DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen reagieren erleichtert auf Fed-Signale - Crash bei Bilfinger
DOW JONES--Europas Börsen reagieren erleichtert auf Zinsentscheid und Ausblick der US-Notenbank vom Vorabend. Sorgen um die Glaubwürdigkeit der Fed bei der Bekämpfung der Inflation seien damit ausgeräumt worden, heißt es im Handel. Rückenwind kommt auch von sinkenden Ölpreisen. Der DAX steigt um 0,7 Prozent auf 25.707 Punkte, der Euro-Stoxx-50 ebenfalls um 0,7 Prozent auf 6.310 Zähler.
Die Fed hat wie allgemein erwartet, den Leitzins um 25 Basispunkte erhöht. Nach Einschätzung der meisten Marktteilnehmer blieb ihr auch keine andere Wahl angesichts der weiter zu hohen Inflation.
Der Euro erholt sich leicht von seinem scharfen Rücksetzer am Vorabend nach den eher falkenhaften Kommentaren der US-Notenbank. Deren Chef Kevin Warsh bemerkte neben der weiter zu hohen Inflation, dass er die derzeitige Geldpoliltik nur schwer als restriktiv bezeichnen könne.
Wie nachhaltig die erste Erleichterung der Börsianer ist, bleibt abzuwarten. "Am Tag nach einer Fed-Entscheidung ist es fast immer volatil", sagt ein Händler. Hinzu komme, dass am Freitag der Große Verfalltag an den internationalen Terminbörsen sei und Positionen angepasst werden müssten. Die Vorzeichen für die kommende Woche stünden dann aber auf Grün, einer Erleichterungsrally an den Aktien- und Anleihemärkten stehe nichts im Weg, fügt er hinzu.
Bemerkenswert sei, dass die Entscheidung einstimmig gefallen sei, hebt Thomas Altmann von QC Partners hervor. Die Fed sende damit ein Zeichen der Geschlossenheit, auch an Präsident Donald Trump. Besonders positiv findet Altmann den Ausblick. Er sehe zwar eine weitere Erhöhung in diesem Jahr, für 2027 aber auf erhöhtem Niveau dann stabile Leitzinsen. Die Börsen hätten dagegen mit insgesamt 3 bis 4 Zinsschritten bis Ende 2027 gerechnet.
Die 10-jährige US-Rendite zeigt sich am Morgen bei 4,99 Prozent. Die deutsche Zehnjahresrendite liegt bei knapp 3,52 Prozent, einen Tick niedriger als am Vortag.
Im Tagesverlauf wird nun auf den Zinsentscheid der Bank of England geblickt. Mehrheitlich werden hier unveränderte Leitzinsen erwartet und ein falkenhafter Ton.
Am Aktienmarkt sorgt ein Crash der Bilfinger-Aktie für Aufsehen. Der Kurs bricht um knapp 22 Prozent ein. Der Industriedienstleister hat seine Prognosen gesenkt und startet ein Sparprogramm starten. Analysten äußern sich zumeist schwer enttäuscht. Bernstein sieht nur noch eine geringe Prognosesicherheit für das kommende Jahr. Nach den Zweitquartalszahlen sei man noch davon ausgegangen, dass nicht ein Wegfall, sondern die Verschiebung von Aufträgen für das schwächere erste Halbjahr verantwortlich gewesen seien.
Wacker Chemie geben 1,8 Prozent ab in Reaktion auf neue Ziele, die auf dem Kapitalmarkttag vorgestellt werden. Die Analysten der DZ Bank werten die reduzierten Margenziele für das Jahr 2030 als wichtigen Schritt hin zu mehr Realitätssinn und Glaubwürdigkeit. Obwohl die Reduzierung optisch negativ wirke, bringe sie die benötigte Verlässlichkeit in die mittelfristige Planung zurück. Die Analysten von JP Morgan monieren, dass die neuen Finanzziele zwar weitgehend erwartungsgemäß seien, jedoch keine konkreten Fristen zu ihrer Erreichung genannt würden.
Novartis liegen 0,5 Prozent im Plus, obwohl der Pharmariese erneut einen Studienmisserfolg hinnehmen musste. Damit steigt die Zahl der klinischen Rückschläge innerhalb der vergangenen drei Wochen auf vier, während denen der Kurs um rund 10 Prozent absackte.
Moncler legen um 2,8 Prozent zu nach einer Hochstufung durch Bernstein. Sodexo wurden von JP Morgan hochgestuft und gewinnen 3,8 Prozent. Dassault Systemes fallen nach einer Abstufung durch Exane BNP auf "Underperform" um 2,4 Prozent.
Berentzen haussieren um 19 Prozent, das Unternehmen steht vor einem Verkauf in die USA. Der Getränkehersteller verhandelt mit dem US-Spirituosenhersteller Sazerac über ein Übernahmeangebot zum Erwerb sämtlicher ausstehender Berentzen-Aktien.
Index zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YT Euro-Stoxx-50 6.310,13 +0,7 43,63 6.266,50 9,0 Stoxx-50 5.350,76 +0,7 37,34 5.313,42 8,8 DAX 25.707,00 +0,7 169,25 25.537,75 5,0 MDAX 31.308,05 +0,1 31,28 27.039,42 2,3 TecDAX 3.997,47 +0,3 12,95 3.091,28 10,4 SDAX 18.239,34 +0,4 72,39 13.062,07 6,2 FTSE 10.765,84 +0,7 77,37 10.688,47 8,4 CAC 8.170,58 +0,4 29,99 8.140,59 0,3 SMI 13.896,96 +0,2 28,30 13.868,66 4,8 ATX 6.773,00 -0,6 -37,44 6.810,44 27,2 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:00 EUR/USD 1,1476 +0,1 0,0012 1,1464 1,1539 EUR/JPY 178,66 -0,3 -0,5000 179,16 178,9400 EUR/CHF 0,9468 +0,0 0,0003 0,9465 0,9448 EUR/GBP 0,8569 +0,1 0,0005 0,8564 0,8575 USD/JPY 155,65 -0,4 -0,6200 156,27 155,0600 GBP/USD 1,3389 +0,1 0,0008 1,3381 1,3451 USD/CNY 6,7073 +0,0 0,0013 6,7060 6,7066 USD/CNH 6,7068 -0,1 -0,0057 6,7125 6,7061 AUS/USD 0,7116 +0,4 0,0030 0,7086 0,7130 Bitcoin/USD 76.470,34 +0,5 342,02 76.128,32 75.661,64 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 101,44 -1,0 -0,99 102,43 Brent/ICE 104,32 -1,4 -1,51 105,83 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.333,52 +1,7 71,43 4.262,09 Silber 64,41 +2,3 1,46 62,96 Platin 1.798,91 +2,7 47,16 1.751,75 (Angaben ohne Gewähr)
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September 17, 2026 04:18 ET (08:18 GMT)
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