technischen Vorteil darstellen. Der Vergleich mit De Nora verdeutlicht damit zwei unterschiedliche Entwicklungen innerhalb derselben Branche: Während große Konzerne ihr Angebot um zusätzliche Verfahren erweitern, arbeiten spezialisierte Technologieunternehmen daran, einzelne Komponenten leistungsfähiger und wirtschaftlich attraktiver zu machen.
Eine direkte technologische Gleichwertigkeit der jeweiligen Produkte lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Insbesondere ist De.mems Graphenoxid-Ultrafiltration nicht automatisch mit den von De Nora angebotenen PFAS-Behandlungsverfahren gleichzusetzen.
Zertifizierungen als Voraussetzung für neue Absatzmärkte
Für die wirtschaftliche Nutzung eigener Membrantechnologien reicht eine erfolgreiche technische Entwicklung allein nicht aus. Insbesondere im Bereich der Trinkwasseraufbereitung spielen anerkannte Prüfungen und Zertifizierungen eine wichtige Rolle. Sie schaffen die Grundlage dafür, dass Hersteller ihre Produkte in regulierten Märkten anbieten und Kunden deren geprüfte Eigenschaften nachvollziehen können. De.mem erreichte 2024 einen wichtigen Meilenstein, als ein Produkt auf Basis der eigenen Graphenoxid-Membrantechnologie eine Zertifizierung nach dem amerikanischen NSF/ANSI-53-Standard erhielt. Dieser Standard betrifft Trinkwasserbehandlungssysteme und bestätigt die Einhaltung bestimmter gesundheitsbezogener Leistungsanforderungen im jeweils geprüften Umfang. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen an der australischen WaterMark-Zertifizierung. Nach dem jüngsten Quartalsbericht befand sich dieser Prozess weiterhin in Bearbeitung. Für De.mem sind solche Entwicklungsschritte von strategischer Bedeutung. Sie können die Voraussetzungen dafür verbessern, eigene Membranprodukte über das bestehende Industriegeschäft hinaus in zusätzlichen Anwendungsbereichen zu vermarkten.
Singapur bleibt das Zentrum der Technologieentwicklung
Die Entwicklung proprietärer Membranprodukte ist für De.mem ein eigenständiger Bestandteil der Unternehmensstrategie. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden über die Tochtergesellschaft in Singapur vorangetrieben. Nach Angaben des Unternehmens belaufen sich die entsprechenden Investitionen auf rund 800.000 AUD jährlich. Im Septemberquartal 2026 wurden dafür etwa 180.000 AUD aufgewendet. Diese Ausgaben sind bereits im ausgewiesenen operativen Cashflow berücksichtigt. Damit verfolgt De.mem seine technologische Weiterentwicklung parallel zum Ausbau des bestehenden Geschäfts mit industrieller Wasseraufbereitung, Pumpentechnik, Spezialchemikalien und langfristigen Dienstleistungen. Für Anleger ist diese Kombination interessant: Das Unternehmen verfügt bereits über operative Aktivitäten und Kundenbeziehungen, während die eigene Membrantechnologie zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet. Ob und in welchem Umfang daraus künftig zusätzliche Umsätze entstehen, hängt allerdings von der weiteren Produktentwicklung, den jeweiligen Zulassungen und der erfolgreichen Vermarktung ab.
Rekord-Cashflow trotz fortgesetzter Entwicklungsausgaben
Dass die Investitionen in die eigene Technologie zuletzt nicht zulasten eines positiven operativen Cashflows gingen, zeigen die aktuellen Unternehmenszahlen. Im Septemberquartal 2026 erzielte De.mem einen positiven operativen Cashflow von 842.000 AUD. Es war der höchste operative Quartals-Cashflow der Unternehmensgeschichte und zugleich das dritte Quartal in Folge mit einem positiven Ergebnis dieser Kennzahl. Die Zahlungseingänge erreichten rund 10,1 Mio. AUD und lagen damit 29 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresquartal. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres summierte sich der operative Cashflow auf rund 1,77 Mio. AUD. Der Zahlungsmittelbestand betrug zum 30. September rund 4,8 Mio. AUD. Die Zahlen zeigen, dass De.mem seine laufende Geschäftstätigkeit zuletzt deutlich gestärkt hat und gleichzeitig weiter in die Entwicklung eigener Produkte investiert.
Fazit: Eigene Technologie als zusätzliche Wachstumsperspektive
Die jüngste Portfolioerweiterung von De Nora zeigt, wie intensiv sich die internationale Wasseraufbereitungsbranche mit leistungsfähigeren Filtrationsverfahren und neuen Anforderungen an die Schadstoffbehandlung beschäftigt. Für Anbieter entstehen daraus Chancen, gleichzeitig steigen aber auch die Anforderungen an technische Leistungsfähigkeit, Zertifizierungen und ein breites Verständnis unterschiedlicher Kundenbedürfnisse. De.mem setzt in diesem Umfeld auf die Kombination aus einem etablierten operativen Wasseraufbereitungsgeschäft und der Entwicklung eigener Membranprodukte. Die Graphenoxid-Technologie, die bereits erreichte NSF/ANSI-53-Zertifizierung und die laufenden Forschungsaktivitäten bilden dafür eine technologische Grundlage.
Während internationale Konzerne wie De Nora ihr Angebot an Wasseraufbereitungslösungen ausweiten, arbeitet De.mem Limited (ISIN: AU000000DEM4) daran, sich mit proprietärer Membrantechnologie zusätzliche Marktchancen zu erschließen.
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De.mem
ISIN: AU000000DEM4
https://www.demembranes.com
Land: Australien
Quellen:
De Nora - De Nora Launches Integrated Water Technology Solutions at WEFTEC 2026, 23.09.2026
https://denora.com/en/newsroom/press-releases/2026/de-nora-launches-integrated-water-technology-solutions-at-weftec-2026
De Nora - WEFTEC 2026, 28.-30.09.2026
https://denora.com/de/pressebereich/events/2026/weftec-2026
De.mem Limited - September 2026 Quarterly Activities Report: Highest Positive Operating Cash Flow in Company History, 12.10.2026
https://cdn-api.markitdigital.com/apiman-gateway/ASX/asx-research/1.0/file/2924-03147002-6A1348666
De.mem Limited - Record Half Year Results, 27.08.2026
https://cdn-api.markitdigital.com/apiman-gateway/ASX/asx-research/1.0/file/2924-03127157-6A1340635
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