PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte haben Donnerstag im Zuge weiter steigender Ölpreise nachgegeben. Dabei verloren die Börsen im Handelsverlauf langsam aber stetig an Boden. "Die Anleger navigieren derzeit durch ein schwieriges Fahrwasser", so Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. "Während geopolitische Risiken für Gegenwind sorgen und die Notenbanken den Takt vorgeben, liefert die Berichtssaison bislang ein gemischtes Bild."
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank gegen Mittag um 0,87 Prozent auf 6.261,84 Punkte. Außerhalb des Euroraums gab der Schweizer SMI um 0,82 Prozent auf 14.197,92 Punkte nach. Der britische FTSE 100 gab um 0,13 Prozent auf 10.702,96 Punkte nach.
Vorsicht war auch angesichts der am frühen Nachmittag anstehenden Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank angesagt. "Es wird zwar mit keiner Zinsanhebung im Juli gerechnet, dennoch werden die Aussagen zu der Inflationseinschätzung maßgeblich werden", merkte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets an.
Am schwächsten war ausgerechnet einer der Sektoren, die sich in schwierigen Phasen normalerweise besser als als der Gesamtmarkt entwickeln. Mit deutlichen Abschlägen lagen die defensiven Nahrungs- und Getränkeproduzenten am Ende des Feldes und reagierten damit auf den Einbruch des Branchenschwergewichts Nestle . Der weltgrößte Lebensmittelkonzern hatte sein Wachstumstempo aus eigener Kraft im ersten Halbjahr 2026 zwar gesteigert. Allerdings war zugleich die Profitabilität gesunken. Die Aktie gab daher deutlich um sieben Prozent nach. Auch andere Werte des Sektors wurden davon belastet. Sowohl Unilever als auch Danone verzeichnete überdurchschnittlich Verluste.
Im Technologiesektor kam zu mäßigen Vorgaben aus den USA der Rücksetzer der Aktie von STMicroelectronics hinzu, die um über 13 Prozent fiel und damit die Korrektur seit den Jahreshochs im Juni dynamisch fortsetze. Eine enttäuschende Umsatzprognose hatte den Kurs auf Talfahrt geschickt.
Titel der Schweizer Givaudan büßten 5,4 Prozent ein und reagierten damit auf Zahlen, die nach Einschätzung von Jefferies durchwachsen ausgefallen waren.
Im Bankensektor gaben Aktien von BNP Paribas trotz ordentlicher Zahlen um 1,4 Prozent nach. Die Erträge im Aktienhandel waren im im zweiten Quartal im Jahresvergleich zwar unerwartet stark gestiegen. Im Vergleich zu den großen US-Banken fiel der Zuwachs jedoch eher gering aus. Die Erträge im Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen gingen sogar leicht zurück.
Besser hielten sich Pharmawerte. Roche stiegen hier um über zwei Prozent. Der Basler Pharmakonzern hatte zum Halbjahr ein nach Ansicht von Analysten zwar unspektakuläres, aber solides Zahlenwerk vorgelegt. Der Umsatz lag im Rahmen, der Kerngewinn etwas über den Erwartungen.
Gefragt waren einmal mehr die Ölwerte, die im Sog der weiter steigenden Ölnotierungen anzogen. Der französische Ölkonzern Totalenergies hatte zudem im zweiten Quartal deutlich mehr verdient und will daher die Dividende anheben. Die Aktie kletterte um 2,8 Prozent./mf/mis
FR0000131104, FR0000120644, CH0010645932, NL0000226223, FR0000120271, CH1499059XXX, EU0009658XXX, CH0038863350, FR0003500XXX, CH0009980XXX, GB0001383XXX, GB00BVZK7T90




