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Puma hat ein schwieriges Jahr hinter sich und wohl noch einige vor sich, so viel steht aktuell fest. Doch es tut sich einiges. Der Umsatz schrumpft zwar noch, aber beim Verlust und beim Cashflow zeigt der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach plötzlich ganz neue Stärke und auch Zuversicht. Dazu kommt eine Chartformation, die Technikfans aufhorchen lässt. Wir schauen uns an, warum die Aktie trotz all der vielen Baustellen mittel- und langfristig Potenzial nach oben haben könnte.
Zahlen mit Hoffung
Der Umsatz von Puma sank im zweiten Quartal währungsbereinigt um 9,4 Prozent, was erstmal keine gute Nachricht ist, doch wer genauer hinschaut, entdeckt deutliche Fortschritte, denn der operative Verlust hat sich mehr als halbiert, von gut 109 Millionen Euro im Vorjahr auf nur noch gut 53 Millionen Euro. Noch beeindruckender ist der Aspekt, dass der freie Cashflow auf 328,8 Millionen Euro nach knapp 95 Millionen im Vorjahr nach oben schoss. Auch die Lagerbestände wurden kräftig abgebaut, ein Zeichen dafür, dass die Aufräumarbeiten unter dem neuen Vorstandschef Mark Langer greifen. Das Unternehmen bestätigt trotz allem seine Jahresprognose, was ein gutes Signal in unsicheren Zeiten ist.
Innovation als Trumpf
Puma setzt derzeit spürbar auf Technologie "Made in Germany". Am Standort Herzogenaurach läuft aktuell die Produktion von zwei Millionen Trikots mit einer neuartigen Nanobeschichtung an, die Atmungsaktivität und Gewicht deutlich verbessern soll. Solche Innovationen könnten helfen, sich im hart umkämpften Markt wieder stärker zu differenzieren und gegenüber den Mitbewerbern abzugrenzen, bzw. auch hervorzuheben. Bei den Analysten herrscht derweil noch keine Einigkeit. Berenberg bleibt mit einem Kursziel von 40 Euro optimistisch und verweist auf den erfolgreichen Schuldenabbau. Andere Häuser wie UBS oder RBC sind vorsichtiger und sehen die Kursziele eher im Bereich von unter 30 Euro in Richtung von 25 Euro. Dies zeigt aber auch, dass der Markt, bzw. die Analysten sich noch nicht einig sind darüber, ob die Vorhaben des Managements alle gelingen und ob das Tempo der Erholung auch wirklich so passt.

Charttechnik
Die Aktie notiert aktuell bei rund 27,10 Euro und damit über der 200-Tage-Linie, die bei etwa 23,61 Euro verläuft. Das Muster des Charts insgesamt erinnert an eine klassische Tasse-mit-Henkel-Formation. Der runde Boden der Tasse ist bereits ausgebildet, der Henkel muss sich erst noch formen. Gelingt dieser Ausbruch, wäre der Weg Richtung 35 bis 40 Euro frei, wenn auch das natürlich unter Vorbehalt steht und Zeit braucht. Das würde sich dann aber auch mit dem Einstiegskurs des Großaktionärs decken. Dieser dürfte ja vermutlich auch beim Kauf seine Berechtigung für dieses Kursniveau gesehen haben.
Was tun?
Die Zahlen zeigen momentan noch zwei Gesichter, sinkende Umsätze auf der einen, deutlich verbesserte Profitabilität und starker Cashflow auf der anderen Seite. Fundamental macht der eingeschlagene Kurs unter dem neuen Management durchaus Hoffnung, auch wenn die Wachstumsdynamik noch fehlt. Aber rein charttechnisch ist die Ausgangslage interessant, die Aktie hält sich klar über ihrem langfristigen Trend. Wer an die Fortsetzung der Erholung glaubt, findet hier eine spannende Ausgangslage, auch wenn die Analystenmeinungen bis auf Weiteres auseinandergehen. Kaufen bei Schwäche, könnte hier die richtige Strategie sein und der Kurs ist günstiger, beim Einstieg, als der des Großaktionärs.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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