Bei Masterflex könnte 2027 zu einem besonders interessanten Jahr werden. Denn ausgerechnet jetzt, da zwei große unternehmenseigene Wachstumsprojekte vor dem Hochlauf stehen, verbessert sich auch das wirtschaftliche Umfeld. Damit besteht die Chance, dass künftig nicht mehr nur neue Kapazitäten und Aufträge für zusätzliche Erlöse sorgen, sondern auch das bestehende Geschäft wieder stärkeren Rückenwind erhält.
In den vergangenen Jahren, in denen die deutsche Industrie eine hartnäckige Schwächephase durchlief, war davon wenig zu spüren. Umso bemerkenswerter ist, was Masterflex in dieser Zeit erreicht hat. Der Spezialist für anspruchsvolle Schlauch- und Verbindungssysteme konnte nicht nur weiter wachsen, sondern insbesondere seine Profitabilität deutlich erhöhen. Die EBIT-Marge, die vor einigen Jahren noch im mittleren einstelligen Prozentbereich gelegen hatte, bewegt sich inzwischen nachhaltig oberhalb von 13 Prozent.
Auch 2026 bleibt das Unternehmen auf diesem Kurs. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um 1,7 Prozent auf 54,3 Mio. Euro, das operative EBIT verbesserte sich um 1,9 Prozent auf 8,0 Mio. Euro. Gleichzeitig erhöhte sich der Auftragsbestand von 19,8 Mio. Euro zum Jahresbeginn auf 21,8 Mio. Euro. Die Prognose von 103 bis 108 Mio. Euro Umsatz und 13 bis 16 Mio. Euro EBIT wurde bestätigt.
Nun könnte sich eine zusätzliche Unterstützung ergeben. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im September erneut gestiegen, auch aus der Industrie kommen bessere Signale. Zudem haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Wachstumsprognose für Deutschland angehoben und erwarten für 2026 inzwischen ein BIP-Plus von 1,3 Prozent. Von einem Boom ist die deutsche Wirtschaft damit noch weit entfernt. Für Masterflex könnte aber bereits eine Normalisierung in bislang schwachen Absatzmärkten einen spürbaren Unterschied machen.
Noch wichtiger sind die selbst geschaffenen Wachstumstreiber. Das neue Werk in Marokko erweitert die Kapazitäten im Luftfahrtgeschäft, zugleich stehen beim größten Engineering- und Rahmenvertrag der Unternehmensgeschichte die ersten Auslieferungen an. Derzeit verursachen beide Projekte noch Anlaufkosten. Ab 2027 sollen sie hingegen nennenswert zum Wachstum beitragen. Treffen diese zusätzlichen Erlöse tatsächlich auf eine konjunkturelle Erholung, würde sich die Ausgangslage für das langfristige Umsatzziel von 200 Mio. Euro bis 2030 deutlich verbessern.
An der Börse wird diese Perspektive bislang kaum honoriert. Die Masterflex-Aktie bewegt sich seit mehr als einem Jahr überwiegend seitwärts und ist mehrfach an der Zone knapp unter 15 Euro gescheitert. Auffällig ist allerdings, dass langfristige Investoren gerade in dieser Phase größere Positionen aufgebaut haben. J.F. Müller & Sohn erhöhte seinen Anteil auf 29,37 Prozent, Alpha Entrepreneurial Partners stieg mit 7 Prozent ein. Ist das das berühmte Smart Money, das sich für den nächsten Schub platziert?
(aktien-global.de, erstellt 28.09.26, 10:03 Uhr, veröffentlicht 28.09.26, 10:06 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/impressum/)
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