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Dr. Felix Schmidt (Berenberg): Berenberg zur EZB-Sitzung - EZB sollte bei Zinserhöhungen Maß halten

07.09.2026 - Während die Wirtschaft in der Eurozone den hohen Energiepreisen recht erfolgreich trotzt, ist die Inflationsrate im August auf 3,3 Prozent gesprungen. Alles deutet daher darauf hin, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrem Treffen am 10. September den Einlagesatz erneut um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent anheben wird. Die Inflation wird aber weiterhin fast ausschließlich durch die gestiegenen Energiepreise getrieben, und diesen Angebotsschock kann die EZB nicht durch eine striktere Geldpolitik kurieren. Darüber hinaus macht sich die EZB Sorgen um die sogenannten Zweitrundeneffekte, bei denen Unternehmen ihre gestiegenen Energiekosten an Kunden weitergeben oder Angestellte höhere Löhne als Inflationsausgleich fordern. Diese sind aber weiterhin kaum erkennbar. Die EZB läuft daher Gefahr, ohne Not die Konjunktur der Eurozone mit höheren Zinsen abzuwürgen. Es bleibt daher zu hoffen, dass die Währungshüter aus Frankfurt es bei lediglich einer weiteren Leitzinsanhebung belassen werden.

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KI braucht Strom
Halbleiter, Speicherchips und Rechenzentren haben Anlegern im KI-Boom bereits enorme Gewinne beschert. Doch jetzt zeichnet sich mit der benötigten Energie der nächste große Flaschenhals ab. Neue KI-Rechenzentren benötigen nicht mehr einige Megawatt, sondern zum Teil mehrere Gigawatt Leistung – so viel wie mehrere moderne Kernkraftwerksblöcke.

Damit beginnt ein weltweites Wettrennen um verfügbare Stromkapazitäten. Hyperscaler sichern sich bereits über langfristige Verträge gewaltige Energiemengen, während Stromnetze und Erzeugungskapazitäten mit dem Ausbau kaum Schritt halten können. Zusätzlich verschärfen geopolitische Risiken rund um den Iran-Krieg und die Straße von Hormus die Situation.

Für Energieversorger und ihre Zulieferer könnte damit ein goldenes Zeitalter beginnen. Steigende Nachfrage, langfristige Abnahmeverträge und wachsende Strompreise schaffen ein Umfeld, in dem ausgewählte Unternehmen zum nächsten großen KI-Trade werden könnten.

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