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Bei Gilead Sciences gibt es heute eine Meldung, die ich für die langfristige Story durchaus interessant finde.
Die Europäische Kommission hat die Zulassung für Trodelvy in Kombination mit Keytruda zur Erstlinienbehandlung von Patientinnen und Patienten mit PD-L1-positivem, metastasiertem triple-negativem Brustkrebs erteilt. Damit bekommt Trodelvy in Europa eine deutlich größere Rolle im frühen Behandlungsverlauf.
Besonders interessant ist für mich dabei die Kombination mit Keytruda. Grundlage der Entscheidung waren die Daten der Phase-3-Studie ASCENT-04 beziehungsweise KEYNOTE-D19. Die Kombination konnte das Risiko für einen Krankheitsfortschritt oder Tod gegenüber der bisherigen Standardtherapie aus Chemotherapie plus Keytruda um 35 Prozent reduzieren.
Das ist keine Kleinigkeit und zeigt, welches Potenzial Gilead in Trodelvy sieht.

Trodelvy kommt in Europa früher zum Einsatz
Für Gilead ist vor allem die Kombination der bestehenden europäischen Zulassung mit der neuen Indikation interessant. Trodelvy ist dort bereits als Monotherapie für bestimmte Patienten zugelassen, die nicht für eine PD-1- oder PD-L1-Therapie infrage kommen. Jetzt kommt die Kombination mit Keytruda für PD-L1-positive Patienten hinzu.
Damit erweitert sich der mögliche Einsatz von Trodelvy in Europa deutlich und rückt stärker in die Erstlinientherapie. Gilead spricht deshalb selbst von Trodelvy als einer Art Backbone-Therapie für diese Patientengruppe.
Und genau hier liegt für mich der strategische Punkt.
Je früher ein Medikament im Behandlungsverlauf eingesetzt werden kann, desto größer kann natürlich auch der potenzielle Markt werden. Trodelvy ist dabei längst kein völlig neues Produkt mehr. Laut Gilead wurden weltweit bereits mehr als 75.000 Brustkrebspatienten damit behandelt.
Gleichzeitig wird Trodelvy weiterhin in mehreren Phase-3-Studien bei anderen Krebsarten untersucht, unter anderem bei Lungen- und gynäkologischen Tumoren. Sollte sich das Einsatzgebiet weiter ausdehnen, könnte daraus langfristig zusätzliches Wachstum entstehen.
Natürlich gibt es auch Risiken
Trotz der positiven Meldung sollte man die Sache nicht durch die rosarote Brille betrachten.
Trodelvy hat relevante Nebenwirkungen, insbesondere Neutropenie und Durchfall. Und auch eine neue Zulassung bedeutet nicht automatisch, dass sich das Medikament im Markt entsprechend stark durchsetzen wird.
Entscheidend wird sein, wie Ärzte und Patienten die Therapie tatsächlich annehmen und wie sich die Umsätze in den kommenden Quartalen entwickeln. Genau diese Punkte würde ich deshalb weiter beobachten.
Mein Fazit
Für mich ist die heutige Meldung trotzdem klar positiv.
Gilead baut sein Onkologiegeschäft weiter aus und bringt mit Trodelvy ein bereits etabliertes Medikament früher in die Behandlung. Gleichzeitig laufen weitere Studien, die das Einsatzgebiet noch deutlich erweitern könnten.
Das ist natürlich keine Garantie für zukünftiges Wachstum. Für mich ist es aber ein weiterer wichtiger Baustein in der langfristigen Gilead-Story.
Was spricht der Chart?

Die Aktie von Gilead Sciences hat über den Sommer eine über vier Monate andauernde Bodenbildungsformation abgeschlossen. Mit dem Ausbruch über 138 Dollar startete die Aktie innerhalb weniger Tage einen Lauf bis hinauf zur Marke von 149 Dollar.
Dort setzte die Aktie jetzt erstmals zurück und bestätigte den Unterstützungsbereich bei 143 Dollar. Aktuell bildet sich eine kleine Dreiecksformation aus, die unter Umständen erneut nach oben aufgelöst werden kann.
Die Aktie hat relative Stärke und mein Kursziel aus der Bodenbildungsformation lässt sich im Bereich von 153 Dollar verorten. Die Aktie sollte natürlich für dieses Ziel nicht unter die 50-Tage-Linie zurückfallen.
Würde die Aktie unter 142 Dollar zurückfallen, müsste man mit einem Backtest der Zone um 138 Dollar rechnen.
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Enthaltene Werte: US3755581036,US60770K1079
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