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Der Wettlauf um kritische Rohstoffe verschärft sich. China kontrolliert bei zahlreichen strategischen Metallen nicht nur große Teile der Förderung, sondern vor allem entscheidende Verarbeitungskapazitäten. Besonders deutlich wird die Abhängigkeit bei Antimon: Nach den von Bloomberg zitierten Daten entfallen fast 80 Prozent der weltweiten Verarbeitung auf China.
Für Europa wird das zunehmend zum strategischen Problem. Antimon wird in Flammschutzmitteln, Elektronik und erneuerbaren Energien eingesetzt, ist aber auch für Munition, Nachtsichttechnik und Infrarotsensoren relevant. Die EU stuft das Metall deshalb als kritischen Rohstoff ein.
Während die USA inzwischen Milliarden und staatliche Programme mobilisieren, kämpft Europa jedoch damit, seine Rohstoffstrategie in konkrete Projekte zu übersetzen.
Die USA investieren - Europa hinkt hinterher
Der Critical Raw Materials Act sieht vor, dass die EU bis 2030 mindestens zehn Prozent ihres jährlichen Bedarfs an strategischen Rohstoffen selbst fördert und 40 Prozent innerhalb der EU verarbeitet.
Bloomberg zeichnet jedoch ein ernüchterndes Bild: Finanzierung bleibt ein zentraler Engpass, während die USA wesentlich aggressiver vorgehen.
Ein Beispiel ist Perpetua Resources (ISIN: CA7142661031). Das Stibnite-Projekt in Idaho soll neben Gold eine heimische Antimonquelle schaffen. Ende Juli eröffneten Perpetua, die US Army und das Idaho National Laboratory eine Pilotanlage zur Verarbeitung von Antimontrisulfid. Seit 2022 wurden Perpetua nach Unternehmensangaben mehr als 87 Millionen US-Dollar von US-Verteidigungsstellen für das Projekt und den Aufbau einer heimischen Antimon-Lieferkette zugesprochen.
Kritische Rohstoffe werden damit zunehmend als strategische Infrastruktur behandelt.
Alte europäische Bergbauregionen werden wieder interessant
Europa verfügt durchaus über eigenes Potenzial. Bloomberg nennt das Trojarova-Antimonprojekt in der Slowakei als Beispiel. Die Lagerstätte wurde bereits in den 1980er-Jahren von sowjetischen Ingenieuren erschlossen und nach dem Ende des Kalten Krieges aufgegeben.
Heute versucht Military Metals, das Projekt wiederzubeleben. Nach den von Bloomberg genannten Planungen könnte Trojarova bei erfolgreicher Entwicklung bis zu einem Drittel des europäischen Antimonbedarfs decken.
Das zeigt einen interessanten Trend: Historische Bergbauregionen, die jahrzehntelang kaum Kapital anzogen, könnten durch die neue Rohstoffpolitik wieder strategisch relevant werden.
Und weiter südlich liegt eine der traditionsreichsten Bergbauregionen Europas: der Balkan.
Bosnien: Moderne Exploration trifft historischen Bergbau
Genau dort exploriert Yugo Metals Ltd. (ISIN: AU0000404998).
Der australische Explorer besitzt mehrere Projekte in Bosnien und Herzegowina und sucht dort nach Gold, Kupfer, Nickel sowie polymetallischen Mineralisierungen. Das Unternehmen befindet sich noch in einer frühen Explorationsphase. Eine Mineralressource wurde bislang nicht definiert.
Interessant ist deshalb zunächst weniger die Unternehmensgröße als die Kombination aus Geografie und Geologie.
Beim Erak-Prospekt des Sinjakovo-Projekts hat Yugo bereits ein polymetallisches System identifiziert. Ein Bohrabschnitt lieferte vier Meter mit 0,5 g/t Gold, 40 g/t Silber, 0,6 Prozent Kupfer und 0,25 Prozent Antimon.
Yugo ist damit keineswegs bereits ein Antimonprojekt. Weitere Bohrungen müssen erst zeigen, welche Bedeutung das Metall innerhalb des Systems tatsächlich besitzt.
Die jüngsten Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass Erak ein größeres mineralisiertes System beherbergt. Yugo meldete 36,1 Meter mit 2,3 g/t Gold, darunter drei Meter mit 14,5 g/t sowie einen Meter mit 42,5 g/t Gold. Ein weiterer Abschnitt ergab 10,4 Meter mit 2,6 g/t Gold. Die Mineralisierung bleibt nach Unternehmensangaben offen.
Nickel liefert einen zweiten Rohstoffansatz
Auch beim Sockovac-Projekt setzt Yugo auf die Neubewertung historischer Exploration.
Dort sollen Bohrergebnisse überprüft werden, die mehr als fünf Jahrzehnte zurückliegen. Historische Abschnitte umfassen unter anderem 5,1 Meter mit 6,6 Prozent Nickel. Neue Bohrungen sollen nun zeigen, ob sich diese Ergebnisse bestätigen und wie weit sich die Mineralisierung erstreckt.
Damit folgt Yugo einem Muster, das derzeit auch andernorts in Europa sichtbar wird: Historisch bekannte Rohstoffgebiete werden mit moderner Exploration neu untersucht.
Könnte der Balkan Teil von Europas Rohstoffantwort werden?
Die Unterschiede zu einem Projekt wie Stibnite sind erheblich. Perpetua verfügt bereits über eine definierte Antimonreserve und staatliche Unterstützung. Yugo steht dagegen am Anfang und trägt entsprechend ein deutlich höheres Explorationsrisiko.
Doch die übergeordnete Entwicklung spielt auch für frühe Projekte eine Rolle.
Wenn Europa seine Abhängigkeit von China reduzieren will, reichen neue Handelsabkommen und Verarbeitungskapazitäten allein nicht aus. Der Kontinent braucht langfristig auch neue Rohstoffquellen.
Die USA investieren bereits gezielt in solche Projekte. Gleichzeitig zeigt die Wiederbelebung historischer Lagerstätten in der Slowakei, wie sich die strategische Bewertung europäischer Rohstoffe verändert.
Der Balkan könnte dabei stärker in den Fokus rücken. Ob Yugo Metals dort tatsächlich wirtschaftlich relevante Lagerstätten entdeckt, müssen die kommenden Bohrprogramme zeigen. Doch in einem Umfeld, in dem China fast 80 Prozent der Antimonverarbeitung kontrolliert, dürfte Europas Suche nach Rohstoffen vor der eigenen Haustür zunehmend an Bedeutung gewinnen.

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Quellen
https://www.nyrstar.com/resource-center/press-releases/nyrstar-marks-port-piries-first-shipment-of-australian-produced-antimony-metal?utm_source=chatgpt.com
https://www.yugometals.com/en
https://perpetuaresources.com/
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Yugo Metals Ltd
Land: Australien
ISIN: AU0000404998
Yugo Metals
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