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Deutschland beschleunigt seine Aufrüstung. Mehr als 5.000 Langstrecken-Kampfdrohnen für die Ukraine sollen nun in Deutschland produziert werden. Das von der Bundesregierung unterstützte Programm hat Medienberichten zufolge ein Volumen von rund 300 Millionen Euro. Gleichzeitig füllen sich die Auftragsbücher der großen europäischen Rüstungskonzerne in historischem Tempo.
Für Anleger entsteht damit eine zweite Investmentstory hinter dem Rüstungsboom. Denn Panzer, Raketen, Drohnen, Radarsysteme und U-Boote benötigen nicht nur neue Fabriken - sie benötigen auch kritische Rohstoffe.
Genau hier könnte der nächste Engpass entstehen.
Rheinmetall zeigt die Dimension der Aufrüstung
Bei Rheinmetall (ISIN: DE0007030009) ist aus höheren Verteidigungsbudgets längst ein industrieller Wachstumszyklus geworden. Konzernchef Armin Papperger erwartet für 2026 einen Auftragsbestand von mehr als 100 Milliarden Euro.
Auch TKMS (ISIN: DE000TKMS001) meldet Rekordwerte. Nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 erreichte der Auftragsbestand 20,1 Milliarden Euro. Einschließlich der 6,3 Milliarden Euro für vier MEKO A-200 DEU-Fregatten, die nach dem Bilanzstichtag berücksichtigt werden sollen, sind es mehr als 25 Milliarden Euro.
Jetzt wird auch die Drohnenproduktion hochgefahren. Die 5.000 Systeme sollen bei einem Joint Venture des deutsch-amerikanischen Unternehmens Auterion und des ukrainischen Entwicklers Airlogix gefertigt werden. Neben einem Standort bei München ist ein weiteres Werk in Ostdeutschland vorgesehen.
Damit wird deutlich: Europa will moderne Waffensysteme nicht mehr nur entwickeln, sondern in industriellen Stückzahlen produzieren.
5.000 Drohnen brauchen eine funktionierende Lieferkette
Moderne Drohnen sind fliegende Hightech-Systeme. Elektromotoren, Sensoren, Kommunikationstechnik, Batterien und Halbleiter benötigen zahlreiche Spezialmaterialien.
Seltene Erden spielen dabei in verschiedenen Hightech-Anwendungen eine wichtige Rolle. Besonders Neodym und Praseodym sind entscheidende Bestandteile leistungsfähiger NdFeB-Permanentmagnete. Dysprosium und Terbium können wiederum eingesetzt werden, um deren Leistungsfähigkeit bei hohen Temperaturen zu erhalten.
Die genaue Menge an Seltenen Erden unterscheidet sich je nach Drohnentyp erheblich. Der strategische Zusammenhang ist jedoch wichtiger als eine theoretische Menge pro Fluggerät: Wenn Europa gleichzeitig Tausende Drohnen, neue Raketen, Fahrzeuge, Flugzeuge und Schiffe produziert, steigt der Bedarf an sicheren Rohstoff- und Komponentenlieferketten.
Und genau dort bleibt China dominant.
6,5 Billionen US-Dollar stehen auf dem Spiel
Die Internationale Energieagentur hat die Dimension des Problems im Juli verdeutlicht. Würden Chinas Exportbeschränkungen für Seltene Erden vollständig umgesetzt, könnten nach Berechnungen der IEA rund 6,5 Billionen US-Dollar an nachgelagerter Produktion außerhalb Chinas potenziellen Lieferunterbrechungen ausgesetzt sein.
Betroffen wären Automobilindustrie, Hightech, Energie - und Verteidigung.
Deshalb investieren die USA und andere westliche Staaten inzwischen Milliarden in alternative Lieferketten. Doch neue Minen und Verarbeitungskapazitäten entstehen nicht über Nacht.
Genau das macht bereits identifizierte große Ressourcen außerhalb Chinas zunehmend interessant.
St George verfügt über 760.000 Tonnen NdPr
Hier rückt St George Mining (ISIN: AU000000SGQ8) ins Bild.
Das australische Unternehmen besitzt 100 Prozent des Araxá-Projekts im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Nach dem jüngsten Ressourcenupdate umfasst Araxá 111,2 Millionen Tonnen mit 3,57 Prozent TREO und 0,57 Prozent Nb2O5.
In der Ressource stecken insgesamt rund 3,98 Millionen Tonnen Seltene-Erden-Oxide. Besonders interessant für die Permanentmagnet-Lieferkette sind rund 760.000 Tonnen enthaltenes NdPr-Oxid.
Auch die Qualität der Ressourcendefinition hat sich verbessert: 75,2 Millionen Tonnen befinden sich mittlerweile in den Kategorien Measured und Indicated.
Damit besitzt St George inzwischen eine Größenordnung, die am Kapitalmarkt schwerer zu ignorieren sein dürfte.
Vergleich mit MP Materials und Lynas
MST Access stellt Araxá anhand verschiedener Ressourcenkennzahlen hinsichtlich Größe und Gehalt in eine Reihe mit bedeutenden westlichen Seltene-Erden-Projekten von MP Materials (ISIN: US5533681012) und Lynas Rare Earths (ISIN: AU000000LYC6).
Nach dem jüngsten Ressourcenupdate erhöhte MST seine Bewertung für St George von 0,34 auf 0,45 AUD je Aktie. Zum Zeitpunkt des Reports am 20. August lag der Kurs bei 0,085 AUD.
Der Abstand ist auffällig, sollte aber nicht als Kursversprechen verstanden werden. Die Research-Studie wurde von St George beauftragt und bezahlt. Außerdem besteht ein entscheidender Unterschied: MP Materials und Lynas produzieren bereits, Araxá befindet sich noch in der Entwicklung.
Niob liefert eine zweite Rohstoffstory
Und Araxá besitzt noch eine Besonderheit.
Neben Seltenen Erden enthält das Projekt eine große Niobressource und liegt unmittelbar neben dem Bergbaukomplex von CBMM, dem dominierenden Niobproduzenten der Welt.
Niob kann bereits in kleinen Mengen die Eigenschaften hochfester Stähle verbessern und wird zudem in anspruchsvollen Speziallegierungen eingesetzt. Festigkeit, geringeres Gewicht und Temperaturbeständigkeit sind Eigenschaften, die auch in Luftfahrt- und Verteidigungsanwendungen gefragt sind.
Damit verbindet Araxá zwei strategische Rohstoffthemen in einem Projekt: Seltene Erden und Niob.
Nach Rheinmetall beginnt die Suche in der zweiten Reihe
St George ist noch kein Produzent. Das Projekt muss Wirtschaftlichkeit, Metallurgie, Genehmigung und Finanzierung erfolgreich durchlaufen. Eine direkte Lieferbeziehung zu Rheinmetall, TKMS oder dem deutschen Drohnenprogramm besteht nicht.
Doch genau deshalb könnte die Aktie für spekulativ orientierte Rohstoffanleger interessant werden.
Rheinmetall und TKMS zeigen mit zusammen mehr als 125 Milliarden Euro Auftragsvolumen, wie groß Europas Rüstungszyklus geworden ist. Deutschland legt nun mit 5.000 neuen Kampfdrohnen nach. Gleichzeitig versucht der Westen, seine Abhängigkeit bei strategischen Rohstoffen zu reduzieren.
St George besitzt mit Araxá eine große Seltene-Erden-Ressource mit rund 760.000 Tonnen enthaltenem NdPr und zusätzlich Niob - mitten in einem etablierten brasilianischen Bergbaudistrikt.
Sollte der Rüstungsboom den Fokus der Anleger von den Waffenherstellern zunehmend auf deren Lieferketten verschieben, könnte genau diese Kombination Araxá stärker ins Rampenlicht rücken.
Quellen
https://hansa.news/tkms-order-book-grows-to-over-e25-billion/
https://rare-earth-mining.com/top-10-rare-earth-defence-applications/
https://www.stgm.com.au/
https://www.luxtimes.lu/europeanunion/eu-slips-further-behind-us-in-race-for-critical-minerals/160379092.html
https://newsukraine.rbc.ua/news/russian-drone-debris-falls-onto-road-in-kyiv-1788447519.html
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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
https://stgm.com.au
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