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Eli Lilly setzt weitere 870 Millionen Dollar auf Biotech - warum selbst erfolgreiche Blockbuster für Big Pharma nicht mehr reichen

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Eli Lilly (ISIN: US5324571083) gehört dank Medikamenten wie Mounjaro und Zepbound zu den großen Gewinnern des aktuellen Pharmabooms. Doch gerade während bestehende Blockbuster Milliardenumsätze liefern, sucht der US-Konzern bereits nach Technologien für die nächste Generation von Medikamenten. Jetzt hat Lilly seine Zusammenarbeit mit Gate Bioscience erweitert. Der neue Forschungs- und Lizenzvertrag kann einen Wert von mehr als 870 Millionen US-Dollar erreichen. Dabei handelt es sich nicht um eine sofortige Zahlung: Gate erhält eine nicht näher bezifferte Vorabzahlung und Forschungsfinanzierung; weitere Zahlungen hängen unter anderem von Entwicklungs-, Zulassungs- und kommerziellen Meilensteinen ab. Der Deal zeigt ein Muster, das derzeit bei vielen Pharmakonzernen zu beobachten ist: Erfolgreiche Produkte finanzieren die Suche nach Technologien, aus denen die nächsten Wachstumstreiber entstehen könnten.

Lilly investiert in Proteine, die bisher schwer erreichbar waren

Gate Bioscience entwickelt sogenannte Molecular Gates. Dabei handelt es sich um kleine Moleküle, die bestimmte krankheitsverursachende sekretierte oder membranständige Proteine bereits während ihrer Entstehung abfangen sollen. Die Zielproteine werden daran gehindert, einen zentralen Transportkanal der Zelle zu passieren, und anschließend innerhalb der Zelle abgebaut. Gate will damit Proteine adressieren, die mit bestehenden Medikamenten nur schwer zu erreichen sind. Die erweiterte Vereinbarung umfasst zunächst ein zusätzliches Zielprotein und gibt Lilly die Option auf ein weiteres. Gate übernimmt die frühe Wirkstoffforschung, während Lilly für die spätere präklinische und klinische Entwicklung, Produktion und mögliche Vermarktung verantwortlich wäre. Welche konkreten Zielproteine verfolgt werden, haben die Unternehmen nicht veröffentlicht.

870 Millionen Dollar sind Potenzial - kein Kaufpreis

Für Anleger ist die Struktur des Deals entscheidend. Die mehr als 870 Millionen Dollar stellen den möglichen Gesamtwert der erweiterten Zusammenarbeit dar und fließen nicht heute an Gate. Die Höhe der neuen Vorabzahlung wurde nicht genannt. Bereits im Juli 2025 hatten beide Unternehmen einen ersten Vertrag mit einem potenziellen Gesamtwert von bis zu 856 Millionen Dollar vereinbart. Auch damals bestand die Summe aus Vorabzahlung, Beteiligung, möglichen Meilensteinen und späteren Lizenzgebühren. Dass Lilly die Zusammenarbeit nun erweitert, bevor aus der Plattform ein zugelassenes Medikament hervorgegangen ist, zeigt allerdings, wie früh große Pharmakonzerne versuchen, sich Zugang zu neuen Wirkmechanismen zu sichern.

Warum Blockbuster allein nicht mehr reichen

Dahinter steckt eine einfache strategische Logik. Ein Medikament kann Milliardenumsätze erreichen - doch Patente laufen aus, Konkurrenten entwickeln bessere Produkte und neue Technologien können bestehende Märkte verändern. Lilly selbst liefert dafür derzeit ein gutes Beispiel: Der Konzern dominiert gemeinsam mit Novo Nordisk (ISIN: DK0062498333) den boomenden Markt für moderne Adipositas- und Diabetesmedikamente und entwickelt gleichzeitig bereits die nächste Generation. Parallel investiert Lilly in völlig andere Technologien. Gate ist deshalb weniger eine Wette auf einen einzelnen Wirkstoff als ein Beispiel dafür, wie Big Pharma sein technologisches Portfolio verbreitert. Entscheidend ist nicht nur, den heutigen Blockbuster zu besitzen, sondern frühzeitig Zugang zu möglichen Plattformen für die Blockbuster von morgen zu bekommen.

Für Biotechunternehmen wird der Plattformgedanke entscheidend

Genau deshalb werden junge Biotechnologieunternehmen häufig nicht nur nach einem einzelnen Medikament bewertet. Interessant wird eine Technologie vor allem dann, wenn sie sich auf mehrere Produkte oder Krankheiten übertragen lässt. Das erhöht zwar das mögliche wirtschaftliche Potenzial, beseitigt aber das Entwicklungsrisiko nicht. Gates Molecular-Gate-Technologie muss ihren klinischen Wert erst noch beweisen. Ein hoher potenzieller Dealwert ist deshalb keine Garantie für spätere Zulassungen oder Umsätze. Er zeigt vielmehr, welchen strategischen Wert Lilly der Möglichkeit beimisst, schwer adressierbare Proteine über einen neuen Mechanismus therapeutisch zugänglich zu machen.

Mesoblast hat den ersten Beweis bereits erbracht

An diesem Punkt wird Mesoblast (ISIN: AU000000MSB8) interessant. Technologisch haben Molecular Gates und Mesoblasts Zelltherapien nichts miteinander zu tun. Die Verbindung liegt auf Unternehmensebene: Auch bei Mesoblast entscheidet sich der langfristige Wert daran, ob aus einer Technologie mehrere Produkte und Indikationen entstehen können. Anders als viele frühe Biotechplattformen hat Mesoblast einen wichtigen Schritt bereits geschafft. Ryoncil ist in den USA für pädiatrische Patienten ab zwei Monaten mit steroidrefraktärer akuter Graft-versus-Host-Erkrankung zugelassen. Im Geschäftsjahr 2026 erzielte Ryoncil rund 115 Millionen US-Dollar Nettoumsatz; der Gesamtumsatz des Unternehmens lag bei rund 120 Millionen Dollar. Damit hat Mesoblast gezeigt, dass sich seine allogene Zelltechnologie nicht nur klinisch entwickeln, sondern auch regulatorisch zulassen und kommerziell vermarkten lässt.

Jetzt muss aus einem Produkt eine breitere Wachstumsstory werden

Für die weitere Bewertung von Mesoblast dürfte deshalb weniger die Frage entscheidend sein, ob Ryoncil funktioniert - dafür existieren inzwischen Zulassung und reale Umsätze. Spannender ist, was danach kommt. Mesoblast will Ryoncil auch bei erwachsenen Patienten mit steroidrefraktärer akuter Graft-versus-Host-Erkrankung weiterentwickeln. Parallel befindet sich mit rexlemestrocel-L ein zweites großes Zelltherapieprogramm in einer zulassungsrelevanten Phase-III-Studie gegen chronische Rückenschmerzen infolge entzündlicher degenerativer Bandscheibenerkrankung. Insgesamt wurden 350 Patienten behandelt; Top-Line-Ergebnisse werden für Mitte 2027 erwartet. Ein positives Ergebnis könnte die Investmentstory deutlich verbreitern, während ein Scheitern entsprechend zeigen würde, dass sich der Erfolg von Ryoncil nicht automatisch auf andere Programme übertragen lässt.

Die nächste Technologiegeneration entsteht bereits

Mesoblast arbeitet gleichzeitig weiter an der eigenen Plattform. Im April sicherte sich das Unternehmen eine exklusive weltweite Lizenz für eine CAR-Technologie, mit der mesenchymale Stromazellen gezielter zu krankheitsrelevanten Geweben gelenkt werden sollen. Mesoblast nennt unter anderem entzündliche Darmerkrankungen und B-Zell-vermittelte Autoimmunerkrankungen als mögliche Einsatzgebiete. Diese Programme befinden sich noch in einem frühen Stadium und dürfen nicht mit der kommerziellen Reife von Ryoncil gleichgesetzt werden. Dennoch zeigt der Schritt dieselbe strategische Grundidee, die derzeit bei Big Pharma zu beobachten ist: Ein bestehender Erfolg wird genutzt, während parallel an der nächsten Technologiegeneration gearbeitet wird.

Fazit

Mehr als 870 Millionen Dollar potenzieller Dealwert für eine Technologie, aus der bislang kein zugelassenes Medikament hervorgegangen ist, zeigen, wie aggressiv Eli Lilly nach neuen Wachstumsmöglichkeiten sucht. Der Konzern wartet nicht darauf, dass seine heutigen Blockbuster irgendwann an Dynamik verlieren. Er investiert schon jetzt in unterschiedliche Technologien, die Jahre später neue Märkte erschließen könnten. Für Anleger ist genau dieser Plattformgedanke auch bei kleineren Biotechunternehmen interessant. Mesoblast (ISIN: AU000000MSB8) hat mit Ryoncil bereits einen Schritt erreicht, von dem viele frühe Plattformunternehmen noch weit entfernt sind: Zulassung und kommerzielle Umsätze. Jetzt müssen die Erweiterung von Ryoncil, rexlemestrocel-L und langfristig die nächste Generation der Zelltechnologie zeigen, ob aus diesem ersten Erfolg tatsächlich eine breitere Wachstumsplattform entstehen kann.


Quellen:

Gate Bioscience - Gate Bioscience Expands Collaboration and License Agreement with Lilly to Target Difficult-to-Drug Proteins, 5. Oktober 2026
https://www.gatebio.com/news

Reuters - Gate Bioscience expands Lilly drug discovery deal worth more than $870 million, 5. Oktober 2026
https://www.reuters.com/legal/litigation/gate-bioscience-expands-lilly-drug-discovery-deal-worth-more-than-870-million-2026-10-05/

Gate Bioscience - Gate Bioscience Enters into a Collaboration and License Agreement with Lilly to Discover and Develop Molecular Gate Medicines, 24. Juli 2025
https://www.gatebio.com/blog/gate-bioscience-enters-into-a-collaboration-and-license-agreement-with-lilly

Mesoblast - MSB Annual Financial Results and Operational Update, 27. August 2026
https://investorsmedia.mesoblast.com/news-releases/news-release-details/msb-annual-financial-results-and-operational-update-2

Mesoblast - Major Milestone Treatment Completed in P3 Trial for CLBP, 17. August 2026
https://investorsmedia.mesoblast.com/news-releases/news-release-details/major-milestone-treatment-completed-p3-trial-clbp

Mesoblast - Acquires CAR Platform for Precision-Enhanced Cell Products, 15. April 2026
https://investorsmedia.mesoblast.com/static-files/223699d4-0d65-42f7-9530-f5fe7131a89a

Mesoblast - R&D Day Presentation, 8. April 2026
https://investorsmedia.mesoblast.com/static-files/76531eb6-aa34-4a4e-93b0-01dca96fb149

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Mesoblast Limited

Land: Australien / ISIN: AU000000MSB8

https://investorsmedia.mesoblast.com

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