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Wolfram war lange ein Nischenmetall für Spezialisten. Doch inzwischen sendet der Markt ein kaum zu übersehendes Signal: Zwischen Januar 2025 und April 2026 stieg der Wolframpreis laut Daten aus dem "Global Critical Minerals Outlook 2026" der Internationalen Energieagentur um 622 Prozent. Damit lag Wolfram weit vor Tantal mit 196 Prozent, Kobalt mit 134 Prozent und Lithium mit 108 Prozent.
Hinter diesem außergewöhnlichen Preisanstieg steckt mehr als ein Rohstoffzyklus. Rund 83 Prozent der weltweiten Wolfram-Minenproduktion stammen aus China. Gleichzeitig haben Exportbeschränkungen Pekings den Druck auf eine Lieferkette erhöht, die ohnehin stark konzentriert ist.
Für westliche Staaten entsteht daraus eine strategische Frage: Woher soll künftig zusätzliches Wolfram kommen?
622 Prozent zeigen, wie angespannt der Markt geworden ist
Wolfram wird überall dort eingesetzt, wo Materialien extremen Temperaturen und Belastungen standhalten müssen - etwa in Schneidwerkzeugen, Hochleistungslegierungen, Elektronik sowie Luft- und Raumfahrt- und Verteidigungsanwendungen.
Die Kombination aus industrieller Bedeutung, konzentriertem Angebot und Exportkontrollen macht Wolfram zu einem besonderen Fall unter den kritischen Mineralien. Der Preisanstieg um 622 Prozent verdeutlicht, wie stark der Markt auf diese Gemengelage reagiert hat.
Doch höhere Preise allein schaffen keine neuen Minen. Rohstoffprojekte benötigen Exploration, Genehmigungen, Finanzierung, technische Entwicklung und schließlich den Aufbau der Produktion. Genau diese langen Vorlaufzeiten machen die Frage nach einer Pipeline neuer westlicher Lagerstätten entscheidend.
Almonty zeigt den Wert einer neuen Lieferquelle
Almonty Industries (ISIN: CA0203987072) liefert bereits ein Beispiel dafür, wie sich die strategische Neubewertung von Wolfram auf Unternehmensebene auswirken kann. Die Sangdong-Mine in Südkorea hat den Verarbeitungsbetrieb aufgenommen. Damit vollzieht Almonty den Übergang vom Entwickler zum Produzenten.
Phase I ist auf die Verarbeitung von rund 640.000 Tonnen Erz jährlich ausgelegt, weitere Erweiterungen sind vorgesehen. Nach Angaben des Unternehmens könnte Sangdong langfristig einen bedeutenden Beitrag zur Wolframversorgung außerhalb Chinas leisten.
Auch die kommerzielle Absicherung unterstreicht die Bedeutung nicht-chinesischer Produktion: Die vorliegende Analyse zu Almonty verweist auf die Verlängerung des Abnahmevertrags mit Global Tungsten & Powders auf mehr als zwei Jahrzehnte und eine Erhöhung des vereinbarten Volumens um 40 Prozent.
Almonty demonstriert damit einen zentralen Punkt der Investmentthese: Neue Produktion außerhalb Chinas kann in einem zunehmend angespannten Wolframmarkt strategischen Wert besitzen.
Aber ein Produzent allein löst das strukturelle Problem nicht. Der Westen braucht weitere Projekte - und langfristig neue Lagerstätten.
Kanada bringt Sisson ins Spiel
Ein wichtiger Schauplatz dieser Suche ist New Brunswick. Im November 2025 wählte die kanadische Regierung das Sisson-Wolframprojekt als eines ihrer Projekte von nationaler Bedeutung aus.
Das verändert die Perspektive auf den gesamten Distrikt. Bei Wolfram geht es zunehmend nicht mehr ausschließlich um Gehalt, Größe und potenzielle Wirtschaftlichkeit einer Lagerstätte, sondern zusätzlich um deren mögliche Rolle innerhalb einer sichereren nordamerikanischen Lieferkette.
Genau hier beginnt die deutlich spekulativere Geschichte von Makenita Resources (ISIN: CA5609251098).
Das Unternehmen kontrolliert das rund 9.845 Acres große Sisson-West-Wolframprojekt, das direkt an Sisson angrenzt. Diese Nähe allein beweist jedoch weder eine Fortsetzung der dortigen Mineralisierung noch das Vorhandensein einer wirtschaftlichen Lagerstätte.
2026 kamen allerdings neue geophysikalische Daten hinzu.
Ein neues Ziel westlich des Intrusionssystems
Im April ließ Makenita das gesamte Sisson-West-Gebiet mit aeromagnetischen, radiometrischen und VLF-Messungen aus der Luft untersuchen. Im Juli meldete das Unternehmen auf Basis dieser Ergebnisse und historischer regionaler Daten ein klar abgegrenztes lokales magnetisches Hoch innerhalb seiner Konzession.
Nach Interpretation von Makenita könnte die Anomalie auf eine sekundäre Intrusion in der Tiefe an der Westflanke des Howard-Peak-Granodiorits hindeuten. Das ist deshalb interessant, weil die Wolfram-Molybdän-Lagerstätte Sisson nordöstlich davon auf der östlichen Seite desselben übergeordneten Intrusionssystems liegt.
Zusätzlich identifizierte Strukturen verlaufen nach Unternehmensangaben vom Gebiet um Sisson in Richtung der Makenita-Konzession. Regionale Untersuchungen von Wolfram in glazialen Sedimenten liefern einen weiteren Hinweis, den das Unternehmen mit der westlichen Seite des Systems in Verbindung bringt.
Doch Geophysik ist noch keine Entdeckung.
Jetzt entscheidet der Bohrer
Makenita arbeitet nach eigenen Angaben an einem Bohrprogramm für das neu definierte Ziel. Damit erreicht die Exploration den entscheidenden nächsten Schritt: Die geophysikalische Interpretation muss durch Bohrungen getestet werden.
Die Unterschiede zu Almonty könnten kaum größer sein. Almonty produziert bereits. Sisson ist ein etabliertes Entwicklungsprojekt mit strategischer Anerkennung durch Kanada. Makenita befindet sich dagegen in einer frühen Explorationsphase.
Für Sisson West wurde bislang keine Mineralressource definiert. Ergebnisse und Mineralisierungen benachbarter Projekte dürfen zudem nicht auf Makenitas Gebiet übertragen werden. Erst Bohrungen können zeigen, ob die identifizierte Anomalie überhaupt mit einer relevanten Wolframmineralisierung verbunden ist.
Gerade darin liegt aber der nächste mögliche Katalysator: Nach dem geophysikalischen Ziel kommt nun der Test im Gestein.
Fazit
Der Preisanstieg von 622 Prozent zwischen Januar 2025 und April 2026 macht sichtbar, was hinter der Wolframgeschichte steht: Ein strategisch wichtiges Metall trifft auf eine außergewöhnlich konzentrierte Lieferkette und lange Entwicklungszeiten für neue Minen. Almonty zeigt mit Sangdong, welchen Stellenwert neue Produktion außerhalb Chinas gewinnen kann. Sisson wiederum verdeutlicht, dass Kanada Wolfram inzwischen auch unter dem Gesichtspunkt nationaler Versorgungssicherheit betrachtet.
Makenita Resources befindet sich wesentlich früher in dieser Entwicklungskette. Sisson West besitzt bislang keine definierte Ressource, und weder die Nachbarschaft zu Sisson noch die neue magnetische Anomalie beweisen eine Wolframentdeckung. Die geplanten Bohrungen müssen zunächst bestätigen, was sich unter der Oberfläche befindet.
Für Anleger ist deshalb weniger die bisherige Geophysik als der nächste Schritt entscheidend. Denn wenn Wolframpreise um 622 Prozent steigen und der Westen neue Bezugsquellen sucht, gewinnt eine Frage an Bedeutung: Wo wird die nächste belastbare Lagerstätte außerhalb Chinas gefunden?
Quellen:
https://elements.visualcapitalist.com/tungsten-leads-critical-mineral-price-gains-in-2026
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Makenita Resources Inc.
Land: kanadisch
ISIN: CA5609251098
https://www.makenitaresources.com
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