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Wasser gehört zu den wichtigsten Ressourcen der Welt - und wird gleichzeitig zu einer der größten Infrastrukturaufgaben Europas. Während in den vergangenen Jahren vor allem der Ausbau der Stromnetze und erneuerbarer Energien im Mittelpunkt stand, rückt inzwischen auch die Wasserversorgung stärker in den Fokus. Klimawandel, Bevölkerungswachstum, strengere Umweltauflagen und alternde Leitungsnetze erhöhen den Investitionsbedarf in vielen Regionen deutlich.
Die Europäische Kommission hat Wasser deshalb mit ihrer European Water Resilience Strategy ausdrücklich als strategische Ressource eingestuft. Ziel ist es, die Wasserversorgung langfristig widerstandsfähiger zu machen, Leitungsverluste zu reduzieren, die Infrastruktur zu modernisieren und zusätzliche Investitionen anzustoßen. Parallel dazu kündigte die Europäische Investitionsbank (EIB) an, zwischen 2025 und 2027 rund 15 Milliarden Euro für Wasserprojekte bereitzustellen und damit Investitionen von bis zu 40 Milliarden Euro zu mobilisieren.
Für Unternehmen wie Veolia (ISIN: FR0000124141) und Xylem (ISIN: US98419M1009) eröffnet diese Entwicklung langfristige Wachstumschancen. Auch die EVN AG (ISIN: AT0000741053) investiert kontinuierlich in ihre Wasserinfrastruktur und hat mit ihrer aktuellen Ausbaustudie einen langfristigen Fahrplan bis zum Jahr 2055 vorgestellt.
Europas Wasserinfrastruktur steht vor einer Modernisierungswelle
Viele europäische Wasserleitungen stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Gleichzeitig nehmen Trockenperioden zu und regionale Unterschiede bei Wasserverfügbarkeit und Wasserbedarf werden größer. Moderne Wasserversorgung bedeutet deshalb längst nicht mehr nur die Förderung von Trinkwasser. Gefragt sind leistungsfähige Transportleitungen, zusätzliche Speicher, intelligente Steuerungssysteme sowie moderne Aufbereitungstechnologien.
Die Europäische Kommission verfolgt mit ihrer Wasserresilienzstrategie deshalb mehrere Ziele gleichzeitig. Bis 2030 soll die Wassereffizienz innerhalb der Europäischen Union um mindestens zehn Prozent verbessert werden. Gleichzeitig umfasst die Strategie mehr als 50 Einzelmaßnahmen, die von der Digitalisierung der Netze über die Verringerung von Leitungsverlusten bis hin zu neuen Investitionsprogrammen reichen.
Auch die Europäische Investitionsbank verstärkt ihr Engagement. Ihr Wasserprogramm sieht vor, zwischen 2025 und 2027 rund 15 Milliarden Euro bereitzustellen und dadurch Gesamtinvestitionen von bis zu 40 Milliarden Euro anzustoßen. Bereits heute finanziert die EIB zahlreiche Leitungs-, Speicher- und Wasserwerksprojekte in Europa.
Ein aktuelles Beispiel ist die spanische Costa del Sol. Dort unterstützt die Europäische Investitionsbank die Modernisierung der regionalen Wasserversorgung mit einem Darlehen von 175 Millionen Euro. Geplant sind unter anderem die Erneuerung von mehr als 30 Kilometern Trinkwasserleitungen, zusätzliche Speicher sowie die Modernisierung von über 20 Kilometern Abwasserleitungen.
Veolia und Xylem setzen auf moderne Wassertechnologien
Von diesem Investitionsbedarf profitieren insbesondere Unternehmen, die Technologien für Wassertransport, Aufbereitung und Digitalisierung entwickeln.
Veolia zählt zu den weltweit größten Wasserunternehmen. Der Konzern versorgte 2025 rund 110 Millionen Menschen mit Trinkwasser und weitere 97 Millionen Menschen im Bereich Abwasser. Gleichzeitig investiert Veolia verstärkt in digitale Netzsteuerung, intelligente Wasseraufbereitung und Technologien zur Entfernung von Mikroverunreinigungen wie PFAS. Allein 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 44,4 Milliarden Euro.
Xylem verfolgt einen ähnlichen Ansatz. Das Unternehmen entwickelt Pumpensysteme, Sensorik, digitale Mess- und Steuerungstechnik sowie Lösungen zur Überwachung kompletter Wassernetze. Hinzu kommen Technologien zur Behandlung von PFAS-belastetem Grund- und Trinkwasser sowie Systeme zur frühzeitigen Erkennung von Leitungsverlusten.
Damit zeigen beide Unternehmen, wie sich die Wasserwirtschaft verändert. Im Mittelpunkt stehen heute nicht mehr ausschließlich Brunnen oder Wasserwerke, sondern zunehmend intelligente Gesamtsysteme aus Infrastruktur, Digitalisierung und Wasseraufbereitung.
Die EVN plant ihre Wasserversorgung bis 2055
Auch die EVN richtet ihre Wasserstrategie langfristig aus. Mit der im Sommer 2026 vorgestellten Ausbaustudie 2055 analysiert das Unternehmen die Entwicklung des Wasserbedarfs in Niederösterreich bis zur Mitte des Jahrhunderts. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass sowohl Bevölkerung als auch Wasserverbrauch in den kommenden Jahrzehnten weiter wachsen dürften.
Nach den Berechnungen der EVN könnte die Zahl der versorgten Menschen von derzeit rund 650.000 auf über 890.000 steigen. Das entspricht einem Wachstum von rund 37 Prozent. Gleichzeitig könnte der maximale Tagesbedarf von etwa 166.400 Kubikmetern auf 227.200 Kubikmeter zunehmen. Auch der jährliche Wasserbedarf würde nach den Planungen von rund 33 Millionen auf 45 Millionen Kubikmeter steigen.
Um diese Entwicklung bewältigen zu können, plant die EVN Investitionen von rund 400 Millionen Euro bis zum Jahr 2055. Vorgesehen sind rund 150 Einzelprojekte, darunter neue Brunnenfelder, zusätzliche Naturfilteranlagen, etwa 280 Kilometer neue Transportleitungen sowie zusätzliche Speicher mit einem Gesamtvolumen von 26.500 Kubikmetern.
Moderne Wasserversorgung bedeutet Vernetzung
Ein wichtiger Bestandteil der Studie ist die stärkere Vernetzung einzelner Versorgungsgebiete.
So plant die EVN beispielsweise eine neue, rund 24 Kilometer lange Transportleitung, die das Industrieviertel erstmals über einen Düker unter der Donau hindurch direkt mit dem Marchfeld beziehungsweise dem Weinviertel verbinden soll. Ergänzt wird sie durch eine Drucksteigerungsanlage, sodass Wasser künftig flexibel in beide Richtungen transportiert werden kann. Das Investitionsvolumen beträgt rund 15 Millionen Euro, die Inbetriebnahme ist für das Geschäftsjahr 2029/30 vorgesehen.
Dieses Projekt ist ein Beispiel dafür, dass moderne Wasserversorgung heute weit über die reine Wassergewinnung hinausgeht. Erst leistungsfähige Leitungsnetze und ausreichend große Speicher ermöglichen es, regionale Unterschiede auszugleichen und auch während längerer Trockenperioden eine stabile Versorgung sicherzustellen.
Wasserqualität und Infrastruktur gehören zusammen
Parallel zum Ausbau der Transportnetze investiert die EVN auch in die Wasserqualität.
Mit Naturfilteranlagen wie aktuell in Reisenberg setzt das Unternehmen auf moderne Membrantechnologie und Aktivkohlefiltration. Ziel ist es, den Härtegrad des Wassers rein physikalisch zu reduzieren und gleichzeitig Geschmack sowie mikrobiologische Qualität zu erhalten.
Die Kombination aus neuen Leitungen, zusätzlichen Speichern und moderner Aufbereitung zeigt, dass Wasserqualität und Infrastruktur nicht getrennt voneinander betrachtet werden können. Beide Bereiche ergänzen sich und bilden gemeinsam die Grundlage einer langfristig sicheren Trinkwasserversorgung.
Warum Wasser auch für Anleger interessanter wird
Wasser zählt zu den wenigen Infrastrukturmärkten, deren Bedeutung unabhängig von konjunkturellen Schwankungen wächst. Leitungen, Speicher und Wasserwerke werden über Jahrzehnte genutzt und müssen kontinuierlich modernisiert werden.
Für Anleger entstehen dadurch unterschiedliche Investmentansätze. Internationale Unternehmen wie Veolia und Xylem liefern Technologien, Anlagen und digitale Lösungen für Wasserversorger weltweit. Regionale Infrastrukturunternehmen wie die EVN investieren dagegen in eigene Versorgungsnetze und bauen ihre Wasserinfrastruktur langfristig aus.
Steigende Qualitätsanforderungen, neue Umweltvorgaben und der Ausbau regionaler Versorgungssysteme sprechen dafür, dass der Investitionsbedarf in den kommenden Jahrzehnten weiter hoch bleiben dürfte.
Fazit
Die Wasserversorgung entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Infrastrukturthema. Europa investiert Milliarden in Leitungsnetze, Speicher und moderne Wasseraufbereitung. Unternehmen wie Veolia und Xylem profitieren von diesem Trend mit Technologien für Transport, Digitalisierung und Wasserqualität.
Auch die EVN AG (ISIN: AT0000741053) verfolgt diesen Weg konsequent. Mit ihrer Ausbaustudie bis 2055, Investitionen von rund 400 Millionen Euro sowie zahlreichen Projekten für Leitungen, Speicher und Naturfilteranlagen entwickelt das Unternehmen seine Wasserinfrastruktur langfristig weiter und folgt damit einem europäischen Trend, der künftig weiter an Bedeutung gewinnen wird.
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Quellen:
EVN
Ausbaustudie Wasserversorgung Niederösterreich 2055 (Pressekonferenz 30.06.2026)
https://www.evn.at/getmedia/5907f478-e1b1-4faf-a521-631f4f27b423/20250630_PK_Ausbaustudie_2055_fin-pptx-Schreibgeschutzt.pdf
Wasser-Schutz im Osten Niederösterreichs
https://www.evn.at/home/presse/wasser-schutz-im-osten-niederosterreichs
Naturfilteranlage Reisenberg
https://www.evn.at/home/wasser/aktuelles/nfa-reisenberg
Baufortschritt bei der Naturfilteranlage Reisenberg
https://www.evn.at/home/presse/baufortschritt-bei-der-achten-naturfilteranlage
EVN Ganzheitsbericht 2024/25
https://www.evn.at/home/investor-relations/publikationen
EVN Investor Relations
https://www.evn.at/home/investor-relations
Europäische Kommission
European Water Resilience Strategy
https://commission.europa.eu/topics/environment/water-resilience-strategy_en
Drinking Water Directive
https://environment.ec.europa.eu/topics/water/drinking-water_en
Europäische Investitionsbank (EIB)
Water Programme 2025-2027
https://www.eib.org/en/projects/topics/water
175 Mio. Euro für Wasserinfrastruktur an der Costa del Sol
https://www.eib.org/en/press/all/2026-238-eib-to-lend-eur175-million-for-water-infrastructure-investments-by-acosol-on-spain-s-costa-del-sol
Veolia
Universal Registration Document 2025
https://www.veolia.com/en/integrated-annual-report-2025
Full Year 2025 Results
https://www.veolia.com/en/our-media/press-releases/full-year-2025-results
Water Technologies
https://www.veoliawatertechnologies.com
Xylem
Annual Report 2025
https://www.xylem.com/siteassets/investors/2025-annual-report-on-form-10-k.pdf
Smart Water Solutions
https://www.xylem.com/en-us/solutions/smart-water/
PFAS, PFOA and PFOS Contaminant Treatment
https://www.xylem.com/en-us/applications/pfas-pfoa-pfos-contaminant-treatment/
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