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Europa braucht eigene Rohstoffe: Warum der Balkan bei Kupfer, Nickel und Antimon wieder in den Fokus rückt

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Europa hat ein Rohstoffproblem. Die Region verfügt über einige der größten Industriezentren der Welt, ist bei zahlreichen strategisch wichtigen Metallen jedoch stark von Lieferungen aus dem Ausland abhängig. Gerade bei Rohstoffen für Verteidigung, Energie, Elektronik und Batterien wird diese Abhängigkeit zunehmend zu einer wirtschaftspolitischen Frage.

Die Europäische Union versucht deshalb, gegenzusteuern. Der Critical Raw Materials Act soll heimische Förderung, Verarbeitung und Recycling stärken und gleichzeitig die Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern reduzieren. Bis 2030 sollen bei strategischen Rohstoffen mindestens 10 Prozent des jährlichen EU-Verbrauchs durch eigene Förderung und 40 Prozent durch Verarbeitung innerhalb der EU gedeckt werden. Gleichzeitig sollen höchstens 65 Prozent des jährlichen Bedarfs eines strategischen Rohstoffs aus einem einzigen Drittstaat stammen.

Dabei rücken nicht nur Lithium und Seltene Erden in den Fokus. Auch Kupfer, Nickel und Antimon stehen auf der europäischen Liste kritischer beziehungsweise strategischer Rohstoffe.

Antimon zeigt, wie schnell Rohstoffe geopolitisch werden können

Besonders deutlich wird das bei Antimon. Das Metall wird unter anderem in Verteidigungs-, Elektronik- und Industrieanwendungen eingesetzt. Die Diskussion darüber hat sich deshalb längst von der reinen Rohstoffnachfrage auf die Frage der Versorgungssicherheit verlagert.

China hatte Ende 2024 sogar ein Exportverbot bestimmter Dual-Use-Produkte mit Antimon in die USA verhängt. Dieses Verbot wurde Ende 2025 im Zuge der Entspannung im Handelskonflikt zwar vorübergehend bis November 2026 ausgesetzt. Gerade dieser politische Wechsel zeigt jedoch, wie stark strategische Rohstoffströme inzwischen von geopolitischen Entscheidungen beeinflusst werden können.

Dass die Industrie darauf reagiert, zeigt Nyrstar. Das Unternehmen produzierte Anfang 2026 in Port Pirie erstmals kommerzielles Antimonmetall und verschiffte im Februar die erste Charge. Künftige Lieferungen könnten laut Nyrstar unter anderem nach Europa gehen.

Auch große Rohstoffhändler beschäftigen sich mit Europas Versorgungslücke. Trafigura-Chef Richard Holtum warnte im Mai vor dem Verlust europäischer Schmelzkapazitäten und nannte ausdrücklich strategische Metalle wie Antimon als Bereich, in dem Europa seine Position stärken müsse.

Und auch bei klassischen Industriemetallen bleibt die Versorgung strategisch. Glencore (ISIN: JE00B4T3BW64) gehört zu den weltweit bedeutenden Produzenten und Händlern von Kupfer und Nickel. Der Konzern bestätigte Ende Juli seine Produktionsprognosen für beide Metalle für 2026.

Die großen Namen zeigen: Die Suche nach resilienteren Rohstoffketten ist längst kein Nischenthema mehr.

Aber wo sollen Europas zusätzliche Rohstoffe herkommen?

Genau hier beginnt die interessantere Frage.

Europa kann seine Rohstoffabhängigkeit nicht allein durch Recycling und neue Verarbeitungskapazitäten lösen. Neue Lagerstätten müssen gefunden, untersucht und - sofern wirtschaftlich und genehmigungsfähig - irgendwann entwickelt werden.

Dabei könnte eine Region wieder stärker ins Blickfeld geraten, die viele Anleger bislang kaum auf dem Radar haben: der Balkan.

Bosnien und Herzegowina besitzt eine lange Bergbaugeschichte und liegt innerhalb des Tethyan-Metallgürtels. Gleichzeitig sind Teile der Region nach modernen Explorationsmethoden vergleichsweise wenig untersucht.

Für Anleger entsteht damit eine ungewöhnliche Konstellation: Während Europa politisch nach mehr Rohstoffsicherheit sucht, werden in geografischer Nähe zu seinen großen Industriezentren historische Bergbauregionen mit moderner Geophysik und neuen Bohrprogrammen erneut untersucht.

Ein australischer Explorer sucht mitten in Europa

Hier kommt Yugo Metals (ISIN: AU0000404998) ins Spiel.

Das an der australischen ASX notierte Explorationsunternehmen konzentriert sich auf Projekte in Bosnien und Herzegowina und sucht dort nach Gold, Kupfer, Nickel, Kobalt und weiteren Metallen.

Yugo befindet sich allerdings noch in einer frühen Phase. Es gibt bislang keine definierte Mineralressource und erst recht keine Produktion. Ob aus den bisherigen Explorationsergebnissen wirtschaftlich abbaubare Lagerstätten entstehen, müssen weitere Bohrungen zeigen.

Interessant ist deshalb zunächst weniger die Größe des Unternehmens als die Kombination aus Standort und Rohstoffen.

Beim Sinjakovo-Projekt hat Yugo am Erak-Prospekt inzwischen eine Goldmineralisierung erbohrt. Die jüngsten Ergebnisse umfassen 36,1 Meter mit 2,3 g/t Gold, darunter 3 Meter mit 14,5 g/t Gold sowie einen Meter mit 42,5 g/t. Ein weiterer Bohrabschnitt lieferte 10,4 Meter mit 2,6 g/t Gold. Die Mineralisierung ist nach Unternehmensangaben in mehreren Richtungen offen, weitere Bohrungen laufen.

Für die europäische Rohstoffgeschichte besonders interessant: Frühere Bohrungen durchschnitten bei Erak auch polymetallische Mineralisierung mit Gold, Silber, Kupfer und Antimon. Ein Abschnitt über vier Meter enthielt 0,5 g/t Gold, 40 g/t Silber, 0,6 Prozent Kupfer und 0,25 Prozent Antimon.

Das reicht selbstverständlich noch lange nicht, um Erak als Antimonlagerstätte zu bezeichnen. Es zeigt aber, dass das dort untersuchte System mehrere Metalle enthält, die aus europäischer Perspektive zunehmend strategische Bedeutung besitzen.

Nickel: Alte Ergebnisse sollen nach 56 Jahren überprüft werden

Noch deutlicher wird dieser Ansatz beim Sockovac-Projekt.

Dort plant Yugo, historische Nickelmineralisierung erstmals seit 56 Jahren wieder durch Bohrungen zu untersuchen. Historische Ergebnisse umfassen unter anderem 5,1 Meter mit 6,6 Prozent Nickel sowie 1,5 Meter mit 15 Prozent Nickel. Zunächst sollen sogenannte Twin Holes diese alten Ergebnisse überprüfen; außerdem soll das Material auf weitere Elemente einschließlich Kobalt analysiert werden.

Auch hier gilt: Historische Bohrergebnisse sind keine moderne Ressourcenschätzung. Erst neue Exploration wird zeigen, wie relevant diese Mineralisierung tatsächlich ist.

Finanziell hat Yugo dafür zunächst Spielraum geschaffen. Im Juni nahm das Unternehmen über eine überzeichnete Platzierung 5 Millionen australische Dollar ein. Nach Angaben des Unternehmens standen damit rund 7 Millionen australische Dollar zur Verfügung, um die Exploration der drei Projekte Sinjakovo, Sockovac und Cajnice über die kommenden 18 Monate voranzutreiben.

Europas Rohstoffsuche beginnt möglicherweise vor der eigenen Haustür

Der entscheidende Punkt für Anleger ist deshalb größer als Yugo Metals.

Europa versucht, seine Abhängigkeit bei strategischen Rohstoffen zu reduzieren. Die EU beschleunigt strategische Rohstoffprojekte, die Industrie fordert mehr heimische Kapazitäten und Metalle wie Antimon zeigen, wie schnell eine scheinbar kleine Rohstoffnische geopolitische Bedeutung bekommen kann. In der zweiten Auswahlrunde für strategische Projekte unter dem Critical Raw Materials Act gingen bei der Europäischen Kommission mehr als 160 Bewerbungen ein.

Der Balkan könnte innerhalb dieser Entwicklung wieder stärker wahrgenommen werden.

Yugo Metals ist dabei noch ganz am Anfang. Ob aus Gold-, Nickel-, Kupfer- oder Antimonindikationen irgendwann wirtschaftliche Lagerstätten werden, ist offen. Gerade deshalb werden die kommenden Bohrprogramme entscheidend.

Doch wenn Europa seine Rohstoffversorgung diversifizieren will, wird es nicht nur neue Lieferverträge brauchen. Es wird auch neue Lagerstätten benötigen. Und möglicherweise lohnt sich deshalb ein neuer Blick auf alte Bergbauregionen direkt vor Europas Haustür.

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Quellen

https://single-market-economy.ec.europa.eu/sectors/raw-materials/areas-specific-interest/critical-raw-materials/critical-raw-materials-act_en?utm_source=chatgpt.com
https://www.reuters.com/business/europes-smelters-need-long-term-price-protection-trafigura-ceo-says-2026-05-20/?utm_source=chatgpt.com
https://www.nyrstar.com/resource-center/press-releases/nyrstar-marks-port-piries-first-shipment-of-australian-produced-antimony-metal?utm_source=chatgpt.com

Lassen Sie sich in den Verteiler für Yugo Metals oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: "Verteiler Yugo Metals" oder "Nebenwerte".

Yugo Metals Ltd
Land: Australien
ISIN: AU0000404998
Yugo Metals

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