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400 Millionen Dollar für MP Materials, deutsche Firmen horten Seltene Erden: Warum Europa neue Rohstoffquellen sucht

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Deutsche Unternehmen legen Seltene Erden auf Vorrat. Sie fürchten, dass die Handelsgespräche zwischen der EU und China neue Exportbeschränkungen auslösen könnten. Einige Firmen haben laut POLITICO bereits Material für mehrere Monate eingelagert, während andere nur begrenzte Reserven besitzen.

Gleichzeitig wächst der Druck, außerhalb Chinas neue Lieferketten aufzubauen. Dabei zeichnet sich ein Unterschied zwischen Europa und den USA ab: Brüssel beschleunigt Genehmigungen für ausgewählte Projekte, während Washington zusätzlich direkt in Unternehmen investiert und Preise absichert.

Für Anleger ist entscheidend, welche Projekte den Schritt von der Rohstofflagerstätte zum lieferfähigen Produkt schaffen.

Rheinmetall plant gegen Engpässe

Rheinmetall (ISIN: DE0007030009) nennt in seiner Investorenpräsentation vom September zwei Maßnahmen für widerstandsfähigere Lieferketten: kurzfristig höhere Sicherheitsbestände und längerfristig Alternativen bei kritischen Rohstoffen sowie eine breitere Lieferantenbasis.

Der Konzern sagt nicht, dass er selbst Seltene Erden hortet. Die von POLITICO beschriebenen Vorratskäufe deutscher Unternehmen sind eine separate Entwicklung. Beide zeigen jedoch, dass die Verfügbarkeit von Rohstoffen längst eine praktische Frage der Industrieplanung ist.

Seltene Erden werden unter anderem für leistungsfähige Permanentmagnete benötigt. Sie stecken in Elektrofahrzeugen, Windkraftanlagen und verschiedenen Industrie- und Verteidigungstechnologien. Chinesische Exportkontrollen führten 2025 nach Angaben der Internationalen Energieagentur bereits dazu, dass einige Hersteller außerhalb Chinas ihre Produktion einschränken mussten.

Die USA sichern nicht nur Projekte, sondern auch Preise ab

Die Financial Times berichtete im August, dass die USA seit 2022 rund 40 Milliarden US-Dollar an vorläufiger Förderung für Mineralprojekte angekündigt haben. Die EU und ihre Mitgliedstaaten hätten für dieses Jahr etwa sechs Milliarden Euro für entsprechende Projekte zugesagt. Die Beträge haben unterschiedliche Zeiträume und Förderformen; ein direkter Vergleich der jährlichen Ausgaben wäre daher irreführend. Die Zahlen verdeutlichen aber den Umfang des amerikanischen Vorstoßes.

Ein besonders konkretes Beispiel ist MP Materials (ISIN: US5533681012). Das US-Verteidigungsministerium vereinbarte 2025 den Kauf von 400 Millionen US-Dollar an wandelbaren Vorzugsaktien des Seltene-Erden-Unternehmens. Hinzu kamen ein Darlehen von 150 Millionen US-Dollar für zusätzliche Verarbeitungskapazität und eine zehnjährige Vereinbarung mit einem Mindestpreis von 110 US-Dollar je Kilogramm für bestimmte Neodym-Praseodym-Produkte.

Die Preisabsicherung ist für neue Lieferketten wesentlich. Eine Mine oder Verarbeitungsanlage benötigt hohe Anfangsinvestitionen. Investoren wollen wissen, ob sich das Projekt auch bei schwankenden Rohstoffpreisen finanzieren und betreiben lässt.

Europas Genehmigungsvorteil löst die Finanzierungsfrage nicht

Die EU hat Projekte ausgewählt, die von schnelleren Genehmigungsverfahren profitieren sollen. Diese Einstufung garantiert ihnen jedoch keine öffentliche Finanzierung. Der Europäische Rechnungshof warnte Anfang 2026, dass viele ausgewählte Vorhaben noch in einem frühen Entwicklungsstadium seien und kaum rechtzeitig wesentlich zu den Rohstoffzielen für 2030 beitragen dürften.

Das erklärt die Nervosität der deutschen Industrie. Bevorratung kann eine kurzfristige Unterbrechung überbrücken. Neue Minen und Verarbeitungsanlagen brauchen dagegen Jahre. Europa muss deshalb zugleich bestehende Lieferungen absichern und künftiges Angebot entwickeln.

Almonty zeigt einen möglichen Weg bei Wolfram

Wie aus einem Rohstoffprojekt eine zusätzliche Bezugsquelle werden kann, zeigt Almonty Industries (ISIN: CA0203987072) am Beispiel Wolfram. Das Metall ist wegen seiner Härte und Hitzebeständigkeit für Industrie und Verteidigung wichtig. China stellte 2025 rund 80 Prozent der weltweiten Produktion.

Almonty hat seine Sangdong-Mine in Südkorea wieder in Betrieb genommen. Seit Juli wird Erz in der Aufbereitungsanlage verarbeitet; im September erhielt die Anlage die abschließende Zulassung für den kommerziellen Betrieb und den Verkauf von Wolframkonzentrat. Nun muss das Unternehmen die Produktion zuverlässig hochfahren.

Wolfram und Seltene Erden sind verschiedene Märkte. Sangdong zeigt jedoch, was für zusätzliche Lieferketten zählt: Der Rohstoff muss gefördert, verarbeitet und in gleichbleibender Qualität an Kunden geliefert werden können.

St George steht bei Seltenen Erden vor dem Verarbeitungstest

St George Mining (ISIN: AU000000SGQ8) entwickelt mit Araxá in Brasilien eine große Ressource für Seltene Erden und Niob. Die im August aktualisierte Schätzung umfasst 111,2 Millionen Tonnen mit durchschnittlich 3,57 Prozent Seltene-Erden-Oxiden und 0,57 Prozent Niobpentoxid. Darin enthalten sind nach Unternehmensangaben rund 760.000 Tonnen Neodym- und Praseodymoxide.

Damit besitzt Araxá einen Rohstoff, für den westliche Hersteller zusätzliche Lieferketten aufbauen wollen. St George produziert bislang jedoch nicht kommerziell. Seit September untersucht das Unternehmen rund neun Tonnen Material im Pilotmaßstab, um die Aufbereitung von Niob und Seltenen Erden weiterzuentwickeln. Ergebnisse erwartet es im vierten Quartal.

Zusätzlich prüfen St George, ein brasilianischer Industriepartner und staatliche Stellen ein mögliches Verarbeitungszentrum in Minas Gerais. Über dessen Bau und Finanzierung wurde noch nicht entschieden. Eine Lieferbeziehung zu Rheinmetall oder MP Materials besteht nicht.

Fazit

Die USA unterstützen ausgewählte Rohstoffunternehmen bereits mit Kapital und Preisvereinbarungen. Europa arbeitet an schnelleren Verfahren, während deutsche Firmen vorsorglich Material einlagern. Almontys Fortschritte bei Wolfram zeigen, wie lang der Weg zu einer zusätzlichen Bezugsquelle sein kann.

St George verfügt bei Araxá über eine große definierte Ressource, muss aber noch nachweisen, dass sich daraus wirtschaftlich verkaufsfähige Produkte herstellen lassen. Pilotergebnisse, Studien, Genehmigungen und Finanzierung sind die nächsten Prüfsteine. Im Rohstoffwettlauf entscheidet am Ende nicht allein, wer eine Lagerstätte besitzt, sondern wer daraus verlässlich liefern kann.


Quellen

https://www.mining.com/web/brazil-funds-rare-earth-project-in-effort-to-tap-vast-reserves/
https://www.globaltimes.cn/page/202606/1364474.shtml
https://www.rheinmetall.com/de
https://www.politico.eu/article/german-industry-hoards-rare-earths-as-brussels-squares-up-to-china/
https://www.stgm.com.au/
https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/germanys-defence-spending-boom-opens-opportunity-mittelstand-hcob-says-2026-09-22/
https://www.ft.com/content/c6220205-ee40-4b71-95c0-d53399a17cd1?syn-25a6b1a6=1

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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
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