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Nach mehr als 40 Prozent Kursrückgang sehen wir bei Nestlé eine Bodenbildung und rechnen mit einer kräftigen Erholung. Eine HKCM-Analyse.
Kaum ein Konzern ist so fest im Alltag verankert wie Nestlé. Ob Nescafé, KitKat, San Pellegrino oder Felix: Die Marken des Schweizer Konzerns gehören für viele Menschen zum täglichen Einkauf. An der Börse hat sich das in den vergangenen Jahren jedoch nicht widergespiegelt. Vom Allzeithoch bei 129.50 Franken im Januar 2022 ist die Aktie auf rund 75 Franken zurückgefallen.
Neben mehreren Belastungen im Unternehmensumfeld hat vor allem die Entwicklung im Kerngeschäft die Anleger zurückhaltend gestimmt. Charttechnisch hat sich daraus nun eine Chance ergeben, die wir für unser Euro-Titans-Paket genauer beleuchtet haben.

Von Nescafé über KitKat bis Purina: Das breite Markenportfolio hat Nestlé bislang durch jede Krise getragen.
Rückruf und Chefwechsel: Nestlé kommt nicht zur Ruhe
Den bislang schwersten Schlag musste der Konzern im Januar 2026 verkraften. Nestlé verkündete den größten Produktrückruf seiner Geschichte: Säuglingsnahrung der Marken Beba, Alfamino, NAN und SMA war mit dem Giftstoff Cereulid belastet. Betroffen waren mehr als 800 Produkte in rund 60 Ländern. Kritiker warfen dem Unternehmen vor, die Öffentlichkeit erst mit Verzögerung informiert zu haben.
Auch an der Konzernspitze herrschte Unruhe. Im September 2025 wurde CEO Laurent Freixe fristlos entlassen, weil er eine Beziehung zu einer Mitarbeiterin verschwiegen hatte. Es war bereits der zweite Chefwechsel binnen eines Jahres. Seitdem führt der frühere Nespresso-Chef Philipp Navratil den Konzern.
Neu sind solche Schlagzeilen für Nestlé allerdings nicht. Von der umstrittenen Milchpulver-Vermarktung in den 1970er-Jahren bis zu den Vorwürfen rund um aufbereitetes Quellwasser bei Perrier und Vittel hat der Konzern zahlreiche Krisen überstanden, ohne seine Marktstellung einzubüßen.
Problem im Kerngeschäft: Warum der Oktober so wichtig wird
So präsent die Skandale sind, den Kursrückgang erklären sie nur zum Teil. Schwerer wiegt die Entwicklung im operativen Geschäft. Nach Jahren robuster Absätze gingen die Verkaufsvolumen über mehrere Quartale zurück. Für einen Konsumgüterkonzern, der sonst unbeeindruckt von konjunkturellen Schwankungen wächst, ist das ein Warnsignal.
Wie empfindlich der Markt inzwischen reagiert, zeigte sich nach den Halbjahreszahlen im Juli: Die Aktie verlor an einem Tag 6.4 Prozent, nachdem Analysten der UBS bemängelt hatten, dass die verbesserte operative Marge größtenteils auf einen Sondereffekt zurückging.

Laut unserer Analyse hat Nestlé den Boden nahezu gefunden. Wir rechnen mit einer kräftigen Erholung über den Widerstand bei 91.72 Franken.
Zuletzt kamen jedoch versöhnlichere Signale. Das Management bestätigte seine Jahresziele mit einem organischen Wachstum von 3 bis 4 Prozent und einem freien Cashflow von mehr als 9 Milliarden Franken. Jefferies stufte die Aktie Mitte September von Hold auf Buy hoch.
Neue Impulse dürfte der 22. Oktober liefern, wenn Nestlé die Umsätze der ersten neun Monate vorlegt. Nach dem deutlichen Kursrückgang notiert die Aktie so günstig wie seit Jahren nicht mehr, während eines der stärksten Markenportfolios der Welt unverändert Umsatz generiert. Dass sich daraus eine Chance ergibt, zeigt auch das Chartbild.
HKCM-Analyse: Nestlé liefert ein Einstiegssignal
Aus Sicht der Elliott-Wellen-Analyse befindet sich Nestlé seit dem Allzeithoch in einer übergeordneten Korrektur. Innerhalb dieser Korrektur hat die Aktie seit Sommer 2025 eine breite Schwankungsspanne ausgebildet, deren Unterseite die Unterstützung bei 69.90 Franken markiert. Der jüngste Rücksetzer vom Hoch im August fügt sich in dieses Bild ein und dürfte nach unserer Einschätzung bald auslaufen. Am 18. September hat sich für uns daraus ein Einstiegssignal ergeben. Im Anschluss rechnen wir mit einer kräftigen Erholung, die den Kurs zurück über den Widerstand bei 91.72 Franken führen sollte, wo die Hochs aus dem Frühjahr 2025 liegen.
INFO: Nestlé ist mit 39 weiteren europäischen Schwergewichten Teil unseres Euro-Titans-Pakets, inklusive Ziel- und Einstiegszonen sowie Handelsparametern.
Ganz ausschließen lässt sich ein weiterer Rückschlag allerdings nicht. Fällt der Kurs signifikant unter 69.90 Franken, würde sich die Bodenbildung zeitlich und preislich ausdehnen. Diese Variante bewerten wir derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 36 Prozent. Für uns überwiegt die Kombination aus fundamentaler Stärke und charttechnischer Schwäche, die den Ausschlag für unseren Einstieg gegeben hat. Die konkreten Zielzonen und Handelsparameter sind unseren Abonnenten vorbehalten.
Leseempfehlung auf HKCM-Insights: Das schwerste Paket der HKCM-Geschichte: Index XL
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar, sondern eine charttechnische Einschätzung zu Informationszwecken. Börsengeschäfte sind risikobehaftet. Treffen Sie Entscheidungen stets eigenverantwortlich.
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