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Ohne Antimon keine moderne Rüstungsindustrie: Der kritische Rohstoff wird unter anderem für Munition und Zünder benötigt. Doch ausgerechnet bei diesem strategischen Metall sind die westlichen Lieferketten verwundbar. Jetzt fahren die USA ihre heimische Förderung wieder hoch. United States Antimony meldete am Dienstag neue Fortschritte aus Montana. Gleichzeitig sucht Yugo Metals (ISIN: AU0000404998) in Bosnien-Herzegowina nach Gold und Antimon. Noch steht der australische Explorer ganz am Anfang - doch die geopolitische Bedeutung des Rohstoffs könnte kaum größer sein. Es sind nur 42 Lkw-Ladungen. Und trotzdem erzählen sie eine ziemlich große Geschichte. United States Antimony hat am 25. August ein Update zu seiner Stibnite-Hill-Liegenschaft in Montana veröffentlicht. Seit der Wiederaufnahme der Arbeiten im April wurden dort nach Unternehmensangaben 42 Lkw-Ladungen mit insgesamt rund 576 Tonnen Stibnit-Erz abtransportiert. Der durchschnittliche Antimongehalt soll bei ungefähr zehn Prozent liegen. Aktuell werden etwa drei Ladungen beziehungsweise 42 Tonnen Erz pro Betriebstag bewegt - mehr als doppelt so viel wie während der Kampagne 2025. Gemessen an den Dimensionen der internationalen Rohstoffmärkte klingt das zunächst überschaubar. Doch bei Antimon geht es derzeit nicht allein um Tonnen. Es geht um Abhängigkeit und um die Frage, woher der Westen künftig einen Rohstoff bekommt, der für zivile Anwendungen genauso gebraucht wird wie für die Rüstungsindustrie.
Warum die USA Antimon zurückholen
Antimon steht auf der aktuellen Liste der kritischen Rohstoffe der USA. Das U.S. Geological Survey nennt unter anderem Blei-Säure-Batterien und Flammschutzmittel als wichtige Anwendungen. Noch brisanter wird der Rohstoff beim Blick auf den Verteidigungssektor: Das USGS führt Antimon ausdrücklich als Material für Kleinwaffenmunition und Zündhütchen auf. Historisch wurde Antimon zudem als Härtungsmittel für Blei und andere Legierungen eingesetzt. Das erklärt, weshalb die Versorgung mit dem Metall weit mehr als eine klassische Rohstofffrage ist. Noch 2024 wurde laut USGS kein marktfähiges Antimon in den USA gefördert. Primäres Antimonmetall und Antimonoxid wurden von einem Unternehmen in Montana auf Basis importierter Rohstoffe hergestellt. Rund 40 Prozent der US-Nutzung entfielen damals auf Metallprodukte einschließlich antimonhaltigem Blei und Munition, weitere 39 Prozent auf Flammschutzmittel. Genau diese Ausgangslage soll sich ändern. United States Antimony bezeichnet die Arbeiten in Montana ausdrücklich als Teil seiner Strategie, den Zugang zu heimischem Antimon zu erweitern und die Abhängigkeit von ausländischem sowie von Drittanbietern bezogenem Erz zu reduzieren. Das in Stibnite Hill gewonnene Material wird zur Aufbereitung nach Radersburg in Montana transportiert. Das daraus erzeugte Konzentrat kann anschließend weiterverarbeitet werden. Die 42 Lkw-Ladungen sind damit weniger wegen ihrer absoluten Größe interessant als wegen der Richtung, in die sie zeigen: Die USA versuchen, eine strategisch wichtige Rohstoffkette wieder stärker im eigenen Land aufzubauen.
Antimon ist längst eine geopolitische Frage
Denn die internationale Versorgung ist stark konzentriert. China verfügt über einen erheblichen Teil der bekannten Antimonressourcen und spielte historisch eine dominierende Rolle sowohl bei der Förderung als auch bei der Verarbeitung. Das USGS verweist gerade wegen dieser Konzentration und der militärischen Anwendungen seit Jahren auf die strategische Bedeutung des Elements. Für westliche Staaten ist das eine unangenehme Kombination. Ein Rohstoff kann vergleichsweise klein sein und trotzdem enorme strategische Bedeutung besitzen, wenn er in bestimmten Anwendungen nur schwer zu ersetzen ist und die Lieferkette gleichzeitig von wenigen Ländern abhängt. Genau deshalb ist Antimon inzwischen Teil des größeren Wettlaufs um kritische Rohstoffe. Bei Lithium geht es vor allem um Batterien, bei Seltenen Erden um Magneten, Elektronik und Verteidigungstechnologien. Antimon fliegt im Vergleich dazu häufig unter dem Radar. Doch Munition fragt nicht danach, welcher Rohstoff gerade die meiste Aufmerksamkeit an der Börse bekommt.
Und plötzlich wird Bosnien-Herzegowina interessant
An dieser Stelle kommt ein Unternehmen ins Spiel, das mit einem US-Produzenten wie United States Antimony noch nicht vergleichbar ist. Yugo Metals (ISIN: AU0000404998) ist ein australischer Explorer mit Projekten in Bosnien-Herzegowina. Das Unternehmen befindet sich in einem frühen Explorationsstadium und verfügt bei seinen Antimonzielen derzeit über keine definierte Mineralressource. Interessant ist dennoch, wonach Yugo dort sucht. Beim Sinjakovo-Projekt stehen neben Gold auch Antimon und weitere Metalle im Fokus. Frühere Gesteinsproben lieferten nach Angaben des Unternehmens Werte von bis zu 4,5 Prozent Antimon. Außerdem wurden bei Rock-Chip-Sampling Werte von bis zu 8 g/t Gold, 16 Prozent Kupfer und 2 kg/t Silber berichtet. Die Angaben gehen auf frühere ASX-Veröffentlichungen zurück und sind zunächst Explorationsergebnisse - sie erlauben keine Aussage darüber, ob eine wirtschaftlich abbaubare Lagerstätte vorhanden ist. Genau dieser Unterschied ist entscheidend. United States Antimony transportiert bereits Erz aus einer bestehenden US-Liegenschaft. Yugo versucht dagegen zunächst herauszufinden, was sich überhaupt im Untergrund seiner Projekte befindet und ob daraus irgendwann eine Ressource definiert werden kann. Das Risiko ist damit ungleich größer. Dafür könnte jeder neue Explorationserfolg neue Informationen über das geologische Potenzial liefern.
Yugo hat noch ein zweites Eisen im Feuer
Und ausgerechnet bei Sinjakovo passiert derzeit einiges. Der Schwerpunkt der aktuellen Arbeiten liegt nämlich zunächst auf Gold. Am Erak-Prospekt hat Yugo mittlerweile neun Diamantbohrungen mit insgesamt 1.057 Metern abgeschlossen. Das bislang auffälligste Ergebnis stammt aus ERDD006: 36,1 Meter mit 2,3 g/t Gold ab 51,8 Metern, darunter 3 Meter mit 14,5 g/t und ein Meter mit 42,5 g/t Gold. ERDD009 lieferte zudem 10,4 Meter mit 2,6 g/t Gold, darunter 1,2 Meter mit 20,9 g/t. Weitere Bohrungen laufen. Besonders interessant: Die Bohranlage soll in den östlichen Teil von Erak verlegt werden. Dort hatte ein früherer Schürfgraben 61 Meter mit 1,5 g/t Gold geliefert. Dieser Bereich wurde von der aktuellen Diamantbohrkampagne bislang noch nicht getestet. Gleichzeitig sollen weitere Analyseergebnisse veröffentlicht und erste metallurgische Untersuchungen durchgeführt werden. Damit entstehen bei Yugo derzeit zwei unterschiedliche Geschichten. Die eine ist unmittelbar: Kann das Unternehmen seine bisherigen Goldtreffer bei Erak durch weitere Bohrungen bestätigen und die bekannte Mineralisierung erweitern? Die andere ist strategischer: Welche Rolle könnten die Antimon-Indikationen innerhalb des größeren Projektportfolios künftig spielen? Gerade die zweite Frage bekommt durch die Entwicklung in den USA eine neue Bedeutung.
Was 4,5 Prozent Antimon wirklich bedeuten - und was nicht
Bei einem Early-Stage-Explorer ist es verführerisch, einzelne hohe Analysewerte hochzurechnen. Genau das wäre bei Yugo derzeit falsch. Ein Rock-Chip-Ergebnis von bis zu 4,5 Prozent Antimon bedeutet zunächst nur, dass in untersuchtem Gesteinsmaterial entsprechend hohe Werte gemessen wurden. Daraus lässt sich weder die räumliche Ausdehnung der Mineralisierung noch eine Tonnage oder Wirtschaftlichkeit ableiten. Für eine belastbare Ressource braucht es erheblich mehr Daten: systematische Exploration, Bohrungen, geologische Modellierung und letztlich eine Ressourcenschätzung nach anerkannten Standards. Bei Erak hat Yugo selbst ausdrücklich festgehalten, dass entsprechende Ressourcenschätzungsarbeiten noch nicht begonnen haben. Die laufenden Bohrungen dienen zunächst dazu, die Mineralisierung zu bestätigen und ihre Ausrichtung für spätere Erweiterungsbohrungen besser zu verstehen. Genau deshalb bleibt Yugo spekulativ. Aber genau deshalb können kommende Explorationsergebnisse für die Bewertung des Unternehmens auch besonders relevant werden.
Erst Gold, irgendwann Antimon?
Der Markt dürfte kurzfristig vor allem auf die nächsten Goldresultate aus Erak schauen. Yugo hat angekündigt, die Bohrungen dort für den Rest des Jahres fortzuführen. Die bisher durchteufte Goldmineralisierung ist nach Angaben des Unternehmens in mehrere Richtungen offen. Doch parallel lohnt sich ein Blick auf Antimon. Die USA zeigen gerade, wie strategisch das Metall inzwischen betrachtet wird. United States Antimony fährt die Gewinnung von heimischem Material in Montana hoch. Antimon bleibt auf der US-Liste kritischer Mineralien und besitzt dokumentierte Anwendungen in der Munitionsindustrie. Für Europa stellt sich langfristig dieselbe Grundfrage: Woher sollen kritische Rohstoffe kommen, wenn globale Lieferketten politischer und unsicherer werden? Yugo Metals kann diese Frage heute nicht beantworten. Dafür ist die Exploration viel zu wenig fortgeschritten. Aber das Unternehmen sucht in Bosnien-Herzegowina ausgerechnet nach mehreren Rohstoffen, deren strategische Bedeutung wächst - und hat bei Sinjakovo bereits Antimon in Oberflächenproben nachgewiesen. Gleichzeitig liefert das Goldziel Erak derzeit den konkreten Newsflow. Für Anleger macht das Yugo Metals (ISIN: AU0000404998) zu einer hochspekulativen Explorationsstory. Ob daraus mehr wird, entscheiden nicht geopolitische Schlagzeilen, sondern am Ende Geologie, Bohrergebnisse, Metallurgie und mögliche spätere Ressourcenschätzungen. Die USA bringen derweil bereits die nächsten Lkw-Ladungen Antimonerz vom Berg. Und damit wird die Frage, wo der Westen den Rohstoff künftig noch finden kann, eher dringlicher als kleiner.

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Quellen
United States Antimony Corporation - United States Antimony Provides Update on Mining Success at Stibnite Hill, Montana, 25. August 2026
https://www.publicnow.com/view/6F75358A58F96AB23CE960910707E55C5A324404
U.S. Geological Survey - 2025 List of Critical Minerals
https://www.usgs.gov/news/science-snippet/interior-department-releases-final-2025-list-critical-minerals
U.S. Geological Survey - Methodology and Technical Input for the 2025 U.S. List of Critical Minerals
https://pubs.usgs.gov/publication/ofr20251047/full
U.S. Geological Survey - Mineral Commodity Summaries 2025
https://pubs.usgs.gov/periodicals/mcs2025/mcs2025.pdf
U.S. Geological Survey - Antimony
https://www.usgs.gov/publications/antimony
Yugo Metals - Sinjakovo Gold & Antimony Project
https://www.yugometals.com/de/projects/sinjakovo
Yugo Metals - ASX Announcement, 22. November 2022 - Exploration Update / Significant Gold and Antimony Results at Sinjakovo
https://www.marketindex.com.au/asx/lyk/announcements/exploration-update-6A1123389
Yugo Metals - ASX Announcement, 18. August 2026 - Yugo Advances Erak Discovery
https://www.sharewise.com/us/news_articles/Yugo_Advances_Erak_Discovery_Yugo_Metals_Ltd_irwpresseen_20260818_0711
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