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Gold zieht derzeit eine außergewöhnlich finanzstarke Käufergruppe an: die Zentralbanken der Welt.
Laut der jüngsten Umfrage des World Gold Council planen rekordhohe 45% der befragten Zentralbankmanager, ihre eigenen Goldbestände in den kommenden zwölf Monaten zu erhöhen. Gleichzeitig erwarten 89%, dass die weltweiten offiziellen Goldreserven steigen werden. Die Beweggründe sind aufschlussreich: die Wertentwicklung in Krisenzeiten, langfristiger Werterhalt, Inflationsschutz und Diversifikation zählen weiterhin zu den wichtigsten Argumenten für das Halten des Edelmetalls.
Die Käufe sind zudem geografisch breit gestreut. China zieht einen Großteil der Aufmerksamkeit auf sich, doch auch Polen, Usbekistan, Kasachstan, Tschechien, Chile, Jordanien und Ghana gehörten in diesem Jahr zu den bedeutenden Käufern.
Für Anleger wirft dieser "stille Goldrausch" eine Frage auf, die weit über den täglichen Goldpreis hinausgeht: Wenn Regierungen Gold zunehmend als strategisches Reservevermögen betrachten, woher soll dann das Goldangebot der nächsten Generation kommen?
Barrick zeigt den Wert heutiger Goldproduktion
Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind an der Spitze der Branche bereits deutlich sichtbar.
Barrick Mining (ISIN: CA06849F1080) meldete zuletzt für das zweite Quartal eine Produktion von 796.000 Unzen aus fortgeführten Geschäftsbereichen. Bei einem realisierten Goldpreis von 4.417 US-Dollar je Unze stieg der bereinigte Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um 70% auf 1,36 Mrd. US-Dollar. Der operative Cashflow erreichte 1,70 Mrd. US-Dollar.
Barrick verdeutlicht den starken operativen Hebel, der entsteht, sobald eine Goldmine produziert. Höhere Goldpreise können sich in erheblichen zusätzlichen Cashflows niederschlagen, sofern Produktion und Kosten unter Kontrolle bleiben.
Allerdings gibt es einen strukturellen Haken: Goldminen sind sich erschöpfende Vermögenswerte.
Selbst Barrick muss kontinuierlich in Exploration und neue Projekte investieren, um die in bestehenden Minen geförderten Unzen zu ersetzen. Die heute hochprofitablen Unzen erzählen daher nur die halbe Geschichte. Die Branche benötigt auch die Minen von morgen.
B2Gold baut bereits seine nächste Produktionspipeline auf
B2Gold (ISIN: CA11777Q2099) liefert ein weiteres Beispiel.
Das Unternehmen produzierte im zweiten Quartal 203.648 Unzen, wobei Fekola, Masbate und Otjikoto jeweils besser abschnitten als erwartet. Allein bei Fekola erzielte B2Gold einen realisierten Preis von 4.529 US-Dollar je Unze, verglichen mit 3.276 US-Dollar im Vorjahr.
Gleichzeitig blickt B2Gold bereits über die laufende Produktion hinaus.
Die regionale Erweiterung von Fekola soll bis Ende 2027 hochgefahren werden und - vorbehaltlich der erforderlichen Genehmigung - von 2028 bis Mitte der 2030er-Jahre jährlich mehr als 150.000 Unzen produzieren. Beim Goose-Projekt erwartet das Unternehmen mittelfristig eine durchschnittliche Jahresproduktion von rund 300.000 Unzen.
Das verdeutlicht die zentrale Herausforderung der Branche: Hohe Goldpreise belohnen bestehende Minen, können jedoch nicht über Nacht neue Minen entstehen lassen.
Tesoro Gold: Könnte El Zorro Teil des Goldangebots von morgen werden?
An dieser Stelle rückt Tesoro Gold (ISIN: AU0000077208) in den Fokus.
Tesoro produziert noch kein Gold und ist daher mit deutlich höheren Risiken verbunden als Barrick oder B2Gold. Die Investmentthese hängt davon ab, ob das Unternehmen sein chilenisches Goldprojekt El Zorro von einer definierten Ressource in eine wirtschaftlich tragfähige Mine überführen kann.
Im Zentrum von El Zorro steht die Lagerstätte Ternera mit einer Mineralressource von 1,82 Mio. Unzen Gold bei einem durchschnittlichen Gehalt von etwa 1,1 g/t.
Die Scoping-Studie von Tesoro aus dem Jahr 2025 skizzierte einen möglichen Betrieb mit einer Verarbeitungskapazität von drei Millionen Tonnen pro Jahr. In den ersten neun Jahren könnten demnach jährlich rund 111.000 Unzen produziert werden. Die geschätzten AISC über die gesamte Minenlaufzeit liegen bei 1.216 US-Dollar je Unze, während der anfängliche Kapitalbedarf auf rund 248 Mio. US-Dollar geschätzt wurde.
Eine Zahl ist im heutigen Marktumfeld besonders bemerkenswert: Die Studie ging lediglich von einem Goldpreis von 2.750 US-Dollar je Unze aus.
Dem stehen zuletzt von Barrick erzielte 4.417 US-Dollar sowie 4.529 US-Dollar bei B2Golds Fekola-Mine gegenüber.
Das bedeutet nicht, dass Tesoro vergleichbare Margen erzielen würde. Die Scoping-Studie ist vorläufig, und El Zorro muss noch erhebliche Entwicklungshürden überwinden. Der Unterschied verdeutlicht jedoch, warum unerschlossene Projekte zunehmend interessant werden können, wenn Gold deutlich über den Preisannahmen früherer Wirtschaftlichkeitsstudien gehandelt wird.
Tesoro entwickelt sich vom Goldexplorer zum potenziellen Minenentwickler
Auch die Tesoro-Story verändert sich.
Der Fokus liegt nicht mehr allein darauf, zusätzliche Goldunzen zu entdecken. Das Unternehmen treibt eine definitive Machbarkeitsstudie voran. Die laufenden Arbeiten umfassen die Bereiche Verarbeitung, Bergbau, Abraum- und Rückstandsmanagement, Infrastruktur, Genehmigungen und Finanzierung.
Tesoro hat erfahrene Partner wie GR Engineering Services, Knight Piésold und STRACON eingebunden. BurnVoir berät das Unternehmen zudem bei der Projektfinanzierung.
Auch die Infrastrukturplanung schreitet voran. Tesoro hat einen Genehmigungsantrag für einen Netzanschluss mit einer Leistung von 21 MW eingereicht. Die bestehende 110-kV-Übertragungsleitung von Tecnocap verläuft bis auf etwa 25 Kilometer an Ternera heran.
Besonders wichtig ist, dass mehrere Meilensteine bevorstehen. Der aktuelle Zeitplan von Tesoro sieht eine Aktualisierung der Mineralressource und die erstmalige Ausweisung einer Erzreserve vor. Die vollständige definitive Machbarkeitsstudie soll weiterhin vor Ende 2026 abgeschlossen werden.
Diese Meilensteine könnten wesentlich mehr Klarheit über die Wirtschaftlichkeit von El Zorro und den möglichen Weg zur Projektentwicklung schaffen.
Von den Tresoren der Zentralbanken zu den Minen von morgen
Die Zentralbanken scheinen weit über das nächste Quartal hinauszublicken. Ein Rekordanteil plant, die eigenen Goldbestände zu erhöhen - angetrieben von Sorgen über Inflation und geopolitische Unsicherheit sowie dem Wunsch nach einer stärkeren Diversifikation der Reserven.
Barrick zeigt, was Goldproduktion im heutigen Marktumfeld bedeuten kann. B2Gold verdeutlicht, warum etablierte Produzenten gleichzeitig in ihre künftige Produktion investieren.
Tesoro befindet sich in diesem Zyklus noch in einer deutlich früheren Phase.
Es gibt keine Garantie dafür, dass El Zorro zu einer Mine entwickelt wird. Risiken in den Bereichen Machbarkeit, Genehmigung, Finanzierung und Bau bleiben bestehen. Mit bereits definierten 1,82 Mio. Unzen und mehreren bevorstehenden Entwicklungsmeilensteinen tritt das Projekt jedoch in eine Phase ein, die Anlegern deutlich mehr Klarheit verschaffen dürfte.
Sollten die Zentralbanken der Welt ihren stillen Goldrausch fortsetzen, könnte sich die Aufmerksamkeit irgendwann von der Frage, wer die heutigen Unzen hortet, darauf verlagern, wer die Minen entwickeln kann, die das Gold von morgen liefern.
Quellen:
https://www.b2gold.com/overview/default.aspx
https://tesorogold.com.au/
https://www.barrick.com/English/home/default.aspx
https://evolutionmining.com/investor-centre/presentations/
https://finance.yahoo.com/markets/commodities/articles/quiet-rush-gold-sweeping-globe-100011885.html
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Tesoro Gold
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