
© Foto: Symbolbild von Mudit Jain auf Unsplash
Die Puma-Aktie hat in den vergangenen Wochen weiter den Rückwärtsgang angetreten. Von Kursen, wie noch vor wenigen Wochen, von über 30 Euro ist nicht mehr viel übrig. Aktuell steht das Papier bei rund 22,30 Euro. Auch der Blick auf den Chart macht die Lage nicht gerade entspannter. Gleichzeitig versucht der Sportartikelhersteller, sein Geschäft neu aufzustellen. Für Anleger wird es damit spannend.
Puma steckt mitten im Umbau
Es bewegt sich was bei Puma. Matthias Bäumer, bisher Chief Commercial Officer, verlässt das Unternehmen zum Monatsende. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt Vorstandschef Arthur Höld seine Aufgaben zunächst selbst. Gleichzeitig holt Puma Verstärkung von einem großen Konkurrenten. Steve Cecchini wechselt von Nike nach Herzogenaurach und übernimmt das Sportmarketing. Der Zeitpunkt ist interessant gewählt, denn Puma muss gerade beweisen, dass der eingeschlagene Weg funktioniert. Die Marke ist bekannt. Das Problem liegt eher darin, wieder dauerhaft mehr Dynamik ins Geschäft zu bekommen und der geplante Umbau soll dabei helfen. Für Anleger bedeutet das aber auch, geduldig zu bleiben, denn die Wirkung solcher Maßnahmen zeigt sich selten von heute auf morgen. An der Börse kommt das derzeit aber nicht besonders gut an. Die Analysten werden vorsichtiger. Die Bank of America hat ihr Kursziel zuletzt von 26 auf 21 Euro gesenkt. RBC ging von 25 auf 23 Euro zurück. Die DZ Bank sieht den fairen Wert dagegen bei 22,50 Euro und bleibt bei "Halten". Die Spanne zeigt, wie unterschiedlich die Erholung inzwischen eingeschätzt wird.
Gute Nachrichten gibt es, aber reicht das?
Ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt, dass bei Puma nicht alles ganz so schlecht läuft, wie der Kurs aktuell vermuten lässt. Die Bruttomarge stieg im zweiten Quartal um 180 Basispunkte auf 48,0 Prozent. Auch beim EBIT gab es eine Verbesserung. Der operative Verlust fiel von 109,1 Millionen Euro im Vorjahr auf 53,1 Millionen Euro. Das könnte man als klaren Schritt in die richtige Richtung bezeichnen, dennoch bleibt das große Problem der Umsatz. Wenn weniger Produkte verkauft werden, wird es schwer, die Ergebnisverbesserung dauerhaft fortzusetzen. Genau hier liegt eine der wichtigsten Fragen für die kommenden Quartale. Puma muss zeigen, dass die bessere Marge nicht nur aus Sparmaßnahmen kommt, sondern wieder mit mehr Geschäft, also mehr Umsatz, verbunden werden kann. Die nächsten Zahlen dürften deshalb besonders wichtig werden und auch Beachtung bei den Investoren und Banken finden. Am 29. Oktober stehen die Ergebnisse des dritten Quartals an. Dann sollte man schon etwas besser erkennen, ob die bisherigen Maßnahmen greifen. Auch die Entwicklung der Nachfrage dürfte im Mittelpunkt stehen. Für die Aktie könnte das ein wichtiger Moment werden.

Charttechnik
Beim Chart sieht es derzeit eher nach - positiv ausgedrückt - "Durchatmen" als nach Befreiungsschlag aus. Die Aktie liegt unter dem 50er und dem 200er SMA. Das spricht für einen intakten Abwärtstrend und zeigt, dass sich die Aktie erst einmal wieder nach oben arbeiten müsste. Der RSI liegt bei etwa 30 Punkten. Damit ist Puma technisch stark abgekühlt. Viele Anleger achten in solchen Situationen auf eine mögliche Gegenbewegung. Genau die kann kommen. Sicher ist sie aber nicht, denn ein niedriger RSI kann auch länger niedrig bleiben, wenn weiter verkauft wird. Entscheidend wird deshalb sein, ob der Kurs anschließend wichtige Widerstände zurückerobern kann. Da wäre z. B. die Marke bei 25,50 Euro nach oben interessant.
Was tun?
Auf der einen Seite steht bei Puma derzeit ein Kurs, der deutlich zurückgekommen ist und technisch angeschlagen wirkt. Auf der anderen Seite gibt es erste operative Verbesserungen. Die höhere Bruttomarge und der deutlich kleinere EBIT-Verlust machen Hoffnung. Der Umsatzrückgang zeigt aber ebenso klar, wo noch Arbeit wartet. Für Kauf-Interessierte bleibt die Aktie ein Wert, bei dem sich Chancen und Risiken aktuell ziemlich direkt gegenüberstehen. Die nächsten Quartalszahlen könnten hier wichtige neue Hinweise liefern. So lange aber Puma unter dem 50er und dem 200er SMA bleibt, zeigt der übergeordnete Trend nach unten. Seitenlinie ist vielleicht nicht die schlechteste Wahl.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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