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Small- & Micro Cap Investment
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96,05% taxonomiefähig, 0% taxonomiekonform: Was Siemens, BASF und FACC über grüne Kennzahlen zeigen

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96,05% des Umsatzes der FACC AG (ISIN: AT00000FACC2) waren 2025 nach den Regeln der EU-Taxonomie einer grundsätzlich erfassten Wirtschaftstätigkeit zuzuordnen. Als tatsächlich taxonomiekonform konnte das Unternehmen trotzdem keinen Umsatz ausweisen. Bei der Siemens AG (ISIN: DE0007236101) standen dagegen 69,2% taxonomiefähigem Umsatz 29,3% taxonomiekonformer Umsatz gegenüber. Die BASF SE (ISIN: DE000BASF111) kam wiederum nur auf 12,7% Taxonomiefähigkeit und 1,5% Konformität.

Wer daraus unmittelbar eine Rangliste der nachhaltigsten Unternehmen baut, würde die Kennzahlen falsch lesen. Die EU-Taxonomie misst nicht einfach, welches Unternehmen "grün" ist. Sie prüft zunächst, welche wirtschaftlichen Aktivitäten überhaupt unter das Regelwerk fallen - und anschließend, ob diese Aktivitäten zusätzliche technische und regulatorische Kriterien erfüllen.

Taxonomiefähig ist noch nicht taxonomiekonform

Im ersten Schritt steht die Frage, ob eine wirtschaftliche Aktivität in der Taxonomie beschrieben wird. Ist das der Fall, gilt der zugehörige Umsatz grundsätzlich als taxonomiefähig. Erst danach beginnt die strengere Prüfung der Konformität.

Für eine taxonomiekonforme Tätigkeit müssen unter anderem die technischen Bewertungskriterien erfüllt sein, die Aktivität darf andere Umweltziele nicht erheblich beeinträchtigen und soziale Mindeststandards müssen eingehalten werden. Ein hoher Anteil taxonomiefähiger Umsätze sagt deshalb zunächst vor allem etwas darüber aus, wie stark ein Geschäftsmodell vom bestehenden EU-Katalog abgedeckt wird.

Siemens erreicht 29,3% taxonomiekonformen Umsatz

Siemens wies für 2025 rund 55 Mrd. Euro beziehungsweise 69,2% seines Umsatzes als taxonomiefähig aus. 23 Mrd. Euro oder 29,3% des Konzernumsatzes waren auch taxonomiekonform. Gegenüber 2024 erhöhte sich der konforme Anteil von 25,4 auf 29,3%.

Siemens verwendet zusätzlich eine eigene Kennzahl, die taxonomiekonforme Umsätze ins Verhältnis zu den taxonomiefähigen Umsätzen außerhalb von Siemens Healthineers setzt. Diese Alignment-Rate erreichte 2025 52,0%. Das Beispiel macht deutlich, wie wichtig der Nenner einer Kennzahl ist: 29,3% des gesamten Konzernumsatzes und 52,0% innerhalb eines abgegrenzten taxonomiefähigen Portfolios beschreiben denselben Konzern aus zwei verschiedenen Perspektiven.

BASF erklärt selbst die Grenzen der Kennzahl

Bei BASF ergibt sich das umgekehrte Bild. Lediglich 12,7% des Umsatzes waren 2025 taxonomiefähig; 1,5% oder 905 Mio. Euro galten als taxonomiekonform. Den größten konformen Beitrag lieferte die Herstellung von Batteriematerialien.

BASF weist ausdrücklich darauf hin, dass die derzeitige EU-Taxonomie große Teile des eigenen Geschäftsmodells nicht abdeckt. Wirtschaftliche Aktivitäten, für die noch keine Taxonomie-Kategorie existiert, werden als nicht taxonomiefähig ausgewiesen. Aus einem niedrigen Prozentsatz lässt sich daher nicht automatisch ableiten, dass die übrigen Produkte eine negative Umweltwirkung besitzen.

Gerade das macht BASF für die Einordnung interessant: Die Kennzahl hängt nicht nur vom Unternehmen ab, sondern auch davon, welche Branchen und Tätigkeiten der europäische Regelgeber bereits in das Klassifikationssystem aufgenommen hat.

Bei FACC fehlen für die Konformität noch Voraussetzungen

Bei FACC fällt die Diskrepanz besonders deutlich aus. 96,05% des Umsatzes wurden 2025 der Taxonomie-Aktivität CCM 3.21 zugeordnet und waren damit grundsätzlich taxonomiefähig. Trotzdem meldete FACC für Umsatz, CapEx und OpEx keinen taxonomiekonformen Anteil.

Der Geschäftsbericht nennt dafür einen konkreten Grund. FACC hatte für 2025 noch keine vollständige Klimarisikoanalyse nach den in der Taxonomie vorgeschriebenen Kriterien durchgeführt. Ohne diesen Nachweis kann die Prüfung des Prinzips "Do No Significant Harm" zur Klimaanpassung nicht vollständig abgeschlossen werden. FACC plant eine detailliertere Klimarisikoanalyse für 2026.

0% Konformität bedeuten daher nicht, dass 96,05% des FACC-Geschäfts plötzlich als nicht nachhaltig bewertet wurden. Sie bedeuten zunächst, dass zum Berichtszeitpunkt nicht sämtliche Voraussetzungen nachgewiesen waren, die für die strengere Einstufung erforderlich sind.

Die interessanteste Zahl ist manchmal die Lücke zwischen zwei Prozentwerten

Siemens, BASF und FACC verdeutlichen, warum Nachhaltigkeitskennzahlen ohne Methodik leicht fehlinterpretiert werden. Siemens weist einen erheblichen konformen Umsatzanteil aus. Bei BASF erfasst die Taxonomie bislang nur einen relativ kleinen Teil des Portfolios. FACC fällt nahezu vollständig unter eine taxonomiefähige Aktivität, erfüllt aber für 2025 noch nicht sämtliche Bedingungen zur Konformität.

Für die Unternehmensanalyse ist deshalb nicht nur die Prozentzahl wichtig. Mindestens ebenso relevant ist die Frage, weshalb sie so hoch oder niedrig ausfällt. Erst der Unterschied zwischen "fähig" und "konform" macht aus der EU-Taxonomie mehr als eine vermeintliche Nachhaltigkeitsnote.

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Lassen Sie sich in den Verteiler für FACC oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: "Verteiler FACC" und/oder "Nebenwerte".

Quellen

https://www.facc.com/en/wp-content/uploads/sites/2/2026/05/facc-non-financial-report-2025.pdf
https://assets.new.siemens.com/siemens/assets/api/uuid%3A428ea18a-e7ab-4f93-a160-33908f1c3540/Siemens-Annual-Report-2025.pdf
https://report.basf.com/2025/en/combined-managements-report/consolidated-sustainability-statement/environment/eu-taxonomy.html

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Enthaltene Werte: DE000BASF111,AT00000FACC2,DE0007236101

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