WIEN (dpa-AFX) - Wiens Börse hat am Dienstag den Handel nach den Rekorden am Vortag mit Abschlägen beendet. Auch leicht sinkende Ölpreise änderten daran nichts. Der ATX verlor 1,11 Prozent auf 6.934,55 Punkte. Für den breiteren ATX Prime ging es um 1,07 Prozent auf 3.396,42 Zähler hinunter. An den europäischen Börsen hingegen gab es keine einheitliche Richtung.
Der Blick war weiter auf den Nahen Osten gerichtet und die Hoffnung bleibt, dass die USA und der Iran eine diplomatische Lösung finden. Die Ölpreise gingen etwas zurück, bleiben aber weiter hoch. Laut dem Iran gehen die Verhandlungen mit den USA über die Straße von Hormuz weiter. Die Öllieferungen durch die umkämpfte Meerenge nehmen zudem wieder zu. Immer wieder gibt es aber auch Berichte über den Beschuss von Schiffen.
In den Fokus rückten auch Konjunkturindikatoren. Im Euroraum hat sich die Wirtschaftsstimmung im September überraschend eingetrübt. Zuvor war der Stimmungsindikator vier Monate in Folge gestiegen. Analysten wurden vom Stimmungsdämpfer überrascht. Sie hatten einen weiteren Anstieg erwartet.
In Österreich fordert Wifo-Chef Gabriel Felbermayr nach den Regierungsmaßnahmen für die Industrie jetzt auch eine gezielte Strategie für die kriselnde Baubranche. "Wenn man was tun will für die Konjunktur, wäre der Bau eigentlich ein zentrales Element, wo man ansetzen müsste", sagte Felbermayr im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien. Daher wäre es gut, wenn die Politik "nach der Industriestrategie eine Baustrategie machen" würde.
Bei den Unternehmen rückte der Feuerfestkonzern RHI Magnesita in den Blick. Das Unternehmen bestätigt, den britischen Konkurrenten Vesuvius für rund 1,6 Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Einen Kernaktionär der Briten hat der in Wien und London an der Börse notierte Konzern bereits auf seiner Seite, heißt es. Das Angebot beläuft sich auf rund 5,5 Pfund (6,4 Euro) pro Vesuvius-Aktie, so RHIM. Ein Teil davon soll in Form von RHI-Aktien entgolten werden. Die Anleger finden noch keinen rechten Gefallen an dem Vorhaben. RHI-Aktien büßten 1,5 Prozent ein.
Als stärkste Branche in Europa zeigten sich einmal mehr die Technologiewerte. Dadurch erholten sich AT&S von ihrem gestrigen Tief und liegen an der Spitze des ATX mit plus 9,1 Prozent. Die OMV hat die sinkenden Ölpreise zu spüren bekommen. OMV-Aktien gaben 2,3 Prozent nach. Den Schluss im ATX bildeten Voestalpine -Aktien mit minus 3,2 Prozent.
Mit einem negativen Vorzeichen fanden sich die schwergewichteten Bankenwerte. Erste Group -Aktien fielen um 2,6 Prozent, Bawag -Titel um 2,1 Prozent und Raiffeisen Bank International-Papiere (RBI) um 1,4 Prozent.
Zu den Verlierern zählen auch die Bauwerte und folgen damit dem negativen Trend der Infrastrukturbranche. Wienerberger-Aktien gaben 2,3 Prozent ab, Strabag-Titel 0,9 Prozent und Porr-Papiere 0,6 Prozent. Palfinger-Aktien waren mit plus 1,8 Prozent der Ausreißer nach oben./moe/spa/APA/jha
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