
© Foto: Symbolbild mit KI erstellt
Steyr Motors sorgt gerade für Aufmerksamkeit an der Börse. Erst der Kursrutsch, dann die geplatzten Übernahmegespräche mit Red Cat, dazu eine deutlich gesenkte Prognose. Die Aktie musste einiges einstecken. Jetzt zeigt der Kurs erste Lebenszeichen. Der RSI lag im überverkauften Bereich, bei etwa 29 Punkten, kurz darauf jetzt bei 54. Historisch könnte eine solche Bewegung oft ein Vorbote für eine Gegenbewegung sein. Gleichzeitig sitzt Steyr Motors auf einem Auftragsbestand von 310 Millionen Euro. Reicht das für die Wende?
Prognoseschock trifft auf pralles Auftragsbuch
Steyr Motors baut Hochleistungsmotoren für die Rüstungsindustrie und die Schifffahrt. Sie stecken in Spezialfahrzeugen, Booten und dienen als Hilfsaggregate für Panzer und Lokomotiven. Seit Oktober 2024 notiert die Aktie im Scale-Segment. Zuletzt geriet der Titel spürbar unter Druck. Der Grund war, dass die Steyr Motors die Jahresprognose kräftig zurückschrauben musste. Statt 75 bis 95 Millionen Euro Umsatz rechnet das Management nun mit 55 bis 61 Millionen Euro, die Marge fällt mit 8 bis 12 statt 15 Prozent um einiges schmaler aus. Der Grund dafür waren verzögerte Aufträge, vor allem im Verteidigungsbereich. Die Mittelfristprognose für 2027 wurde komplett gestrichen. Im ersten Halbjahr lag der Umsatz mit 22,8 Millionen Euro etwa auf Vorjahresniveau, das bereinigte EBIT schmolz aber auf gerade 0,1 Millionen Euro und unter dem Strich stand ein Verlust. Positiv zu werten ist, dass mit der Übernahme des dänischen Motorenbauers BUKH das Portfolio wächst und künftig sind Motoren von 24 bis 700 PS im Angebot. Der Auftragsbestand von 310 Millionen Euro reicht bis 2030 und bleibt der große Trumpf.

Charttechnik
Charttechnisch hat die Aktie einiges hinter sich. Vom Hoch bei knapp 60 Euro im Herbst 2025 ging es tief runter, zeitweise recht deutlich unter 30 Euro bei um die 27 Euro. Aktuell pendelt der Kurs nach einem schnellen Anstieg um die 33,50 Euro. Der RSI notiert jetzt über der 50er-Marke. Das ist positiv zu werten, denn auch das Momentum ist stark angezogen. Das muss zwar keine sofortige Trendwende bedeuten, doch solche Werte gehen historisch oft mit einer Gegenbewegung einher. Ein erster Schritt wäre ein Ausbruch über die kurzfristigen Widerstände. Gerade hier bei 33,50 - 35 Euro. Gelingt der Ausbruch, wäre eine Erholung Richtung 40 - 45 Euro denkbar. Wer einsteigt, sollte aber trotzdem mit weiteren Rücksetzern rechnen, die Schwankungen bei Steyr Motors sind und bleiben wohl auch künftig hoch.
Was tun?
Die jüngsten Zahlen zeigen, dass Steyr Motors mitten in einer Übergangsphase steckt. Die gesenkte Prognose und die eher schwachen Halbjahreszahlen sprechen für Vorsicht. Auf der anderen Seite steht der pralle Auftragsbestand von 310 Millionen Euro für intakte langfristige Perspektiven, ebenso wie die BUKH-Übernahme und neue Projekte wie die CORNUS-Fahrzeuge in Slowenien. Charttechnisch liefert der schnell angesprungene RSI zumindest ein Argument für eine Gegenbewegung. Wer von der Rebound-Chance profitieren will, sollte nicht die gesamte Position auf einmal aufbauen. Ein gestaffelter Einstieg in mehreren Schritten verteilt das Risiko. Am 22. Oktober stehen die Zahlen zum dritten Quartal an, sie dürften zeigen, ob sich die verzögerten Aufträge endlich in Umsatz verwandeln. Bis dahin bleibt Steyr Motors eine Wette mit Chancen und Risiken. Daher auch immer geeignete Stoppkurse setzen, sofern sich alles anders entwickelt, als gedacht.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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