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Europa hat Milliarden in Batteriefabriken investiert. Volkswagen, Stellantis, Mercedes-Benz und andere Autokonzerne wollen ihre Elektroautos künftig stärker mit Batterien aus europäischen Lieferketten versorgen. Doch ausgerechnet bei einem der wichtigsten Bestandteile jeder Lithium-Ionen-Batterie bleibt eine entscheidende Schwachstelle: Graphit.
Der Fall Northvolt hat gezeigt, wie schwierig Europas Weg zur eigenen Batterieindustrie tatsächlich ist. Der einstige europäische Hoffnungsträger geriet nach Produktionsproblemen und Finanzierungsschwierigkeiten in die Insolvenz. Automotive Cells Company (ACC), das Batterie-Joint-Venture von Stellantis (ISIN: NL00150001Q9), Mercedes-Benz Group (ISIN: DE0007100000) und TotalEnergies (ISIN: FR0000120271), hat seine ursprünglichen Expansionspläne ebenfalls zurückgefahren.
Gleichzeitig geht der Aufbau europäischer Kapazitäten weiter. Verkor nahm Ende 2025 seine erste Gigafabrik im französischen Dünkirchen in Betrieb, während ACC seine Produktion in Nordfrankreich weiter hochfährt.
Damit verschiebt sich jedoch die entscheidende Frage.
Nicht mehr nur: Kann Europa Batteriefabriken bauen?
Sondern: Woher kommen die Rohstoffe, wenn diese Fabriken tatsächlich produzieren?
Europas Milliardenproblem steckt in der Lieferkette
Bei Batterierohstoffen denken Anleger meist zuerst an Lithium, Nickel oder Kobalt. Graphit erhält deutlich weniger Aufmerksamkeit - obwohl es das dominierende kommerzielle Anodenmaterial moderner Lithium-Ionen-Batterien ist.
Und genau hier liegt Europas strategisches Problem.
Der Abbau des Rohstoffs allein reicht nicht. Graphit muss konzentriert, gereinigt, sphäroidisiert, beschichtet und schließlich für den jeweiligen Batteriehersteller qualifiziert werden. Ein großer Teil dieser nachgelagerten Wertschöpfung wird heute von China dominiert.
Europa könnte also Milliarden Euro in Gigafabriken investieren und trotzdem bei einem entscheidenden Bestandteil der Batterie von chinesischen Lieferketten abhängig bleiben.
Eine europäische Batteriefabrik ohne gesicherte Graphitversorgung ähnelt einer Flugzeugfabrik ohne gesicherte Aluminiumversorgung: Die Fabrik steht zwar in Europa, ein entscheidender Teil der industriellen Kontrolle liegt aber weiterhin außerhalb des Kontinents.
Genau deshalb dürfte die nächste Phase des europäischen Batteriewettlaufs weniger vom Bau neuer Fabriken als von der Kontrolle der Rohstoff- und Verarbeitungsketten geprägt sein.
Brüssel hat das Problem erkannt
Mit dem Critical Raw Materials Act will die Europäische Union Gewinnung, Verarbeitung und Recycling kritischer Rohstoffe ausbauen und gleichzeitig die Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern reduzieren.
Vollständige Autarkie ist dabei kaum realistisch.
Entscheidend werden deshalb politisch stabile Partner mit großen Rohstoffvorkommen. Einer davon liegt direkt auf der anderen Seite des Atlantiks: Kanada.
Bereits 2021 vereinbarten Kanada und die Europäische Union eine strategische Rohstoffpartnerschaft. Für Anleger wird damit eine neue Frage interessant: Welche kanadischen Projekte könnten langfristig Teil einer westlichen Graphit-Lieferkette werden?
Warum Québec jetzt interessanter wird
An diesem Punkt kommt Focus Graphite (ISIN: CA34416E8743) ins Spiel.
Der kanadische Graphitentwickler besitzt mit Lac Knife in Québec ein Projekt mit einer für die Wirtschaftlichkeit wichtigen Eigenschaft: einem außergewöhnlich hohen Graphitgehalt.
Die Machbarkeitsstudie weist durchschnittliche Mineralreserven von rund 15 Prozent graphitischem Kohlenstoff aus. Damit zählt Lac Knife zu den hochgradigeren fortgeschrittenen Graphitprojekten Nordamerikas.
Warum ist das relevant?
Je höher der Erzgehalt, desto weniger Gestein muss grundsätzlich bewegt und verarbeitet werden, um eine bestimmte Menge Graphitkonzentrat zu produzieren. Das kann sich auf Energiebedarf, Aufbereitungsaufwand und Kosten auswirken.
Bei einer Pilotanlage im Acht-Tonnen-Maßstab produzierte Focus Graphite mittels konventioneller mechanischer Flotation Graphitkonzentrat mit einem Kohlenstoffgehalt von bis zu 98,7 Prozent - noch vor chemischer oder thermischer Reinigung.
Das ist allerdings noch kein fertiges Batteriematerial.
Weitere Verarbeitungsschritte und vor allem die Qualifizierung durch potenzielle Kunden bleiben notwendig. Genau diese Unterscheidung ist für Anleger wichtig: Focus Graphite besitzt ein fortgeschrittenes Projekt, befindet sich aber weiterhin vor der kommerziellen Produktion.
Zwei Projekte statt einer einzigen Wette
Neben Lac Knife besitzt Focus Graphite mit Lac Tétépisca ein zweites bedeutendes Graphitprojekt in Québec.
Damit entsteht eine interessante Kombination: Lac Knife steht für hohen Erzgehalt und einen vergleichsweise fortgeschrittenen Entwicklungsstand, Lac Tétépisca für zusätzliche Ressourcengröße und langfristiges Potenzial.
Für mögliche industrielle Abnehmer ist das relevant. Batteriehersteller benötigen nicht nur hochwertiges Material, sondern potenziell eine über viele Jahre verlässliche Versorgung.
Noch wichtiger könnte jedoch sein, was nach dem Bergbau passiert.
Focus Graphite arbeitet an einem kanadischen elektrothermischen Reinigungsprogramm, das von Natural Resources Canada mit bis zu 14,1 Millionen kanadischen Dollar an nicht rückzahlbaren Fördermitteln unterstützt wird. Ziel ist damit nicht lediglich der Abbau von Graphit, sondern perspektivisch auch der Aufbau höherwertiger Verarbeitung in Nordamerika.
Nach den Gigafabriken kommt der Rohstoffkampf
Focus Graphite bleibt ein Entwicklungsunternehmen. Genehmigungen, Finanzierung, Minenbau, Verarbeitung und Kundenqualifizierung sind wesentliche Hürden. Ob und zu welchen Konditionen Lac Knife letztlich kommerziell umgesetzt werden kann, ist noch offen.
Doch die größere Investmentthese reicht weit über ein einzelnes Unternehmen hinaus.
Europa hat die erste Phase seines Batteriewettlaufs bereits begonnen: Milliarden wurden in Fabriken investiert. Die zweite Phase könnte schwieriger werden - denn nun geht es um die Rohstoffe, ohne die diese Fabriken nicht funktionieren.
Northvolt hat gezeigt, dass Gigafabriken allein noch keine wettbewerbsfähige Batterieindustrie schaffen. Europas Automobilhersteller brauchen nicht nur Produktionskapazitäten, sondern belastbare Lieferketten.
Und genau deshalb könnte Graphit vom wenig beachteten Batterierohstoff zu einer strategischen Frage für Europas Industrie werden.
Soll die Abhängigkeit von China tatsächlich sinken, braucht der Westen neue Minen, neue Verarbeitungskapazitäten und langfristige Partnerschaften mit Ländern wie Kanada.
Die Gigafabriken waren womöglich nur der Anfang. Der eigentliche Kampf um Europas Batteriesouveränität beginnt bei den Rohstoffen.

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Quelle:
https://africa.businessinsider.com/local/markets/germany-turns-to-madagascar-graphite-as-europe-seeks-alternatives-to-china/8lfqlnb
https://greensteelworld.com/from-reliance-to-resilience-securing-europes-green-graphite-supply
https://focusgraphite.com/
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