(neu: Nettogewinn, Stand Stellenabbau und Standortprüfung, aktualisierte Kursreaktion)
MAINTAL (dpa-AFX) - Die Schwäche der europäischen Autobauer macht dem Zulieferer Norma Group weiter zu schaffen. Weil die Nachfrage der Hersteller in Europa und China schwach blieb und ungünstige Währungseffekte hinzukamen, schrumpfte der Umsatz des Unternehmens aus Maintal im zweiten Quartal erneut. Allerdings warf das Tagesgeschäft wieder mehr Gewinn ab, und Norma-Chefin Birgit Seeger sieht den Hersteller von Verbindungstechnik für Autos, Schiffe und Industrieanlagen auf dem Weg zu seinen Jahreszielen.
Die Norma-Aktie verlor am Dienstag bis zum frühen Nachmittag anderthalb Prozent auf 18,52 Euro und gehörte damit zu den schwächeren Titeln im Kleinwerte-Index SDax . Seit dem Jahreswechsel hat das Papier rund 27 Prozent gewonnen. Mit Blick auf die vergangenen fünf Jahre stehen aber Verluste von fast 60 Prozent zu Buche.
Im zweiten Quartal sank Normas Umsatz im Jahresvergleich um 0,6 Prozent auf knapp 212 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (bereinigtes Ebit) sprang jedoch von 2,3 auf 7,6 Millionen Euro nach oben. Der Überschuss sackte hingegen von 5,2 Millionen auf 0,6 Millionen Euro ab, auch weil das im Februar verkaufte Wassergeschäft nur noch mit Nachwirkungen ins Ergebnis einging.
Während der Umsatz rund um Mobilität und neue Energien wegen der Schwäche der Autoindustrie um vier Prozent auf gut 141 Millionen Euro sank, legte er im Bereich Industrieanwendungen um sieben Prozent zu.
Vorstandschefin Seeger sieht sich dadurch in den Umbauplänen für das Unternehmen bestätigt: "Im zweiten Quartal haben wir gezeigt, dass 'NewNorma' wirkt." So habe das Unternehmen seine Profitabilität in einem "weiterhin anspruchsvollen Umsatzumfeld" verbessert. Besonders erfreulich sei die starke Entwicklung der Industriesparte mit neuen Aufträgen rund um Rechenzentren, Batterie-Energiespeichersysteme und Energieinfrastruktur.
Für das laufende Jahr rechnet die Managerin mit einem kleinen Umsatzwachstum bis zu 2 Prozent oder auch einer Stagnation. Im vergangenen Jahr war der Erlös um fast sieben Prozent auf knapp 822 Millionen Euro zurückgegangen. Nun sollen 2 bis 4 Prozent des Erlöses als bereinigter operativer Gewinn (bereinigtes Ebit) hängen bleiben.
Im zweiten Quartal lag diese Marge mit 3,6 Prozent im oberen Bereich der Zielspanne. Im Gesamtjahr 2025 war sie um fast 3 Prozentpunkte auf 0,8 Prozent gefallen.
Im Zuge des Umbaus hat die Gesellschaft Anfang des Jahres ihr Geschäft mit Wassermanagement verkauft. Seeger will das Unternehmen stärker auf das Kerngeschäft mit Verbindungslösungen und industriellen Anwendungen fokussieren und Norma mehr auf wachstumsstarke Kundensegmente ausrichten.
Um Kosten zu sparen, stehen weiterhin Standorte weltweit auf dem Prüfstand, wie eine Sprecherin bestätigte. Nun will die Norma Group am 19. Oktober über "die nächsten Schritte ihrer strategischen Weiterentwicklung informieren", hieß es. Der Stellenabbau in Deutschland sei inzwischen abgeschlossen. Stellenstreichungen außerhalb Deutschlands kämen etwas schneller voran als ursprünglich geplant.
In China hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr bereits zwei Werke geschlossen und wollte bis 2028 zuletzt rund 400 Stellen weltweit streichen. Die ersten 100 waren im vergangenen Jahr weggefallen. Ende Juni beschäftigte Norma knapp 6.100 Menschen./stw/men/mis



