(Kurs aktualisiert)
LUXEMBURG (dpa-AFX) - RTL hat die anhaltende TV-Werbeflaute auch im ersten Halbjahr zu spüren bekommen. Rückenwind kam jedoch vom Streaming-Geschäft. "Unser Streaming-Geschäft liefert signifikante Gewinne", sagte Konzernchef Clément Schwebig am Dienstag laut Mitteilung. Streaming-Umsatz und Abonnementzahlen legten kontinuierlich zu. Die Umsatzprognose für 2026 erhöhte der Medienkonzern wegen der im Juni abgeschlossenen Übernahme von Sky Deutschland. Das Ziel für das bereinigte operative Ergebnis ließ RTL hingegen trotz des besseren Streaming-Geschäfts unverändert.
Für die RTL-Aktie ging es nach einem freundlichen Start in den Tag am Nachmittag um ein Prozent nach unten. Seit Jahresbeginn hat die Aktie acht Prozent verloren.
Ein Händler zog im Gesamtbild ein positives Fazit. Er hob zunächst den erhöhten Umsatzausblick hervor. Positiv wurden aber auch der etwas optimistischere Ausblick für das Streaming-Geschäft erwähnt und das bereinigte operative Ergebnis (Ebita), das laut der Bernstein-Expertin Annick Maas die Erwartungen übertroffen habe. Dies habe neben Sky mit deutlich geringeren Anlaufverlusten im Streaming-Geschäft sowie Einsparungen der Produktionstochter Fremantle zu tun.
Der Konzernumsatz soll 2026 laut Mitteilung nun auf rund 7,1 bis 7,2 Milliarden Euro steigen, wie das im MDax notierte Unternehmen in Luxemburg mitteilte. Zuvor standen hier an beiden Enden jeweils eine Milliarde Euro weniger im Plan.
Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) sieht das Management indessen weiter bei 725 Millionen Euro. Mittelfristig soll der operative Gewinn unverändert auf eine Milliarde Euro zulegen. Im Streaming-Geschäft erwartet der Konzern nun allerdings für die Kennziffer rund 100 Millionen Euro im Gesamtjahr, nach zuvor angepeilten 25 bis 50 Millionen Euro.
Auswirkungen aus der Übernahme von Sky hinsichtlich des Streaming-Geschäfts seien noch nicht berücksichtigt worden, sagte der Konzernchef in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Für das Gesamtjahr dürfte der bereinigte operative Ergebnisbeitrag von Sky "praktisch Null" sein. Das Ziel, innerhalb von drei Jahren jährliche Synergien in Höhe von 250 Millionen Euro zu realisieren, bestätigte RTL.
Sky Deutschland hat Unternehmensangaben zufolge im ersten Halbjahr zwar 61 Millionen Euro zum bereinigten operativen Ergebnis (Ebita) beigetragen. Der hohe Gewinn von Sky Deutschland im Juni sei allerdings ein starker saisonaler Effekt und lasse daher keine Rückschlüsse auf den Beitrag für das Gesamtjahr zu, hieß es. Ohne Übertragungen der Bundesliga oder des DFB-Pokals seien im Juni keine entsprechenden Kosten für die Sportrechte und die damit verbundenen Produktionen angefallen, so RTL.
Der Konzernumsatz stieg in den ersten sechs Monaten vor allem aufgrund der Übernahme von Sky Deutschland und des besseren Streaming-Geschäfts um knapp vier Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Organisch, sprich ohne Währungs- und Portfolioeffekte, betrug das Umsatzwachstum lediglich bei 0,1 Prozent.
Während die TV-Werbeumsätze um vier Prozent auf 977 Millionen Euro rückläufig waren, stiegen die Erlöse aus dem Streaminggeschäft um etwas mehr als ein Viertel auf 299 Millionen Euro. Im Geschäft mit der Produktion von Sendungen bei der Inhalte-Tochter Fremantle sank der Umsatz indessen.
Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) kletterte überproportional um fast die Hälfte auf 239 Millionen Euro. Neben Sky Deutschland, trugen auch das Streaming-Geschäft und Fremantle zum Ergebnis bei. Unter dem Strich stieg der auf die Aktionäre entfallende Gewinn von 31 auf 45 Millionen Euro./err/mne/stk/he




