Berlin (ots) -
Aha. Die Pläne für die Einführung eines neuen Zivildienstes sind also weit fortgeschritten. Das heißt: Auch aus dem - noch - freiwilligen "neuen Wehrdienst" könnte sehr bald die angedrohte Wehrpflicht werden. Und das heißt auch: Die Bundesregierung arbeitet daran, dass junge Menschen bald alternativ zur Arbeit im sozialen Bereich gezwungen werden können, wenn sie einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung gestellt haben. Ein lang gehegter Wunsch von Bundespräsident Steinmeier könnte also demnächst wahr werden.
Wer nicht schießen oder Drohnen steuern will, muss dann alte Menschen oder Kranke pflegen oder beim Technischen Hilfswerk malochen. Alles für eine Mini-Aufwandsentschädigung. Das wäre fast das allgemeine Gesellschaftsjahr für junge Menschen, das die CDU in ihrem Programm anstrebt. Demgegenüber wirkt der von den Grünen vorgeschlagene "Freiheitsdienst" für Menschen aller Generationen, die noch nie "Zivi" oder Zeitsoldat*in waren oder ihre Wehrpflicht vor 2011 abgeleistet haben, gerecht.
Die Ankündigungen zum neuen Zivildienst zeigen: Die Bundesregierung ist wahrscheinlich nicht gewillt abzuwarten, ob sie den von ihr geplanten "Aufwuchs" an aktiven Soldaten mit Fragebogenpflicht und freiwilligem Wehrdienst erreicht. Und andererseits scheint sie darin einen Notnagel angesichts des sich zuspitzenden Personalmangels in Gesundheitswesen und Pflege zu sehen.
Die junge Generation, die unter einem ungerechten Bildungssystem, maroden Schulen und den Folgen ihrer Vernachlässigung in der Corona-Zeit ebenso leidet wie unter der enormen Teuerung der letzten Jahre und dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum, soll nun also auch noch zum Dienst an diesem miesen System verpflichtet werden. Wer nicht zur Truppe will, wird wie früher mit dem anderen Zwangsdienst bestraft. Ganz nebenbei erhöht man so den Lohndruck auf die Tarifbeschäftigten im Sozialbereich.
Das finden glücklicherweise auch die Sozialverbände nicht gut. Der Paritätische und der Sozialverband Deutschland machen sich stattdessen für eine Stärkung der Freiwilligendienste stark - die derzeit in beschämendem Maße unterbezahlt sind. Was dazu führt, dass man sich auch das leisten können muss, sprich aus einer Familie kommt, die zubuttern kann. Hier die Vergütung deutlich zu erhöhen, würde es auch jungen Menschen aus armen Familien ermöglichen, sich vor der Ausbildung mit beruflicher Praxis vertraut zu machen.
Pressekontakt:
nd.DerTag / nd.DieWoche
Redaktion
Telefon: 030/2978-1722
Original-Content von: nd.DerTag / nd.DieWoche, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/59019/6327402
Aha. Die Pläne für die Einführung eines neuen Zivildienstes sind also weit fortgeschritten. Das heißt: Auch aus dem - noch - freiwilligen "neuen Wehrdienst" könnte sehr bald die angedrohte Wehrpflicht werden. Und das heißt auch: Die Bundesregierung arbeitet daran, dass junge Menschen bald alternativ zur Arbeit im sozialen Bereich gezwungen werden können, wenn sie einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung gestellt haben. Ein lang gehegter Wunsch von Bundespräsident Steinmeier könnte also demnächst wahr werden.
Wer nicht schießen oder Drohnen steuern will, muss dann alte Menschen oder Kranke pflegen oder beim Technischen Hilfswerk malochen. Alles für eine Mini-Aufwandsentschädigung. Das wäre fast das allgemeine Gesellschaftsjahr für junge Menschen, das die CDU in ihrem Programm anstrebt. Demgegenüber wirkt der von den Grünen vorgeschlagene "Freiheitsdienst" für Menschen aller Generationen, die noch nie "Zivi" oder Zeitsoldat*in waren oder ihre Wehrpflicht vor 2011 abgeleistet haben, gerecht.
Die Ankündigungen zum neuen Zivildienst zeigen: Die Bundesregierung ist wahrscheinlich nicht gewillt abzuwarten, ob sie den von ihr geplanten "Aufwuchs" an aktiven Soldaten mit Fragebogenpflicht und freiwilligem Wehrdienst erreicht. Und andererseits scheint sie darin einen Notnagel angesichts des sich zuspitzenden Personalmangels in Gesundheitswesen und Pflege zu sehen.
Die junge Generation, die unter einem ungerechten Bildungssystem, maroden Schulen und den Folgen ihrer Vernachlässigung in der Corona-Zeit ebenso leidet wie unter der enormen Teuerung der letzten Jahre und dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum, soll nun also auch noch zum Dienst an diesem miesen System verpflichtet werden. Wer nicht zur Truppe will, wird wie früher mit dem anderen Zwangsdienst bestraft. Ganz nebenbei erhöht man so den Lohndruck auf die Tarifbeschäftigten im Sozialbereich.
Das finden glücklicherweise auch die Sozialverbände nicht gut. Der Paritätische und der Sozialverband Deutschland machen sich stattdessen für eine Stärkung der Freiwilligendienste stark - die derzeit in beschämendem Maße unterbezahlt sind. Was dazu führt, dass man sich auch das leisten können muss, sprich aus einer Familie kommt, die zubuttern kann. Hier die Vergütung deutlich zu erhöhen, würde es auch jungen Menschen aus armen Familien ermöglichen, sich vor der Ausbildung mit beruflicher Praxis vertraut zu machen.
Pressekontakt:
nd.DerTag / nd.DieWoche
Redaktion
Telefon: 030/2978-1722
Original-Content von: nd.DerTag / nd.DieWoche, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/59019/6327402
© 2026 news aktuell
