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Europas Aufrüstung entwickelt sich vom politischen Versprechen zum industriellen Superzyklus. Die Verteidigungsausgaben der 27 EU-Staaten erreichten 2025 rund 418 Milliarden Euro und sollen 2026 auf 454 Milliarden Euro steigen. Seit 2021 entspricht das einem Plus von rund 75 Prozent. Allein für Ausrüstung und andere Investitionen werden in diesem Jahr fast 163 Milliarden Euro erwartet.
Doch je größer dieser Rüstungsboom wird, desto stärker verschiebt sich die entscheidende Frage.
Nicht nur: Wer baut Panzer, Raketen und Drohnen?
Sondern: Wer liefert die Rohstoffe dafür?
Denn Europas neue Verteidigungsindustrie braucht nicht nur Fabriken. Sie benötigt belastbare Lieferketten für jene Spezialmetalle, ohne die moderne Hochleistungswerkstoffe, Elektronik, Antriebe und Waffensysteme kaum denkbar wären.
Wie schnell der Kapitalmarkt diese strategische Bedeutung erkennen kann, zeigt derzeit ein Unternehmen besonders deutlich: Almonty Industries.
Aus einem Nischenmetall wird ein strategischer Rohstoff
Almonty Industries (ISIN: CA0203981XXX) konzentriert sich auf Wolfram - einen Markt, der lange nur wenigen Rohstoffinvestoren bekannt war.
Das hat sich geändert.
China stand 2025 für rund 79 Prozent der weltweiten Wolframproduktion. Gleichzeitig soll das US-Verteidigungsministerium ab dem 1. Januar 2027 bei militärischer Beschaffung kein Wolfram mehr verwenden dürfen, das in China, Russland oder Nordkorea abgebaut, verarbeitet oder produziert wurde.
Damit wurde aus einem kleinen Rohstoffmarkt plötzlich eine Frage nationaler Sicherheit.
Wolfram ist aufgrund seiner Härte, Dichte und extremen Hitzebeständigkeit für verschiedene Verteidigungsanwendungen relevant. Almonty nennt unter anderem gepanzerte Fahrzeuge, Munition und Komponenten für Raketen- und Luftfahrtsysteme als Einsatzbereiche.
Der Kapitalmarkt hat diese Positionierung längst entdeckt.
Ende Juli bezifferte Almonty seine Marktkapitalisierung in der Unternehmenspräsentation auf rund 4,3 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig ist die Sangdong-Mine in Südkorea nach Abschluss der ersten Ausbauphase in die Verarbeitung und Hochlaufphase übergegangen. Das Unternehmen verfügt außerdem über einen 21-jährigen Abnahmevertrag für den Großteil der Phase-I-Produktion.
Was Almonty für Anleger so interessant macht
Wolfram ist nicht plötzlich geologisch seltener geworden.
Verändert hat sich sein strategischer Wert.
Europa und die USA wollen ihre Verteidigungskapazitäten ausbauen, während ein wesentlicher Teil der Rohstoffversorgung aus China kommt. Genau diese Kombination aus steigender Nachfrage und konzentriertem Angebot kann neue Bewertungen am Kapitalmarkt schaffen.
Almonty ist damit ein interessantes Beispiel dafür, was passiert, wenn Regierungen feststellen, dass ein kleiner Rohstoffmarkt für eine große Industrie unverzichtbar werden kann.
Und Wolfram ist nicht das einzige Beispiel.
Nach Wolfram: Seltene Erden und Niob?
Moderne Verteidigungssysteme benötigen eine immer größere Bandbreite an Hochleistungsmaterialien.
Seltene Erden wie Neodym und Praseodym sind wichtige Ausgangsstoffe für leistungsfähige Permanentmagnete. Diese wiederum werden in zahlreichen Hightech-Anwendungen eingesetzt.
Niob verfolgt eine andere Wertschöpfungskette. Bereits geringe Beimischungen können die Eigenschaften hochfester Stähle verbessern. Zudem findet Niob Verwendung in Speziallegierungen, bei denen Festigkeit und Temperaturbeständigkeit gefragt sind.
Und hier existiert eine ähnliche Konzentration wie bei Wolfram.
Der globale Niobmarkt wird von Brasilien dominiert. Das Zentrum dieser Industrie liegt in Minas Gerais - und genau dort befindet sich eines der derzeit größten Entwicklungsprojekte für Niob und Seltene Erden.
111 Millionen Tonnen direkt neben dem Weltmarktführer
St George Mining (ISIN: AU000000SGQ8) besitzt 100 Prozent des Araxá-Projekts in Minas Gerais.
Der Standort ist entscheidend: Araxá liegt unmittelbar neben dem Betrieb von CBMM, dem weltweit dominierenden Niobproduzenten. Die Region verfügt deshalb bereits über Infrastruktur, Fachkräfte und jahrzehntelange Erfahrung mit Niobverarbeitung.
St George verfügt dort mittlerweile über eine Mineralressource von 111,2 Millionen Tonnen mit 3,57 Prozent TREO und 0,57 Prozent Nb2O5.
Darin enthalten sind rund 630.000 Tonnen Nb2O5 und etwa 760.000 Tonnen NdPr-Oxide. 75,2 Millionen Tonnen befinden sich bereits in den höher klassifizierten Kategorien Measured und Indicated.
Damit kombiniert Araxá zwei Rohstoffthemen, die im neuen geopolitischen Umfeld an Bedeutung gewinnen könnten: Niob für Hochleistungswerkstoffe und Seltene Erden für die Magnet-Lieferkette.
Jetzt geht es nicht mehr nur ums Bohren
Besonders interessant ist, was derzeit bei St George passiert.
Anfang September startete das Unternehmen bei CIT-SENAI ein Pilotprogramm mit rund neun Tonnen oberflächennahem Araxá-Material. Ziel ist die Herstellung eines Niobkonzentrats sowie eines mit Seltenen Erden angereicherten Materialstroms.
Das Niobkonzentrat soll anschließend in Tests Richtung Ferroniob weiterverarbeitet werden. Beim Seltene-Erden-Strom zielen die Arbeiten unter anderem auf Mixed Rare Earth Carbonate. Ergebnisse werden im vierten Quartal erwartet.
Parallel läuft die von Worley geleitete Machbarkeitsstudie, während das formelle Genehmigungsverfahren für eine potenzielle Mine und einen Industriekomplex bereits begonnen hat.
St George untersucht zudem gemeinsam mit dem Bundesstaat Minas Gerais und der Lima & Pergher Group den Aufbau eines regionalen Seltene-Erden-Verarbeitungszentrums. Das langfristige Ziel ist eine brasilianische Mine-to-Magnet-Lieferkette.
Kann sich die Almonty-Geschichte wiederholen?
Hier muss die Grenze des Vergleichs klar bleiben.
Wolfram ist nicht Niob, und Almonty ist nicht St George. Almonty verfügt bereits über produzierende beziehungsweise hochlaufende Bergbauaktivitäten. St George befindet sich mit Araxá noch in der Entwicklungsphase. Metallurgie, Wirtschaftlichkeit, Finanzierung und Genehmigungen müssen erst erfolgreich abgearbeitet werden.
Doch hinter beiden Geschichten steht dieselbe strategische Frage:
Was ist eine neue, geopolitisch sichere Rohstoffquelle wert, wenn China oder wenige Produzenten den bestehenden Markt dominieren?
Bei Almonty hat der Kapitalmarkt diese Frage bereits mit einer Milliardenbewertung beantwortet.
Bei St George steht diese Neubewertung noch aus. Mit 111,2 Millionen Tonnen Ressource, zwei strategischen Rohstoffen, laufenden Pilotarbeiten und einem Standort direkt neben dem Weltmarktführer für Niob besitzt Araxá zumindest die Voraussetzungen, um stärker in diese Debatte hineinzuwachsen.
Wenn Europa tatsächlich vor einem langfristigen 454-Milliarden-Euro-Rüstungszyklus steht, könnten nach den großen Rüstungskonzernen deshalb zunehmend jene Unternehmen interessant werden, die ganz am Anfang ihrer Lieferketten stehen.
Quellen
https://hansa.news/tkms-order-book-grows-to-over-e25-billion/
https://rare-earth-mining.com/top-10-rare-earth-defence-applications/
https://www.stgm.com.au/
https://www.luxtimes.lu/europeanunion/eu-slips-further-behind-us-in-race-for-critical-minerals/160379092.html
https://europeanbusinessmagazine.com/europes-defence-boom/
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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
https://stgm.com.au
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