
© Foto: Symbolbild mithielfe von KI erstellt
Server, Racks, KI-Boom und kaum ein Unternehmen profitiert derzeit so sichtbar vom Hunger nach Rechenpower wie Super Micro Computer. Die Zahlen sind gewaltig, der Auftragsberg türmt sich auf über 60 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig verkaufen Insider Aktien im Millionenwert, und Analysten sind sich alles andere als einig, wohin die Reise geht. Charttechnisch steht die Aktie vor einer wichtigen Schwelle, bzw. es wird sich entscheiden, welche Richtung eingeschlagen wird. Wir schauen darauf, was das Geschäft wirklich antreibt und wie der Chart zu interpretieren ist!
Rasantes Wachstum, aber auch offene Fragen
Super Micro wächst in einem Tempo, was einfach nur wahnsinnig schnell ist. Im vergangenen Geschäftsjahr kletterte der Umsatz auf 39,1 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Plus von 78 Prozent. Getrieben wird das Ganze fast ausschließlich von dem Hunger der Welt nach KI-Servern. Neue Vertriebswege in Rechenzentren, bei Unternehmen und OEMs kommen dazu, ebenso der frisch eröffnete DCBBS-Campus im Silicon Valley, mit dem die Kapazitäten spürbar wachsen sollen. Das Management geht davon aus, dass KI-Systeme schon bald den Löwenanteil der Erlöse stellen werden. Rückenwind gibt der Auftragsbestand von rund 60 Milliarden US-Dollar, dazu sollen künftig monatlich über 6.000 Racks vom Band laufen. Für das laufende Geschäftsjahr peilt Super Micro sogar einen Umsatz zwischen 65 und 72 Milliarden US-Dollar an. Mehr als 80 Prozent davon soll aus dem KI-Geschäft kommen. Auch bei den Partnerschaften gibt es Bewegung, denn erst kürzlich ist Super Micro gemeinsam mit Nvidia in Ciscos "Secure AI Factory" eingestiegen. Dabei geht es um dicht gepackte, flüssigkeits- und luftgekühlte GPU-Systeme, die in Firmen, bei Neoclouds und in souveränen Cloud-Umgebungen zum Einsatz kommen sollen. Für Super Micro bedeutet das mehr Sichtbarkeit als zentraler Hardware-Partner in einem der größten KI-Bereiche überhaupt. Aber ausgerechnet jetzt, wo der Konzern kräftig investiert und die Zahlen so gut waren, verkaufen Insider Aktien. Die Ehefrau von CEO Charles Liang trennte sich Anfang September von 200.000 Aktien im Wert von rund 7,7 Millionen US-Dollar. Aber man muss dazu sagen, dass dieser Verkauf über einen langfristig angelegten Handelsplan abgewickelt wurde. Daher muss das nichts Schlimmes bedeuten, sorgt aber natürlich für Gesprächsstoff unter Anlegern.
Charttechnik
Der Blick auf den Chart zeigt, dass sich die Aktie aktuell in einem Bereich bewegt und aufhält, der auch für die kommenden Tage und Wochen richtungsweisend sein dürfte. Bei rund 41 US-Dollar verläuft eine wichtige Marke. Schafft es die Aktie, diese Hürde nachhaltig zu überwinden, wäre der Weg für einen echten Ausbruch nach oben frei. Als nächstes Ziel würde dann die Marke von 60 US-Dollar in den Fokus rücken. Das wäre ein Potenzial von mehr als 50 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau und selbst beim Ausbruch noch fast genauso viel. Doch die Sache hat zwei Seiten. Rutscht die Aktie stattdessen wieder ab und fällt zurück in Richtung 32 - 34 US-Dollar, wäre das Ausbruchsszenario erst einmal vom Tisch.

Was tun?
Unterm Strich bietet Super Micro ein interessantes charttechnisches Bild und damit auch Setup. Operativ läuft es gut, denn Umsatz und Auftragsbestand wachsen schnell, die Partnerschaften mit Cisco und Nvidia unterstreichen die strategische Bedeutung des Unternehmens im KI-Infrastrukturmarkt. Auch die zuletzt vorgelegten Quartalszahlen überzeugten beim Gewinn je Aktie, wenngleich der Umsatz wegen verzögerter Großprojekte knapp unter den Erwartungen blieb. Charttechnisch bleibt die 41-US-Dollar-Marke der Schlüssel. Ein Ausbruch könnte spürbaren Schwung bringen, ein Rückfall Richtung 32 - 34 US-Dollar würde dagegen erst einmal Zurückhaltung signalisieren. Jetzt heißt es die kommenden Wochen aufmerksam verfolgen und dann zuschlagen, wenn es geboten ist. Immer natürlich mit entsprechendem Absicherungsstopp!
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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