WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse hat am Dienstag leicht zugelegt. Der Leitindex ATX gewann 0,27 Prozent auf 5.779,43 Punkte. Der breiter gefasste ATX Prime fand sich zum Schluss mit plus 0,19 Prozent bei 2.858,24 Zählern. Die wichtigsten europäischen Börsen beendeten den Tag mehrheitlich mit Abschlägen.
Im Iran-Krieg gab es zwischen den USA und dem Iran keine echten Fortschritte, die Krise könnte noch länger andauern. Washington fordert eine sofortige Klärung des Atomprogramms, während Teheran auf Zeit spielt und priorisiert, den militärischen Konflikt sowie die Spannungen im Golf zu entschärfen, hieß es in einer Einschätzung des Analyse-Dienstes Index Radar. Es mehren sich die Stimmen, dass der Konflikt noch einige Wochen andauern könnte. Auch eine weitere Eskalation wird nicht ausgeschlossen.
Im Zentrum des internationalen Interesses stehen zudem die Zinsentscheidungen in Japan, Europa und den USA in dieser Woche. In Japan blieb der Leitzins unverändert, wie die Bank of Japan am Dienstag mitteilte. Am Mittwoch folgt die US-Notenbank (Fed). Am Donnerstag werden dann die Entscheidungen der EZB und der Bank of England erwartet. Die Mehrheit der Experten rechnet nicht mit Veränderungen.
In den Euro-Ländern sind im März die Inflationserwartungen der Verbraucher wegen der stark gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Krieges nach oben geschnellt. Im Mittel rechnen sie in den kommenden zwölf Monaten mit einer Teuerungsrate von 4,0 Prozent, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag zu der von ihr in Auftrag gegebenen Umfrage mitteilte. Im Februar lag dieser Wert noch bei 2,5 Prozent.
"Zinssenkungen dürften vorerst vom Tisch sein. Allgemein werden nun für dieses Jahr ein bis zwei Zinserhöhungen erwartet. Möglich ist ein Zinsschritt bereits im Juni und ein weiterer im Herbst", schreibt Christian Henke, Marktanalyst beim Broker IG Markets, in einer Markteinschätzung.
Mit Zahlen rückten Strabag, Palfinger und Mayr-Melnhof in den Fokus der Anleger. Österreichs größter Baukonzern Strabag hat seine Gewinne 2025 kräftig gesteigert. Zum Abschluss wurde das doch noch honoriert. Strabag-Titel gewannen 0,4 Prozent auf 86,00 Euro.
Der Verpackungskonzern Mayr-Melnhof (MM) wiederum hat im ersten Quartal einen Umsatz- und Gewinnrückgang verzeichnet. Zu Mittag wiesen die Papiere von Mayr-Melnhof noch ein minimales Plus auf, zum Tagesschluss sind sie mit minus 5,4 Prozent auf 80,70 Euro zurückgekommen. Damit bildeten sie das Schlusslicht im ATX Prime-Segment.
Der Kran-Spezialist Palfinger ist gut ins Jahr gestartet. Im ersten Quartal machte Palfinger 561,5 Millionen Euro Umsatz, das bedeutete einen Anstieg um 1,6 Prozent. Palfinger verloren trotzdem 0,4 Prozent auf 36,75 Euro.
Ebenfalls mit einem Verlust zeigte sich das Schwergewicht Verbund, das 4,4 Prozent verlor. An der Spitze des ATX Prime-Segments gewannen RHI Magnesita 3,5 Prozent. Gleich dahinter legten Agrana um 3,4 Prozent zu.
OMV wiesen ein Plus von 1,7 Prozent aus und folgten dem europäischen Trend, wo Öl- und Gaswerte klar zulegten.
Die schwergewichteten Banken performten positiv. Raiffeisen Bank International (RBI) legten 2,0 Prozent, Bawag 1,3 Prozent und Erste Group 0,6 Prozent zu.
Das Vorarlberger Textilunternehmen Wolford hat im Vorjahr bei einem rückläufigen Umsatz rote Zahlen geschrieben. Wolford legten 1,4 Prozent zu./moe/spa/APA/jha
AT0000652011, AT0000938204, AT0000743059, AT0000758305, AT0000676903, AT0000606306, AT0000834007, AT0000999982, AT0000BAWAG2




