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Wasseraufbereitung entwickelt sich zunehmend zu einem eigenständigen Infrastrukturgeschäft. Während Industrieunternehmen auf eine zuverlässige Versorgung mit Prozesswasser und die Einhaltung steigender Umweltanforderungen angewiesen sind, entdecken institutionelle Investoren die langfristigen Ertragsmöglichkeiten entsprechender Anlagen. Ein aktuelles Beispiel liefert der deutsche Investmentmanager KGAL, der gemeinsam mit dem österreichischen Wassertechnologieunternehmen fluvicon eine europäische Plattform für industrielle Wasseraufbereitung aufbaut. Das angestrebte Investitionsvolumen liegt bei mehr als 100 Mio. EUR. Im Mittelpunkt steht ein Geschäftsmodell, bei dem Industriekunden nicht zwingend selbst in neue Anlagen investieren müssen, sondern Wasseraufbereitung als langfristige Dienstleistung beziehen. Einen vergleichbaren Ansatz verfolgt bereits der australische Wasseraufbereitungsspezialist De.mem Limited (ISIN: AU000000DEM4), dessen Geschäft zunehmend von wiederkehrenden Kundenbeziehungen geprägt ist.
KGAL und fluvicon planen europäische Wasserplattform
Die KGAL-Gruppe und fluvicon haben eine strategische Partnerschaft zur Entwicklung einer europäischen Plattform für industrielle Wasseraufbereitung als Dienstleistung angekündigt. Ziel ist es, mehr als 100 Mio. EUR in entsprechende Projekte zu investieren und das Modell schrittweise in weiteren europäischen Märkten zu etablieren. Das Konzept verbindet die technische Kompetenz eines spezialisierten Wasseraufbereitungsunternehmens mit der Finanzierungskraft eines institutionellen Infrastrukturinvestors. Statt dass Industriebetriebe sämtliche Investitionen in eigene Aufbereitungsanlagen selbst tragen, können externe Partner die Finanzierung, Errichtung und den Betrieb übernehmen. Für die Kunden entsteht dadurch die Möglichkeit, Wasseraufbereitung als vertraglich vereinbarte Leistung zu beziehen. Für den Betreiber wiederum können langfristige Kundenverträge wiederkehrende Einnahmen schaffen.
Die angekündigten 100 Mio. EUR sind dabei als angestrebtes Investitionsvolumen der Plattform zu verstehen. Sie stellen weder bereits vollständig investiertes Kapital noch einen garantierten Umsatz dar.
Zwölfjähriger Vertrag zeigt die wirtschaftliche Dimension
Dass dieses Modell über eine theoretische Planung hinausgeht, zeigt das erste Projekt der Partnerschaft. Es betrifft die polnische Tochtergesellschaft eines internationalen Lebensmittelkonzerns. Grundlage ist ein Wasseraufbereitungsvertrag mit einer Laufzeit von zwölf Jahren. Solche Vereinbarungen verdeutlichen, weshalb Wasseraufbereitung zunehmend auch für Infrastrukturinvestoren interessant wird. Industrielle Produktionsstandorte benötigen über lange Zeiträume hinweg verlässliche Wasser- und Abwasserlösungen. Die entsprechende Dienstleistung ist damit eng mit dem laufenden Betrieb des Kunden verbunden.
Anders als bei einem einmaligen Anlagenverkauf erstreckt sich die Geschäftsbeziehung über viele Jahre. Finanzierung, technische Verfügbarkeit, Wartung und laufender Betrieb werden zu wesentlichen Bestandteilen des Angebots. Gerade diese Verbindung aus langfristiger Infrastruktur und kontinuierlicher Dienstleistung bildet den wirtschaftlichen Kern des von KGAL und fluvicon angestrebten Geschäftsmodells.
Europa erhöht den Druck auf industrielle Wasserwirtschaft
Zusätzliche Bedeutung erhält die Entwicklung durch die europäische Wasserpolitik. Die EU verfolgt das Ziel, Wasserressourcen widerstandsfähiger zu bewirtschaften, Verschmutzungen zu reduzieren und die Einhaltung bestehender Wasservorschriften zu verbessern. Anfang Oktober bekräftigten die Europäische Kommission und die Bundesregierung ihre Zusammenarbeit bei der wirksamen Umsetzung europäischer Wassergesetzgebung. Für Industrieunternehmen bleiben damit die zuverlässige Aufbereitung, Wiederverwendung und Behandlung von Wasser langfristig wichtige betriebliche Aufgaben. Hinzu kommt ein wirtschaftlicher Faktor: Wasseraufbereitungsanlagen müssen nicht nur technische Anforderungen erfüllen, sondern über viele Jahre zuverlässig betrieben werden. Dafür werden spezialisierte Verfahren, Wartungsleistungen und regelmäßig benötigte Verbrauchsmaterialien eingesetzt. Die Investitionsinitiative von KGAL und fluvicon zeigt, dass diese Anforderungen zunehmend auch als Grundlage langfristiger Geschäftsmodelle betrachtet werden.
De.mem setzt bereits auf langfristige Betriebsmodelle
Für De.mem ist diese Entwicklung besonders interessant, weil das Unternehmen selbst nicht ausschließlich als klassischer Anlagenbauer tätig ist. Neben der Entwicklung und Lieferung dezentraler Wasser- und Abwasseraufbereitungssysteme bietet der Konzern seinen Industriekunden langfristige Betriebs- und Wartungsleistungen an. Dazu gehören unter anderem sogenannte Build-Own-Operate-Modelle. Bei diesem Ansatz übernimmt der Anbieter die Errichtung, das Eigentum und den Betrieb einer Anlage, während der Kunde die vereinbarte Leistung über einen längeren Zeitraum bezieht. Ergänzt wird das Angebot durch Operations-&-Maintenance-Verträge sowie die regelmäßige Lieferung von Membranen, Spezialchemikalien und Verbrauchsmaterialien. Nach Unternehmensangaben entfallen mehr als 90 Prozent der Zahlungseingänge von De.mem auf wiederkehrendes Geschäft. Diese Struktur verdeutlicht, dass die Kundenbeziehungen häufig weit über die ursprüngliche Lieferung einer Wasseraufbereitungsanlage hinausreichen.
Eine geschäftliche Verbindung zwischen De.mem und der neuen KGAL-fluvicon-Plattform wurde nicht bekannt gegeben. Die Initiative dient vielmehr als Beispiel dafür, dass ein vergleichbarer Geschäftsansatz inzwischen auch bei institutionellen Infrastrukturinvestoren auf Interesse stößt.
Australien und Deutschland als operative Standbeine
De.mem verfügt bereits über eine internationale Aufstellung mit Aktivitäten in Australien, Deutschland und Singapur. Besonders bedeutend ist das Geschäft in Western Australia, das im Septemberquartal 2026 rund 47 Prozent der gesamten Konzernzahlungseingänge beisteuerte. Die dortigen Gesellschaften bedienen unter anderem Kunden aus dem Bergbau und der Industrie mit Wasseraufbereitungstechnik, Pumpen, Spezialchemikalien und laufenden Dienstleistungen.
Auch in Deutschland ist De.mem bereits etabliert. Die Tochtergesellschaft De.mem-Geutec GmbH erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von rund 2,5 Mio. AUD und erhielt zuletzt einen neuen Anlagenauftrag eines Industriekunden über rund 380.000 AUD. Die Auslieferung ist für das Kalenderjahr 2027 vorgesehen. Damit ist De.mem in zwei wichtigen Industrieregionen operativ vertreten und verbindet den Verkauf technischer Ausrüstung mit einem breiten Dienstleistungs- und Produktangebot.
Rekord-Cashflow unterstreicht Entwicklung des Geschäftsmodells
Dass sich das langfristig ausgerichtete Geschäft inzwischen auch in der finanziellen Entwicklung niederschlägt, zeigen die jüngsten Quartalszahlen. Im Septemberquartal 2026 erzielte De.mem Zahlungseingänge von rund 10,1 Mio. AUD. Das entspricht einem Wachstum von 29 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig erreichte das Unternehmen mit positiven 842.000 AUD den höchsten operativen Quartals-Cashflow seiner Geschichte. In den ersten neun Monaten 2026 summierte sich der operative Cashflow auf 1,77 Mio. AUD. Zum 30. September verfügte De.mem über einen Zahlungsmittelbestand von rund 4,8 Mio. AUD. Die Zahlen zeigen, dass das Unternehmen seine operative Liquiditätsgenerierung zuletzt deutlich verbessert hat. Sie belegen allerdings nicht, welcher Anteil dieser Verbesserung unmittelbar auf einzelne langfristige Betriebsverträge zurückzuführen ist. Für Anleger ist dennoch interessant, dass De.mem sein internationales Geschäft ausbaut und zugleich über eine zunehmend breite Basis wiederkehrender Kundenbeziehungen verfügt.
Fazit: Wasser wird zum langfristigen Infrastrukturgeschäft
Die geplante Investitionsplattform von KGAL und fluvicon verdeutlicht einen Wandel in der industriellen Wasserwirtschaft. Neben dem Bau einzelner Anlagen rücken zunehmend langfristige Modelle in den Vordergrund, bei denen Finanzierung, Betrieb und technische Betreuung miteinander verbunden werden. Für Industrieunternehmen können solche Lösungen den eigenen Investitions- und Betriebsaufwand reduzieren. Für spezialisierte Anbieter entstehen Möglichkeiten, Kunden über längere Zeiträume hinweg mit Wasseraufbereitung und ergänzenden Dienstleistungen zu versorgen. De.mem verfolgt diesen Ansatz bereits mit seinem Angebot aus dezentraler Wassertechnik, langfristigen Betriebsmodellen und regelmäßig benötigten Produkten. Die jüngste finanzielle Entwicklung und die internationale Präsenz unterstreichen die operative Basis des Unternehmens.
Während europäische Infrastrukturinvestoren neue Plattformen für industrielle Wasseraufbereitung aufbauen, verfügt De.mem Limited (ISIN: AU000000DEM4) bereits über ein Geschäftsmodell, das auf langfristige industrielle Kundenbeziehungen ausgerichtet ist.
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De.mem
ISIN: AU000000DEM4
https://www.demembranes.com
Land: Australien
Quellen:
KGAL - KGAL Industries und fluvicon starten 100-Millionen-Euro-Plattform zur europaweiten Skalierung innovativer industrieller Wasseraufbereitung als Dienstleistung, 04.08.2026, aktualisiert am
30.09.2026
https://www.kgal.de/resources/kgal-industries-und-fluvicon-starten-100-millionen-euro-plattform-zur-europaweiten-skalierung-innovativer-industrieller-wasseraufbereitung-als-dienstleistung/
Europäische Kommission - Wirksame Umsetzung der europäischen Wassergesetzgebung: Erklärung von EU-Kommissarin Roswall und Bundesumweltminister Schneider, 5. Oktober 2026
https://germany.representation.ec.europa.eu/nachrichten-und-veranstaltungen/pressemitteilungen/wirksame-umsetzung-der-europaischen-wassergesetzgebung-erklarung-von-eu-kommissarin-roswall-und-2026-10-05_de
De.mem Limited - September 2026 Quarterly Activities Report: Highest Positive Operating Cash Flow in Company History, 12. Oktober 2026
https://cdn-api.markitdigital.com/apiman-gateway/ASX/asx-research/1.0/file/2924-03147002-6A1348666
De.mem Limited - Record Half Year Results, 27. August 2026
https://cdn-api.markitdigital.com/apiman-gateway/ASX/asx-research/1.0/file/2924-03127157-6A1340635
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