FRANKFURT/NEW YORK (dpa-AFX) - Europäische KI-Aktien leiden am Mittwoch im internationalen Kontext teils sehr deutlich unter dem Ergebnis der Parlaments-Zwischenwahlen in den USA. Während der Dax um 2,4 Prozent in Richtung Rekord anzog, waren die Aktien von Infineon, Hochtief und Siemens Energy die drei klaren Indexverlierer. Zuletzt büßten sie bis zu fünf Prozent ein. Der technologielastige Nasdaq 100 legte in New York zwar auch zu, wurde aber von fallenden Chipwerten etwas gebremst.
Bei den US-Wahlen haben die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat erobert. "Die zentrale Sorge besteht darin, dass die Kontrolle der Demokraten über beide Kammern zu einer stärkeren Regulierung und genaueren Überprüfung der KI-Branche führen wird, was wiederum eine Verlangsamung der Ausgaben zur Folge haben könnte", schrieb ein Händler.
"Auf Sektorebene sind die Risiken ungleich verteilt", schrieb Aktienstratege Mathieu Racheter von der Bank Julius Bär. Künstliche Intelligenz und Informationstechnologie könnten einer verstärkten Kontrolle ausgesetzt werden. Staatliche und lokale Beschränkungen für Rechenzentren könnten Investitionen und die Erzielung von Erträgen verzögern. Potenziell positiv seien die politischen Auswirkungen aber für den Bereich der Erneuerbaren Energien.
In New York zählten vor diesem Hintergrund die Aktien von Firmen wie Sandisk, Marvell Technology und Micron mit bis zu fünf Prozent zu den Verlierern. Selbst die Titel des KI-Chipriesen Nvidia verloren etwas mehr als ein Prozent, was unter den "Magnificent 7" nur von Tesla wegen der Nähe des Konzernlenkers Elon Musk zu den Republikanern um Donald Trump deutlich übertrumpft wurde. Auch bei SpaceX zogen die Wahlergebnisse Verluste nach sich./tih/gl/he
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