
© Foto: Symbolbild mit KI erstellt
Rekordhoch bei über 195 Euro, und jetzt? Von der Party, die noch im April 2026 stattfand, ist nicht mehr viel übrig. Die Aktie rutscht seit Wochen ab, und im Chart ist ein gefürchtetes Signal aufgetaucht. Dazu kommt ein Aufsichtsrat, der Aktien verkauft hat. Auch die Sorgen rund um KI und SpaceX drücken auf die Stimmung. Die Analysten bleiben zwar noch relativ bullisch, doch am Ende zählt am Markt nur der Kurs und der wird von Angebot und Nachfrage bestimmt. Steht Siemens Energy vor dem nächsten Rutsch? Und wie tief kann es gehen? Wer investiert ist, sollte jetzt genau hinsehen und weiterlesen!
Wie so oft! Die Party scheint vorbei, nur sagt es noch keiner laut
Im April war die Welt noch in Ordnung. Über 195 Euro, genauer gesagt 195,60 Euro, ein Rekordhoch, Jubel überall. Heute aber kostet die Aktie "nur noch" rund 142 Euro. Auch das Jahresplus von etwas über 15 Prozent schmilzt weiter. Im Dreimonatsvergleich ist die Aktie schon klar negativ. Schuld an dem Kursabschwung sind Zweifel an der KI-Euphorie. Bauen die großen Konzerne die Rechenzentren langsamer als gedacht, trifft das Siemens Energy hart. Dazu drücken die SpaceX-Turbinenpläne auf die Stimmung. Und Aufsichtsrat Robert Kensbock verkaufte ausgerechnet jetzt 1.100 Aktien für rund 160.000 Euro. Das ist zwar generell kein Beinbruch, aber ein schlechtes Zeichen und vor allem zur Unzeit. Käufe wären jetzt natürlich besser, als Verkäufe und würden das Vertrauen in das Kursniveau stärken, aber auch die Zahlen haben einen Haken. Der hohe Nettogewinn enthält einen einmaligen Buchgewinn aus Indien. Siemens Gamesa fährt weiter eine negative Marge. Die Forschungsausgaben steigen trotz des Wachstums nicht. Die Latte fürs Jahr liegt hoch. So sollen es 14 bis 16 Prozent Umsatzplus sein, 10 bis 12 Prozent Marge und rund 4 Milliarden Euro Nettoergebnis. Der Pre-Close-Call, geplant für den heutigen Mittwoch und die Jahreszahlen am 11. November werden zeigen, ob das reicht.
Charttechnik
Im Chart sieht es eher düster aus. Der 50er SMA hat den 200er SMA von oben nach unten gekreuzt. Chartisten sprechen von einem Todeskreuz und das ist ein klassisches Warnsignal. Die Aktie steckt ohnehin schon länger (mehrere Wochen und Monate - quasi seit dem Rekordhoch im April) in einem Abwärtstrend. Kommt jetzt keine Erholung, geht es weiter bergab. Dann rückt die Marke von 120 Euro in Reichweite. Auch noch tiefere Kurse sind nicht ausgeschlossen und daher ebenfalls möglich. Erst ein Sprung zurück Richtung 150 - 155 Euro würde das Bild wieder aufhellen. Viele Anleger dürften ihre Stoppkurse um die 130 - 135 Euro platziert haben. Fällen diese Marken, könnte es schnell ungemütlich werden.

Was tun?
Siemens Energy bleibt ein starkes Unternehmen. Der Auftragsbestand liegt bei 162 Milliarden Euro, Berenberg sieht 205 Euro, J.P. Morgan bleibt bei "Overweight". Doch die Aktie ist ambitioniert bewertet, und der Chart warnt deutlich. Dazu kommen Einmaleffekte, die nur die Bilanz aufgehübscht haben und die Gamesa-Schwäche sowie der Insiderverkauf. Der Rat lautet deshalb, dass vorsichtige Anleger vielleicht besser Gewinne mitnehmen oder zumindest einen Teil ihrer Aktien verkaufen. Wer langfristig denkt, sichert den Rest mit einem Stopp bei 130 Euro ab. Neue Käufe lohnen sich erst wieder, wenn die Aktie zurück über den 200er SMA steigt.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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