FRANKFURT (dpa-AFX) - Dem Dax steht am Montag ein Test der jüngsten Stabilisierung bevor. Klaren Kursgewinnen der technologielastigen Börsen in Japan und insbesondere Südkorea stehen die weiter hohen Ölpreise gegenüber. Zudem fehlen wegen eines US-Feiertags Impulse vom wichtigen amerikanischen Aktienmarkt.
Eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex ein Minus von 0,2 Prozent auf 25.986 Punkte. Damit gerät die viel beachtete Marke von 26.000 Punkten in Gefahr, die er zuletzt wieder überwunden hatte. Am Freitag war der Dax zeitweise bis auf 26.167 Punkte gestiegen, hatte dann jedoch vor der 21-Tage-Linie abgedreht, die als kurzfristiger Trendindikator gilt. Das anderthalb Wochen alte Rekordhoch bei 26.618 Punkten bleibt erst einmal außer Reichweite. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird am Montag 0,1 Prozent tiefer erwartet.
Die Lage am Ölmarkt bleibt durch die weiteren gegenseitigen Angriffe im Krieg zwischen den USA und dem Iran angespannt. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November wurde zuletzt über 97 US-Dollar gehandelt. Unterdessen haben Staaten des Ölförderverbands Opec+ am Wochenende mitgeteilt, dass sie ihre Produktionsziele im Oktober nicht weiter anheben.
"In einem Aufwärtsszenario, in dem sich die Angriffe auf Schiffe ausweiten und intensivieren, sehen wir Brent potenziell bei 120 Dollar", sagte Daan Struyven, Co-Leiter der globalen Rohstoffforschung bei Goldman Sachs, in einem Interview mit Bloomberg TV.
In Deutschland dürften zudem der Wahlsieg der Rechtsaußenpartei AfD in Sachsen-Anhalt und die Signalwirkung des Debakels der CDU für die Bundesregierung für Gesprächsstoff sorgen. Chefvolkswirt Holger Schmieding von der Privatbank Berenberg sprach von einer schweren Niederlage der Partei von Bundeskanzler Friedrich Merz, die intern für Unruhen sorgen dürfte. Eine Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt wird schwierig.
Wichtiger für die Anleger sind aber die Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) in dieser und der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche. Eine Zinserhöhung der EZB am Donnerstag um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent ist laut dem Chefvolkswirt Edgar Walk von Metzler Asset Management inzwischen weitgehend Konsens.
Kursbewegende deutsche Unternehmensnachrichten sind zunächst Mangelware. Dass der Waschmittel- und Klebstoffhersteller Henkel weitere Übernahmen ins Auge fasst, sollte die Aktien Händlern zufolge wenig bewegen.
Impulse könnten hingegen wieder Analystenaussagen geben. So stufte die UBS die Titel des Energiekonzerns Eon hoch und rät nun zum Kauf.
Derweil strich die US-Investmentbank Goldman Sachs ihr Kaufvotum für die Aktien des Immobilienkonzerns Vonovia . Damit fallen sie auch aus der "Conviction List" mit den überzeugendsten Empfehlungen von Goldman heraus. Der Tenor auf der Branchenkonferenz am vergangenen Donnerstag sei vor dem Hintergrund steigender Zinsen vorsichtig gewesen, auch wenn für gute Chancen noch ausreichend Finanzierungsmittel zur Verfügung stünden, schrieb Analyst Jonathan Kownator./gl/stk
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