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MÄRKTE EUROPA/Rally läuft weiter - Öl fällt - Techwerte gesucht

DJ MÄRKTE EUROPA/Rally läuft weiter - Öl fällt - Techwerte gesucht

DOW JONES--Weiter aufwärts ist es am Dienstag an Europas Börsen gegangen. "Die Hausse nährt die Hausse", hieß es im Handel. Hauptrisiko für die Börsen sei jede neuerliche Eskalation im Nahen Osten. Hier gab es aber gute Nachrichten von US-Finanzminister Bessent, der von einer bevorstehenden Einigung mit dem Iran sprach, zumindest was die freie Passage durch die Straße von Hormus anging. "Schon morgen" könnte die Straße wieder offen sein, hieß es. Entsprechend kamen die Ölpreise über 5 Prozent zurück. Der DAX stieg um 0,8 Prozent auf 26.202 Punkte, bei 26.267 wurde ein neues Rekordhoch gesetzt. Laut Charttechnikern hat der Index Potenzial bis 27.000 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 gewann 0,9 Prozent auf 6.487 Zähler.

Die geopolitische Lage bleibt aber weiter unübersichtlich, die vielen zwischengeschalteten Verhandler aus Pakistan, dem Oman und Jordanien bestimmen das Geschehen. "Durch das frühe Ausschalten der wichtigsten politischen und militärischen Führungsfiguren im Iran hat sich seit Beginn des Krieges ein Verhandlungsvakuum im Land selbst gebildet", hieß es bei CMC.

Für Bewegung bei Einzelaktien sorgte eine Flut von Quartalszahlen. Der bisher insgesamt besser als erwartet ausgefallene Verlauf der Berichtssaison ist zu einer wichtigen Stütze für die Aktienrally geworden:

Zalando brachen um 13,4 Prozent ein. Die Zweitquartalszahlen hatten die Markterwartungen verfehlt, der Ausblick wurde leicht nach unten angepasst. Das GMV- und Umsatzwachstum sollte nun in der unteren Hälfte der Spanne von 12 bis 17 Prozent liegen, das bereinigte EBIT wurde in der bisherigen Spanne präzisiert. Nach einer Kursrally von 50 Prozent reichte der Bericht bei weitem nicht aus, hieß es im Handel.

Für FMC-Aktien ging es 7,6 Prozent nach unten trotz besserer Geschäftszahlen. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 wurde nur bestätigt: Das Umsatzwachstum auf währungsbereinigter Basis sollte weitgehend stagnieren, während der Konsens laut JP Morgan von einem Plus von 1,1 Prozent ausging.

Hohe Kerosinkosten setzten der Lufthansa (-8,2%) im zweiten Quartal zu. Während die Umsätze den Erwartungen entsprachen, wurden auf Ergebnisseite die Markterwartung verfehlt. Die Kerosinkosten lagen rund 750 Millionen Euro über dem Vorjahr. Die Airline hält nun sogar für das Gesamtjahr auch einen Rückgang des operativen Ergebnisses für möglich.

Kräftig gesucht waren hingegen die Tech-Werte. Hier waren die Profiteure und Zulieferer des KI-Booms wieder klar gesucht. Im DAX stiegen Infineon um 3,7 Prozent, in Europa ging es für STMicro um 3,6 Prozent und BE Semiconductor (Besi) sogar um 8,1 Prozent nach oben. Zu Besi hatten sich die Analysten von Bernstein und von Berenberg sehr bullish geäußert und die Aktie zum Kauf empfohlen.

Auch die Ausrüster von KI-Datencentern wurden kräftig nachgefragt. Hier trieben deutlich bessere Zahlen und eine erhöhte Jahresprognose von Caterpillar. Der US-Konzern rüstet die Energieversorgung von Datencentern aus, was auch andere Branchenwerte wie Schneider Electric (+3,2%) und ABB (+2,0%) trieb. Siemens Energy sprangen sogar 2,3 Prozent in Hoffnung auf ebenso starke Zahlen am Mittwoch.

Bayer (+2,4%) hat im zweiten Quartal von Wachstum und Margenanstieg im Agrargeschäft profitiert. Anders als vom Markt erwartet ging das bereinigte EBITDA auf Konzernebene nicht zurück, sondern stieg um 1,9 Prozent auf 2,14 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt nur mit 1,94 Milliarden Euro gerechnet, einem Rückgang um 8 Prozent.

Für Evonik ging es nach ordentlichen Geschäftszahlen um 1,6 Prozent nach oben.

HSBC (-0,8%) hat laut JP Morgan durchwachsene Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Der bereinigte Vorsteuergewinn lag 5 Prozent über den Erwartungen. Aber das Aktienrückkaufprogramm über 1 Milliarde Dollar enttäuschte angesichts der Erwartung von etwa 2 Milliarden.

Weiter abwärts ging es bei den Sportartikelherstellern. Die enttäuschenden Zahlen von Adidas (-2,5%) und Puma (-0,4%) hatten hier für Ernüchterung gegenüber dem Sektor gesorgt. Adidas traf nun noch der Verlust der Kaufempfehlung durch die UBS.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.487       +0,9         +11,0 
Stoxx-50        5.506       +0,7         +11,2 
Stoxx-600        657       +0,7         +10,1 
DAX          26.202       +0,8          +6,2 
FTSE-100 London    10.858       +0,2          +9,3 
CAC-40 Paris      8.614       +0,6          +5,7 
AEX Amsterdam     1.102       +0,9         +15,9 
ATHEX-20 Athen     6.666       +0,7         +24,6 
BEL-20 Brüssel     5.667       +0,7         +11,6 
BUX Budapest     147.365       +1,2         +32,7 
OMXH-25 Helsinki    6.211       +0,8          +8,9 
OMXC-20 Kopenhagen   1.587       +0,5          -1,3 
PSI 20 Lissabon    9.172       -0,0         +11,0 
IBEX-35 Madrid    19.983       +0,2         +15,5 
FTSE-MIB Mailand   52.872       +1,3         +17,6 
OBX Oslo        1.964       -0,3         +22,9 
PX Prag        2.738       +1,0          +1,9 
OMXS-30 Stockholm   3.274       +1,6         +13,6 
WIG-20 Warschau   151.485       +2,1         +26,6 
ATX Wien        6.583       +1,1         +23,6 
SMI Zürich      14.372       +0,6          +8,3 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:10 
EUR/USD          1,1525  +0,2  0,0018     1,1507   1,1503 
EUR/JPY          181,45  +0,3  0,5900     180,86  180,3300 
EUR/CHF          0,9325  +0,0  0,0003     0,9322   0,9332 
EUR/GBP          0,8565  0,0  0,0000     0,8565   0,8566 
USD/JPY          157,43  +0,2  0,2700     157,16  156,7400 
GBP/USD          1,3454  +0,2  0,0026     1,3428   1,3426 
USD/CNY          6,7532  +0,0  0,0009     6,7523   6,7523 
USD/CNH          6,7473  -0,2  -0,0108     6,7581   6,7574 
AUS/USD          0,7036  +0,5  0,0038     0,6998   0,6995 
Bitcoin/USD      64.131,27  +0,6  373,63    63.757,64 63.819,47 
 
ROHOEL          zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         75,63  -5,9   -4,71      80,34 
Brent/ICE         79,07  -5,6   -4,70      83,77 
 
Metalle         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.087,82  +0,9   35,17    4.052,65 
Silber           59,77  +2,7   1,59      58,18 
Platin         1.740,03  +6,9  112,64    1.627,39 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

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August 04, 2026 12:02 ET (16:02 GMT)

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Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

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