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Vom Bergwerk bis zum Magneten: Warum Minas Gerais eine eigene Seltene-Erden-Lieferkette aufbauen will

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Eine große Rohstoffressource allein schafft noch keine vollständige Lieferkette. Zwischen dem Abbau Seltener Erden und dem fertigen Magneten liegt ein entscheidender industrieller Schritt: die Verarbeitung und Raffination. Genau an dieser Stelle setzt eine neue Initiative im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais an. Geplant ist ein Verarbeitungszentrum, das unterschiedliche Seltene-Erden-Vorprodukte aufnehmen und daraus Materialien für die Magnetherstellung erzeugen könnte. Das langfristige Ziel ist eine vollständig brasilianische "Mine-to-Magnet"-Lieferkette - vom heimischen Rohstoff bis zum verarbeiteten Material.

Damit rückt nicht nur die Größe einzelner Lagerstätten in den Mittelpunkt, sondern die Frage, wie aus diesen Ressourcen eine heimische Wertschöpfungskette entstehen kann.

Minas Gerais will die Lücke zwischen Mine und Magnet schließen

Hinter der Initiative stehen der Bundesstaat Minas Gerais, die brasilianische Industrie- und Chemiegruppe Lima & Pergher sowie St George Mining Limited (ISIN: AU000000SGQ8). Die Parteien haben ein sogenanntes "Protocol of Intent" geschlossen, um die mögliche Errichtung des Minas Gerais Rare Earths Processing Centre zu prüfen.

Das geplante Zentrum soll Seltene-Erden-Projekte aus Minas Gerais verarbeiten können - darunter auch das Araxá-Projekt von St George. Vorgesehen ist eine Midstream-Anlage, die verschiedene Ausgangsmaterialien wie Seltene-Erden-Konzentrat, Mixed Rare Earth Carbonate (MREC) und Oxalat verarbeiten könnte. Am Ende sollen Materialien entstehen, die von nachgelagerten Abnehmern für die Herstellung von Seltene-Erden-Magneten eingesetzt werden können.

Ein möglicher Abnehmer innerhalb dieser entstehenden Wertschöpfungskette ist MagBras. Das öffentlich-private Projekt arbeitet am Aufbau der ersten brasilianischen Anlage zur Herstellung von Seltene-Erden-Magneten. St George hatte nach eigenen Angaben bereits als erstes Seltene-Erden-Unternehmen Material für metallurgische Tests an MagBras geliefert.

Die Logik dahinter ist klar: Werden Rohstoffförderung, Verarbeitung und Magnetproduktion innerhalb Brasiliens miteinander verbunden, könnte ein größerer Teil der Wertschöpfung im Land bleiben.

Der Staat unterstützt - die Industrie bringt Infrastruktur

Für die geplante Anlage ist Uberlândia in Minas Gerais vorgesehen. Dort betreibt START, die Chemie- und Industriesparte von Lima & Pergher, bereits einen großen Industriekomplex.

Die bestehenden Anlagen erstrecken sich über mehr als 500.000 Quadratmeter und stehen laut Mitteilung für mehr als 4.900 Arbeitsplätze. Für ein mögliches Seltene-Erden-Zentrum ist insbesondere die bereits vorhandene industrielle Infrastruktur relevant: Straßen, kostengünstiger Strom, Abfallmanagement und weitere Versorgungsleistungen sind vorhanden. Hinzu kommen chemische Produkte, Dienstleister und qualifizierte Arbeitskräfte mit Erfahrung in chemischen und industriellen Prozessen.

Auch der Bundesstaat soll eine konkrete Rolle übernehmen. Invest Minas will unter anderem die Abstimmung mit Behörden unterstützen, Genehmigungs- und Lizenzierungsverfahren begleiten, Kontakte zu Lieferanten und Dienstleistern herstellen sowie Anträge auf mögliche staatliche Steuervergünstigungen unterstützen.

START wiederum könnte Grundstücke zur Verfügung stellen, Zugang zu kostengünstigem Strom ermöglichen sowie technische Expertise für Planung und Bau einbringen. Auch Bau und Betrieb des Zentrums könnten durch START gemanagt werden.

111,2 Millionen Tonnen bilden die Rohstoffbasis

Hier kommt das Araxá-Projekt ins Spiel. St George beziffert dessen aktuelle Mineralressource auf 111,2 Millionen Tonnen mit 3,57 Prozent TREO sowie 0,57 Prozent Nb2O5. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um die größte hochgradige, in Karbonatit beherbergte Seltene-Erden-Ressource Südamerikas.

Von besonderer Bedeutung für die weitere Projektentwicklung sind die höher klassifizierten Ressourcen. Measured und Indicated umfassen zusammen 75,2 Millionen Tonnen mit 3,64 Prozent TREO und 0,58 Prozent Nb2O5. Darin befinden sich nach Unternehmensangaben rund 2,7 Millionen Tonnen TREO, darunter etwa 520.000 Tonnen NdPr-Oxide.

Die Vergleichsgrafik auf Seite 4 der Mitteilung ordnet Araxá hinsichtlich Ressourcentonnage und TREO-Gehalt neben internationale Karbonatit-Lagerstätten ein. Für St George bildet diese Ressource die Grundlage, um nicht nur die Entwicklung der Mine, sondern auch mögliche nachgelagerte Verarbeitungsschritte zu untersuchen.

Das Unternehmen führt zudem Gespräche mit potenziellen Abnahmepartnern in den USA, Asien und Europa. Parallel dazu hätten internationale Parteien bereits Interesse signalisiert, das geplante Verarbeitungszentrum durch unterschiedliche kommerzielle Modelle zu unterstützen - darunter die Lizenzierung von Verarbeitungstechnologien.

Aus einem Minenprojekt könnte eine breitere Plattform werden

Der entscheidende Punkt der Vereinbarung liegt deshalb in ihrer Reichweite. Das Zentrum wäre nicht ausschließlich für Araxá vorgesehen. St George und START wollen prüfen, ob eine Anlage geschaffen werden kann, die Verarbeitungsdienstleistungen für mehrere Seltene-Erden-Projekte in Minas Gerais anbietet.

St George soll dabei technisches Know-how und mögliche Verarbeitungskonzepte einbringen, Kontakte zu internationalen Technologiepartnern herstellen und perspektivisch Ausgangsmaterial aus Araxá liefern.

Sollten die Parteien das Projekt tatsächlich umsetzen, könnten St George und START eine gemeinsame Gesellschaft für Besitz und Betrieb des Zentrums gründen. Als Ziel für die Aufnahme des Betriebs wird 2030 genannt. Dieser Zeitplan steht allerdings ausdrücklich unter dem Vorbehalt einer endgültigen Investitionsentscheidung und der erforderlichen Genehmigungen. Auch die finanziellen Beiträge der Parteien sind bislang nicht festgelegt. Vor einer Umsetzung wäre zudem eine endgültige Vereinbarung notwendig.

Vom Rohstoff zur industriellen Lieferkette

Damit ist das Verarbeitungszentrum noch kein beschlossenes Bauprojekt. Die aktuelle Vereinbarung schafft zunächst den Rahmen, um technische und wirtschaftliche Möglichkeiten gemeinsam zu prüfen.

Für St George erweitert sich die Perspektive dennoch. Araxá wird damit nicht mehr ausschließlich als große Seltene-Erden- und Niob-Ressource betrachtet. Das Unternehmen untersucht parallel, welche Rolle sein Material innerhalb einer brasilianischen Verarbeitungskette spielen könnte.

Genau darin liegt der strategische Kern der Meldung: Minas Gerais verfügt über entstehende Seltene-Erden-Projekte, industrielle Infrastruktur und staatliche Unterstützung. Nun soll geprüft werden, ob diese Elemente zu einer heimischen Verarbeitungskette verbunden werden können. Gelingt dies, könnte zwischen der Mine und dem fertigen Magneten ein bislang fehlendes Glied entstehen.

Bis dahin bleiben allerdings wesentliche Schritte offen - von Technologie und Finanzierung über Genehmigungen bis zur endgültigen Investitionsentscheidung. Für St George ist die Vereinbarung deshalb vor allem eines: die Möglichkeit, Araxá nicht nur als Rohstoffprojekt, sondern als potenziellen Bestandteil einer umfassenderen brasilianischen Mine-to-Magnet-Lieferkette zu positionieren.


Quellen

https://cdn-api.markitdigital.com/apiman-gateway/ASX/asx-research/1.0/file/2924-03126987-6A1340586&v=undefined

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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
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