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WKN: 878279 | ISIN: AT0000741053 | Ticker-Symbol: EVN
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26.08.26 | 08:00
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Small- & Micro Cap Investment
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Berichtssaison für Energieversorger - worauf Anleger am 27. August bei der EVN schauen werden

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Für Anleger von Energieversorgern sind im August wichtige Unternehmenstermine interessant. Während einige Versorger wie z. B. die RWE im August über den Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr berichten, steht bei der EVN der nächste wichtige Zahlentermin unmittelbar bevor. Aufgrund des vom Kalenderjahr abweichenden Geschäftsjahres, das jeweils am 1. Oktober beginnt, veröffentlicht die EVN AG (ISIN: AT0000741053) am 27. August 2026 bereits ihre Ergebnisse für die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2025/26. Im Mittelpunkt stehen für Investoren und Analysten dabei vor allem drei Fragen: Wie entwickeln sich Umsatz und Ergebnis? Wie schnell setzt die EVN ihr milliardenschweres Investitionsprogramm um? Und hält der Konzern an seiner bisherigen Jahresprognose fest?

Im ersten Halbjahr 2025/26 stieg der Umsatz der EVN um 3,2 Prozent, während auch EBITDA und Konzernergebnis über dem Vorjahresniveau lagen. Gleichzeitig bestätigte das Unternehmen seine Prognose und erwartet für das Gesamtjahr weiterhin ein Konzernergebnis zwischen 430 und 480 Millionen Euro. Hinzu kommt ein Investitionsprogramm von rund einer Milliarde Euro allein im laufenden Geschäftsjahr.

Interessant ist übrigens noch ein weiterer Termin im Unternehmenskalender der EVN. Am 1. Oktober 2026 lädt die EVN zu einem Kapitalmarkttag. Anleger sind gespannt darauf, welche neuen Informationen das Management zu den Investitionen in Netze, Erzeugung, Speicher und in andere Infrastruktur geben wird und welche Ergebnisse daraus erwartet werden.

Die Messlatte aus dem ersten Halbjahr

Um die neuen EVN-Zahlen einordnen zu können, lohnt zunächst der Blick auf den letzten Zwischenbericht. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2025/26, also zwischen Oktober 2025 und März 2026, erzielte die EVN Umsatzerlöse von 1.787,0 Millionen Euro. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entsprach das einem Plus von 3,2 Prozent.

Ein wichtiger Treiber waren regulatorisch bedingte Preiseffekte bei den Verteilnetzgesellschaften in Niederösterreich und Bulgarien. Gleichzeitig belasteten niedrigere Preise und Mengen die Umsätze in der erneuerbaren Erzeugung.

Beim EBITDA erreichte die EVN im ersten Halbjahr 553,3 Millionen Euro. Das Konzernergebnis belief sich auf 312,4 Millionen Euro und lag damit 24,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Für Anleger ist das eine wichtige Ausgangsbasis: Die Neunmonatszahlen werden zeigen, ob die positive Ergebnisentwicklung auch im dritten Quartal fortgesetzt werden konnte.

Dabei sollten die einzelnen Quartale allerdings nicht isoliert betrachtet werden. Energieunternehmen sind stark von Witterung, Energiepreisen, Wasser- und Winddargebot sowie regulatorischen Effekten abhängig. Zudem unterliegt der Geschäftsverlauf einer Saisonalität, sprich das Winterhalbjahr ist tendenziell von einer stärkeren Energienachfrage geprägt. Entscheidend ist deshalb weniger eine einzelne Zahl als die Frage, ob sich die grundsätzliche Ergebnisentwicklung und die Prognose des Managements verändern.

Bei EVN dürfte die Prognose entscheidend sein

Genau deshalb dürfte am 27. August bei der EVN die Jahresprognose besondere Aufmerksamkeit erhalten. Bislang geht der Konzern unter der Annahme eines stabilen regulatorischen und energiepolitischen Umfelds davon aus, dass EBITDA und Konzernergebnis im Geschäftsjahr 2025/26 ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres liegen werden. Für das Konzernergebnis nennt die EVN eine Bandbreite von 430 bis 480 Millionen Euro.

Nach sechs Monaten standen bereits 312,4 Millionen Euro zu Buche. Eine einfache Hochrechnung wäre dennoch irreführend. Saisonale Effekte spielen im Energiegeschäft eine erhebliche Rolle, und die Ergebnisbeiträge der einzelnen Geschäftsbereiche können sich von Quartal zu Quartal deutlich unterscheiden. Für Anleger wird deshalb interessant sein, ob das Management die Bandbreite unverändert bestätigt, konkretisiert oder möglicherweise anpasst. Eine Bestätigung würde signalisieren, dass sich das Geschäft trotz der hohen Investitionen und unterschiedlicher energiewirtschaftlicher Einflüsse weiterhin im erwarteten Rahmen entwickelt.

Eine Milliarde Euro Investitionen wird zur zweiten Schlüsselzahl

Mindestens ebenso wichtig wie das Ergebnis ist die Investitionstätigkeit. Für das Geschäftsjahr 2025/26 hat die EVN ein Investitionsprogramm von rund einer Milliarde Euro vorgesehen. Nach Unternehmensangaben verlief die Umsetzung im ersten Halbjahr planmäßig. Bis 2030 will die EVN jährlich ungefähr eine Milliarde Euro investieren. Rund vier Fünftel dieser Mittel sollen nach Niederösterreich fließen. Das Geld verteilt sich dabei auf mehrere Bereiche: Netzinfrastruktur, erneuerbare Erzeugung, Großbatteriespeicher, Ladeinfrastruktur und Trinkwasserversorgung. Diese Breite unterscheidet die aktuelle Investitionsphase von einem klassischen Ausbauprogramm für einzelne Kraftwerke. Die EVN investiert gleichzeitig in die Erzeugung von Strom, dessen Transport und Verteilung, die Speicherung sowie in zusätzliche Infrastrukturfelder.

Für Anleger bedeutet das allerdings auch, dass neben dem Wachstum die Finanzierung im Blick bleiben muss. Hohe Investitionen binden zunächst Kapital. Entscheidend ist deshalb, ob daraus langfristig zusätzliche regulierte Vermögenswerte, Erzeugungskapazitäten und Ergebnisbeiträge entstehen.

Netze könnten erneut im Mittelpunkt stehen

Ein besonders wichtiger Bereich dürfte dabei das Netzgeschäft bleiben.

Bereits im vergangenen Geschäftsjahr 2024/25 investierte die EVN 392,6 Millionen Euro allein in ihre Stromnetze. Gegenüber 329,1 Millionen Euro im Vorjahr war das ein Anstieg um 19,3 Prozent. Auch im ersten Halbjahr 2025/26 trugen die Verteilnetzgesellschaften in Niederösterreich und Bulgarien zur positiven Umsatzentwicklung bei. Die EVN verwies dabei ausdrücklich auf regulatorisch bedingte Preiseffekte. Für die kommenden Zahlen wird deshalb interessant, ob sich das investitionsbedingte organische Wachstum im Segment Netze fortsetzt. Gerade dieses Geschäftsfeld besitzt für die langfristige Entwicklung des Konzerns große Bedeutung, weil neue Wind- und Solaranlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen und Ladepunkte zusätzliche Anforderungen an die Verteilnetze stellen.

Wind und Photovoltaik wachsen - die Produktion bleibt wetterabhängig

Ein zweiter Schwerpunkt ist die Stromerzeugung. Im ersten Halbjahr 2025/26 erzeugte die EVN insgesamt 1.502 GWh Strom, 6,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Die erneuerbare Erzeugung blieb mit 1.209 GWh dagegen nahezu stabil. Ihr Anteil an der gesamten Stromproduktion stieg dadurch von 75,3 auf 80,5 Prozent. Der Grund für die rückläufige Gesamtproduktion lag unter anderem im ungünstigen Wind- und Wasserdargebot sowie in einer geringeren thermischen Erzeugung. Zusätzliche Wind- und Photovoltaikkapazitäten konnten die schwächeren natürlichen Bedingungen teilweise kompensieren. Gleichzeitig setzt die EVN den Ausbau fort. Im ersten Halbjahr gingen unter anderem der Windpark Gnadendorf mit 28,8 MW sowie weitere erneuerbare Kapazitäten in Betrieb. Die konzernweite Windkraftleistung stieg auf 561 MW, die Photovoltaikleistung auf 133 MWp.

Bei den Neunmonatszahlen sollte deshalb nicht nur auf die produzierte Strommenge geschaut werden. Mindestens ebenso interessant ist, ob neue Anlagen planmäßig hinzukommen und wie sich das Wind- und Wasserdargebot auf die Produktion ausgewirkt haben.

Batteriespeicher werden zum neuen Faktor

Hinzu kommt ein Geschäftsfeld, das bei früheren EVN-Zahlen noch deutlich kleiner war: Großbatteriespeicher. Die EVN will ihre Batteriespeicherleistung bis 2030 auf 300 MW erhöhen. Projekte wie Theiß, Dürnrohr und weitere Anlagen in Südosteuropa zeigen, dass der Konzern erhebliche Kapazitäten aufbauen wird. Relevant ist in diesem Zusammenhang, dass Batteriespeicher mehrere Funktionen miteinander verbinden. Sie können Strom aufnehmen, wenn viel Energie verfügbar ist, Netzschwankungen ausgleichen und ihre Flexibilität am Strommarkt vermarkten.

Noch dürften Speicher im Vergleich zu den etablierten Geschäftsbereichen keinen dominierenden Ergebnisbeitrag liefern. Die Investitionen zeigen aber, welche Bereiche künftig stärker in den Fokus rücken könnten.

Auch die Bilanz sollten Anleger beobachten

Neben Umsatz, Ergebnis und Investitionen verdient deshalb eine weitere Kennzahl Aufmerksamkeit: die Nettoverschuldung. Zum 31. März 2026 lag diese bei 1.094,8 Millionen Euro, nachdem sie zum 30. September 2025 noch 1.155,9 Millionen Euro betragen hatte. Der Rückgang hing wesentlich mit dem Verkauf des internationalen Projektgeschäfts zusammen. Anfang März erhielt die EVN dafür einen Kaufpreis von 100 Millionen Euro; zusätzlich wurden konzerninterne Cash-Pooling-Forderungen durch den Käufer abgelöst. Gleichzeitig bestätigten Moody's und Scope Ratings im Frühjahr die Bonitätsnoten der EVN mit A1 beziehungsweise A+, jeweils mit stabilem Ausblick. Bei einem Investitionsprogramm von jährlich rund einer Milliarde Euro bleibt die Entwicklung der Verschuldung dennoch relevant. Je stärker die Investitionen steigen, desto wichtiger wird die Frage, wie sich Cashflow, Finanzierung und Bilanz parallel entwickeln.

Fazit

Am 27. August 2026 veröffentlicht die EVN AG (ISIN: AT0000741053) ihre Ergebnisse für die ersten drei Quartale 2025/26. Nach einem ersten Halbjahr mit 1.787,0 Milliarden Euro Umsatz, 553,3 Millionen Euro EBITDA und 312,4 Millionen Euro Konzernergebnis ist die Ausgangslage solide. Für Anleger dürften jedoch weniger einzelne Quartalswerte als drei größere Fragen entscheidend sein: Bleibt die Ergebnisprognose von 430 bis 480 Millionen Euro bestehen? Wie weit ist das Investitionsprogramm von rund einer Milliarde Euro fortgeschritten? Und wie entwickeln sich Netze, erneuerbare Erzeugung und neue Infrastrukturfelder? Ob die EVN am 27. August ebenfalls neue Impulse setzen kann, wird sich mit Veröffentlichung der tatsächlichen Zahlen zeigen.


Lassen Sie sich in den Verteiler für EVN oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: "Verteiler EVN" und/oder "Nebenwerte".

Quellen:

EVN

Finanzkalender - Ergebnis 1.-3. Quartal 2025/26 am 27. August 2026
https://www.evn.at/home/investor-relations/veranstaltungen/finanzkalender

Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 - 28. Mai 2026
https://www.evn.at/home/presse/geschaftsverlauf-im-ersten-quartal-des-geschaftsjahres-2024-25-636ccc965941ad8ebb913d1eaca4a713-3a29ce7ccdb4a1e8dfe7e177ac26c318

EVN Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2025/26 - direkter PDF-Link
https://www.evn.at/getmedia/83f439f5-48ed-4e25-8f2c-a24d446e3493/AB_HY1_2025_26_DE.pdf

Planmäßige Fortschritte im Windkraftausbau der EVN - 28. April 2026
https://www.evn.at/home/investor-relations/news/ir-mitteilungen/planma-ige-fortschritte-im-windkraftausbau-der-evn

EVN Jahresfinanzbericht 2024/25
https://www.evn.at/home/investor-relations/publikationen

RWE

RWE erhöht Ergebnisprognose für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 - 28. Juli 2026
https://www.rwe.com/presse/rwe-ag/2026-07-28-rwe-raises-outlook-for-fiscal-years-2026-and-2027/

Ergebnisse des ersten Halbjahres 2026 - 13. August 2026
https://www.rwe.com/investor-relations/finanzkalender-und-veroeffentlichungen/2026-H1/

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