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Die Aktie von US-Biotechnologiekonzern Regeneron bietet nach einer Korrektur in den vergangenen Wochen eine fundamental attraktive Einstiegsgelegenheit.
Biotechnologie schlägt Künstliche Intelligenz
Die Biotechnologie-Branche befindet sich im Aufwind, und zwar nicht erst seit dem aufsehenerregenden Forschungsdurchbruch und der Kursexplosion von BioNTech-Mitbewerber Moderna. Seit rund eineinhalb Jahren befindet sich die Branche in einem starken Aufwärtstrend, der vor allem am Nasdaq Biotechnology Index abgelesen werden kann, der sich von unter 3.600 Punkten auf 7.400 Punkte zeitweise mehr als verdoppelt hat.
Neben beschleunigten Zulassungsverfahren, Effizienzgewinnen durch KI-unterstützte Wirkstoffforschung haben auch lange günstige Unternehmensbewertungen zur positiven Kursentwicklung beigetragen. Mit einem Anstieg von rund 37 Prozent lässt der Segmentindex aktuell sogar das Technologiebarometer Nasdaq 100 (+24,3 Prozent) hinter sich.
Regeneron mit hoher Schwankungsbreite, aber auch einer Einstiegschance
Eine Berg- und Talfahrt erlebte hingegen die Aktie von Regeneron. Die Anteile des Unternehmens, das sowohl mit Bayer als auch mit Sanofi zusammenarbeitet, befinden sich zwar gegenwärtig ebenfalls im Aufwind - allerdings nach einer crashartigen Korrektur zwischen September 2024 und Juni 2025, als die Aktie mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren hat.
Nach einem bislang zufriedenstellenden Jahresverlauf kam es auch in den vergangenen Wochen zu einer Korrektur. Die fiel allerdings überschaubar und im Rahmen eines marktüblichen Kursgeschehens aus. Da die Geschäftsentwicklung unverändert stark, die Unternehmensbewertung auch im Branchenvergleich äußerst günstig ist und zuletzt eine neue, finanziell umfassende Zusammenarbeit mit Sanofi bekannt gegeben wurde, ist die Aktie jetzt einen Einstieg wert.

Forschungskooperation mit Sanofi und ein Blockbuster in Aussicht
Regeneron ist einem breiten Publikum vor allem während der Corona-Pandemie bekannt geworden, das Unternehmen hatte einen Antiviren-Cocktail namens REGN-COV2 entwickelt, der auch US-Präsident Donald Trump während seiner ersten Amtszeit und dessen Corona-Erkrankung verabreicht wurde. Die eigentlichen Kassenschlager sind jedoch die zusammen mit Bayer und Sanofi entwickelten Präparate Eylea und Dupixent. Darüber hinaus ist der monoklonale Antikörper Libtayo zur Behandlung von verschiedenen Krebsarten aktuell besonders wachstumsstark.
Was allerdings zur abwechslungsreichen Kursentwicklung in den vergangenen Jahren beigetragen hat, ist die Furcht vor der sogenannten Patentklippe, da sowohl die Exklusivrechte für Eylea als auch für Dupixent in den kommenden Jahren auslaufen werden und es höhere Dosierungen oder andere Verabreichungsformen allein nicht richten werden. Auch um zukünftigen Einnahmeausfällen entgegenzuwirken, wurde daher jetzt eine umfangreiche Forschungskooperation mit Sanofi beschlossen, die Umsatzbeteiligungen und erfolgsabhängige Prämien von bis zu 8 Milliarden US-Dollar vorsieht.
Aktie nach wochenlanger Korrektur mit Erholungschance
Aktuell notiert die Regeneron-Aktie gegenüber dem Jahresauftakt mit roten Vorzeichen. Das ist nach der Erholung im Sommer vor allem der Korrektur in den zurückliegenden Wochen zu verdanken. Die ist aus technischer Perspektive auf eine zeitweilige Überhitzung der Aktie zurückzuführen; für Kurse oberhalb von 800 US-Dollar war der Relative-Stärke-Index (RSI) deutlich überkauft, woraufhin es in diesem Bereich zu einer Top-Bildung gekommen ist.
Zwar hat sich die technische Ausgangslage zuletzt deutlich eingetrübt mit Notierungen unterhalb der 50-Tage-Linie, einem Vorzeichenwechsel im Trendstärkeindikator MACD, der damit einen Abwärtstrend der Aktie anzeigt, und einem überverkauften RSI. Doch es gibt auch Indizien für eine unmittelbar bevorstehende Gegenbewegung. In der vergangenen Woche hat Regeneron auf der wichtigen 200-Tage-Linie aufgesetzt. Da die Aktie bereits überverkauft handelt, ist ein Unterschreiten dieser Unterstützung nicht zu erwarten.
Stattdessen dürfte es zu einem Rebound in Richtung 780 bis 800 US-Dollar kommen, wo neben der 50-Tage-Linie ein horizontaler Widerstand lauert. Gelingt ein Anstieg darüber, würde die Top-Bildung gesprengt und der längerfristige Erholungstrend wieder aufgenommen werden. Um die konstruktive Ausgangslage nicht zu gefährden, darf die Aktie allerdings nicht nachhaltig (also mindestens auf Wochenschlusskursbasis) unter 700 US-Dollar fallen, ansonsten droht eine tiefere Korrektur bis zur Aufwärtstrendlinie oder gar dem Bereich um 600 US-Dollar.
Fazit: Hier stimmt vor allem die Bewertung, Aktie ein Kauf
Während der Chart zum aktuellen Zeitpunkt Restrisiken nicht vollständig ausschließt, dürfte vor allem auch die Unternehmensbewertung einen Boden zur Unterseite bilden, denn mit einem KGVe 2026 von 13,4 und einem Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis (PEG) von 1,12 ist Regeneron äußerst günstig bewertet mit Abschlägen von 27,3 beziehungsweise 37,8 Prozent gegenüber dem Branchenmittel. Gegenüber der historischen Norm herrscht eine Unterbewertung von immerhin 21,1 Prozent, die sich auch über viele weitere Kennziffern hinweg fortsetzt. Da Regeneron abzüglich aller Verbindlichkeiten über ein Nettovermögen von mehr als 15 Milliarden US-Dollar verfügt, ist vor allem das Verhältnis zwischen Unternehmenswert und EBITDA sehr attraktiv, wo mit 8,1 ein einstelliges Vielfaches mit einem Abschlag von 35,5 Prozent gegenüber der Vergleichsgruppe vorliegt.
Nach der deutlichen Wachstumsbeschleunigung in den zurückliegenden Quartalen ist die Regeneron-Aktie daher jetzt einen Einstieg wert. Neben der attraktiven Unternehmensbewertung sprechen Indizien für eine Trendwende und ein insgesamt starker Branchentrend für den Kauf der Anteile. Stopps können im Bereich von 700 US-Dollar gesetzt werden. Sollte die Aktie dauerhaft unter diese Marke fallen, dürften die nächsten Einstiegsmarken bei 630 beziehungsweise 600 US-Dollar liegen. Im Mittel veranschlagen Analystinnen und Analysten den fairen Wert der Anteile bei 853,19 US-Dollar.
Gastautor: Max Gross
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