Schwaches Wachstum verschärft die Prüfung von Investitionen, da die zunehmende KI-Regulierung die Anforderungen an Governance und Datenkontrolle erhöht dies geht aus dem ISG Provider Lens-Bericht hervor
Deutsche Unternehmen gehen bei ihren Programmen für Anwendungsentwicklung und -wartung (Application Development and Maintenance, ADM) zunehmend selektiver vor: Statt zusätzliche Entwicklungskapazitäten aufzubauen, konzentrieren sie sich darauf, technische Schulden abzubauen und KI im Rahmen stärker strukturierter Bereitstellungsmodelle einzusetzen. Dies geht aus einem neuen Forschungsbericht hervor, den die Information Services Group (ISG) (Nasdaq: III), ein weltweit tätiges Forschungs- und Beratungsunternehmen mit Fokus auf KI-Technologien, heute veröffentlicht hat.
Der Bericht "ISG Provider Lens AI-driven ADM Services 2026" für Deutschland zeigt, dass die schwache Konjunktur zwar nicht zu einem allgemeinen Rückzug aus Technologieinvestitionen führt, jedoch die Projektprioritäten verschiebt. Anwendungsmodernisierung und KI-Enablement haben sich als resilienter erwiesen als die allgemeine Individualentwicklung. Hinzu kommt, dass die im August 2026 in Kraft getretenen umfassenden Vorgaben der KI-Verordnung der EU (EU AI Act) den Fokus stärker auf Dokumentation, Auditierbarkeit und die Kontrolle über sensible Unternehmensdaten lenken.
"Zwar erweitert KI die Möglichkeiten für Unternehmen, Prozesse zu automatisieren, jedoch erfordert dies eine konsequente Umsetzung", so Matthias Paletta, Director bei ISG. "Deutsche Unternehmen wollen messbare Produktivitätssteigerungen erzielen, ohne dabei Abstriche bei Qualität oder Verantwortlichkeit zu machen."
Da KI-gestützte Toolchains die Arbeit über den gesamten Anwendungslebenszyklus hinweg verbinden, verschwimmen die traditionellen Grenzen zwischen Anwendungsentwicklungsprojekten, Managed Services und Qualitätssicherung zusehends. Unternehmen reagieren darauf mit Build-Run-Improve-Modellen, die Tests und den Übergang in den Betrieb früher im Prozess verankern.
Deutsche Auftraggeber wenden sich zunehmend davon ab, Dienstleistungen nach Personentagen einzukaufen, und setzen stattdessen auf Verträge, die an konkrete Software-Ergebnisse geknüpft sind. Entsprechend dürften ADM-Verträge künftig klarere Zielgrößen für Durchlaufzeiten, Fehlerquoten und den Fortschritt bei der Modernisierung definieren. Auch die digitale Souveränität wird bei der Auswahl von Dienstleistern zunehmend wichtiger, da KI-gestütztes ADM den Umgang mit sensiblem Quellcode, proprietärer Prozesslogik und Unternehmensdaten umfassen kann. Besonders in regulierten Branchen achten Unternehmen daher verstärkt auf Hosting innerhalb der EU und den Einsatz transparenter Modelle.
Lokale Bereitstellungskapazitäten sind nach wie vor wichtig, da ADM-Leistungen über die reine Programmierung hinausgehen und verstärkt Anforderungen, Integration und Change-Management umfassen. Deutsche Auftraggeber legen häufig Wert auf eine Leistungserbringung in deutscher Sprache und auf lokale Führung, insbesondere in stark regulierten Branchen und im Mittelstand. Anbieter, die lokale Geschäftspraktiken und Entscheidungsprozesse kennen, können Anforderungen präziser auslegen und Reibungsverluste bei der Umsetzung minimieren, so ISG.
"Mit dem Einzug von KI-Agenten in reale Delivery-Workflows müssen Unternehmen entscheiden, was automatisiert werden kann und wo die menschliche Verantwortung erhalten bleiben muss", erklärt Oliver Nickels, Hauptautor der Studie. "Dienstleister werden zunehmend erfahrene Fachkräfte benötigen, die KI-Ergebnisse überwachen und geschäftliche Anforderungen in zuverlässige Systeme überführen können."
Der Bericht untersucht zudem weitere Anwendungstrends, die deutsche Unternehmen betreffen, darunter die Auswirkungen von KI auf traditionelle, aufwandsbezogene Bereitstellungsmodelle sowie steigende Investitionen von Dienstleistern in wiederverwendbare Engineering-Plattformen.
Weitere Informationen zu den Herausforderungen, die KI-gestützte ADM-Services für deutsche Unternehmen mit sich bringen, sowie Empfehlungen von ISG für den Umgang damit, finden Sie hier im ISG Provider Lens Focal Points Briefing.
Der Bericht bewertet die Kompetenzen von 26 Anbietern in einem Quadrant: Application Development Projects.
adesso SE, Allgeier, Coforge, DATAGROUP, Deutsche Telekom MMS, Materna und msg systems werden als Leader eingestuft.
P3 und Senacor werden in dem Quadranten als Rising Stars eingestuft nach der Definition von ISG ein Unternehmen mit einem "vielversprechenden Portfolio" und "hohem Zukunftspotenzial".
Im Bereich Customer Experience wurde Altimetrik unter den Anbietern KI-gestützter ADM-Services zum globalen ISG CX Star Performer 2026 ernannt. Altimetrik erzielte in der ISG-Umfrage Voice of the Customer im Rahmen des ISG Star of Excellence-Programms die höchsten Werte bei der Kundenzufriedenheit. Das Programm gilt als wichtigste Qualitätsauszeichnung der Technologie- und Unternehmensdienstleistungsbranche.
Eine individuell angepasste Version des Berichts ist bei Materna verfügbar.
Der Bericht "ISG Provider Lens AI-driven ADM Services 2026" für Deutschland steht Abonnenten zur Verfügung und kann auf dieser Website auch einzeln erworben werden.
Über die Information Services Group (ISG)
ISG (Nasdaq: III) ist ein weltweit tätiges Forschungs- und Beratungsunternehmen mit Fokus auf KI-Technologien. Als zuverlässiger Partner von mehr als 900 Kunden, darunter 75 der 100 weltweit führenden Unternehmen, nimmt ISG seit Langem eine führende Rolle bei Technologie- und Unternehmensdienstleistungen ein. Heute gehört das Unternehmen zu den Vorreitern beim Einsatz von KI, um Unternehmen zu operativer Exzellenz und schnellerem Wachstum zu verhelfen. Das 2006 gegründete Unternehmen ist für seine proprietären Marktdaten und Analysen, seine fundierte Kenntnis und Governance von Anbieterökosystemen sowie die Expertise seiner weltweit 1,500 Fachkräfte bekannt, die gemeinsam daran arbeiten, den Nutzen der Technologieinvestitionen ihrer Kunden zu maximieren.
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