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Seltene Erden entwickeln sich in den USA zunehmend von einem Rohstoffthema zu einem Instrument der Industrie- und Sicherheitspolitik. Washington unterstützt heimische Lieferketten inzwischen mit direkten Investitionen, Förderprogrammen und strategischen Partnerschaften. Aktien wie MP Materials (ISIN: US5533681012) haben davon bereits profitiert.
Für Anleger wird deshalb eine andere Frage interessant: Welche noch nicht produzierenden Projekte könnten als Nächstes stärker in den Fokus rücken, wenn westliche Regierungen ihre Abhängigkeit von China weiter reduzieren wollen?
Hier fällt zunehmend St George Mining (ISIN: AU000000SGQ8) mit seinem Araxá-Projekt in Brasilien auf.
Washington verändert die Bewertung von Seltenen Erden
Die amerikanische Rohstoffpolitik hat sich deutlich verändert. Statt nur Genehmigungen zu beschleunigen oder Steueranreize zu setzen, greift die Regierung inzwischen direkt in den Aufbau strategischer Lieferketten ein.
Das erklärt den Begriff der "Trump-Dividende" für US-Seltene-Erden-Aktien: Unternehmen mit glaubwürdiger Positionierung in heimischen oder verbündeten Lieferketten werden nicht mehr nur als Bergbauwerte gesehen, sondern zunehmend als Teil kritischer Infrastruktur.
Der Hintergrund ist klar. Hochleistungsmagnete auf Basis von Neodym und Praseodym werden in Radarsystemen, Lenkwaffen, Elektroantrieben, Satelliten, Robotik und KI-Infrastruktur eingesetzt. Gleichzeitig dauern neue Minen- und Verarbeitungsprojekte häufig viele Jahre.
Diese Kombination aus strategischer Nachfrage und langsamer Angebotsreaktion verschiebt den Bewertungsrahmen für den gesamten Sektor.
St George erreicht eine neue Größenordnung
Genau hier wird das jüngste Ressourcenupdate von St George Mining relevant.
Die Mineralressource von Araxá stieg um 57 Prozent auf 111,2 Millionen Tonnen mit 3,57 Prozent TREO und 0,57 Prozent Nb2O5. Die enthaltenen Seltenen Erden erhöhten sich dabei um rund 38 Prozent auf 3,98 Millionen Tonnen TREO.
Noch wichtiger ist der Anstieg der höher klassifizierten Ressourcen. Measured & Indicated legten um 155 Prozent auf 75,2 Millionen Tonnen zu und machen inzwischen rund 68 Prozent der Gesamtressource aus. Darin befinden sich etwa 520.000 Tonnen NdPr-Oxid.
MST Access weist außerdem darauf hin, dass Araxá in den M&I-Kategorien mehr enthaltenes NdPr-Oxid aufweist als jeweils Mt Weld von Lynas und Mountain Pass von MP Materials. Der Bericht bezeichnet Araxá deshalb als "world class", macht aber zugleich deutlich, dass St George noch deutlich früher in der Entwicklung steht als die beiden produzierenden Vergleichsunternehmen.
Analyst erhöht Bewertung auf 0,45 AUD
Besonders interessant für Anleger ist die neue Bewertung von MST Access.
Das Researchhaus erhöhte seinen Sum-of-the-Parts-Wert für St George von 0,34 AUD auf 0,45 AUD je Aktie. Zum Zeitpunkt des Berichts vom 20. August notierte die Aktie bei 0,085 AUD.
MST begründet die Aufwertung vor allem mit der deutlich größeren Ressource und dem gestiegenen Wert der Seltene-Erden-Komponente.
Im Basismodell entfallen laut MST rund 0,16 AUD je Aktie auf Niob und 0,29 AUD auf die Seltene-Erden-Ressource. Für den REE-Teil verwendet MST noch keine vollständige DCF-Bewertung, sondern einen EV/Resource-Ansatz, weil Metallurgie, Prozessroute und Endprodukt noch nicht endgültig feststehen.
Das ist ein wichtiger Punkt: Die Bewertung ist ausdrücklich modellbasiert und hängt von mehreren Annahmen ab.
130 Millionen US-Dollar EBITDA bei Niob?
Beim Niob geht MST einen Schritt weiter.
Das Researchhaus modelliert im Vollbetrieb ein mögliches jährliches EBITDA von rund 130 Millionen US-Dollar bei Margen von mehr als 60 Prozent. Dabei arbeitet MST unter anderem mit Annahmen zu Investitionskosten, Produktionsrate, Betriebskosten und Niobpreis, die erst durch die kommende Scoping Study besser abgesichert werden müssen.
Gerade diese Scoping Study gehört zu den wichtigsten kommenden Katalysatoren. Zusätzlich stehen metallurgische Ergebnisse für Seltene Erden, der Start einer Pilotanlage und eine erste Ressourcenschätzung für East Araxá auf der Agenda.
Was Anleger beachten sollten
Trotz des optimistischen Researchs bleibt St George ein Entwicklungsunternehmen. Metallurgie, Wirtschaftlichkeit, Genehmigungen, Finanzierung und spätere Bauausführung bleiben zentrale Risiken.
Zudem wurde der MST-Bericht im Auftrag von St George Mining erstellt und gegen Gebühr vergütet. Das sollte bei der Einordnung der Bewertung klar berücksichtigt werden.
Trotzdem verändert sich die Investmentstory sichtbar.
MP Materials zeigt, wie stark westliche Politik den strategischen Wert eines Rohstoffunternehmens erhöhen kann. St George besitzt noch keine vergleichbare staatliche Unterstützung, aber nach dem jüngsten Ressourcenupdate und der höheren Analystenbewertung wird Araxá zunehmend als potenziell bedeutendes Projekt außerhalb Chinas wahrgenommen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr nur, wie groß die Lagerstätte ist.
Sie lautet nun, ob St George die geologische Größe von Araxá in ein wirtschaftlich tragfähiges Projekt übersetzen kann - und ob westliche Industriepolitik diesen Prozess zusätzlich beschleunigt.

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https://www.stgm.com.au/
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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
https://stgm.com.au
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Enthaltene Werte: AU000000SGQ8,US5533681012
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