STOCKHOLM (dpa-AFX) - Der Netzwerkausrüster Ericsson hat sich im dritten Quartal besser geschlagen als gedacht. Das um Sonderposten bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) ging im Jahresvergleich zwar um über ein Drittel auf 10,1 Milliarden schwedische Kronen (0,9 Mrd Euro) zurück, wie der Konzern am Donnerstag in Stockholm mitteilte. Das lag aber an einem Einmalertrag im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten zudem mit einem noch kräftigeren Rückgang gerechnet. Allerdings stellte der neue Ericsson-Chef Per Narvinger wegen steigender Komponentenkosten die Investoren auf eine Belastung der Bruttomarge im kommenden Jahr ein, zudem dürfte der Markt für Mobilfunkzugangstechnik (RAN) eher stagnieren.
Der Konzernumsatz wuchs im dritten Quartal dank einer soliden Nachfrage nach Mobilfunkequipment um 6 Prozent auf 59,5 Milliarden Kronen. Unter dem Strich stand im Quartal ein Gewinneinbruch um rund die Hälfte auf 5,8 Milliarden Kronen zu Buche. Ein Jahr zuvor hatte Ericsson sich für den Verkauf des US-Telekomdienstleisters Iconectiv einen Einmalertrag gutgeschrieben.
Narvinger hat in diesem Monat den Chefposten bei den Schweden in einem schwierigen Umfeld übernommen. Die geopolitische Unsicherheit bleibe erhöht, sagte der Manager. Bereits seit vielen Jahre müht sich der Konzern mit einer schleppenden Nachfrage nach seiner 5G-Netztechnik, Vorgänger Börje Ekholm strich Jobs und senkte die Kosten. Narvinger legt nun in einem ersten Schritt die beiden Asiensparten des Unternehmens zusammen, um die Geschäftsstruktur zu vereinfachen./men/mis/stk




